Mit einem Minus von gut 15 Prozent ist die Adidas-Aktie einer der schwächeren DAX-Werte in diesem Jahr. Auf Fünfjahressicht hat sich der Kurs nahezu halbiert. Analysten werten das mehrheitlich als klare Übertreibung.
Die Stimmung im Konsumgütersektor ist denkbar schlecht. Die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten und die gestiegenen Energiepreise belasten den Konsum. Hinzu kommt, dass China als früherer Wachstumsmotor ebenfalls schwächelt und lokale Anbieter dort deutlich Marktanteile gewinnen. Branchenkenner rechnen daher aktuell nicht mit einem dynamischen Aufschwung. Entsprechend fallen die Unternehmensprognosen vielfach enttäuschend aus. Neben der schwachen Nachfrage haben die Firmen auch mit hohen Kosten zu kämpfen. Um Umsätze anzuschieben und Lagerbestände abzubauen, droht zudem eine Rabattschlacht mit entsprechendem Margendruck.
Adidas verkauft den Großteil seiner Produkte trotz der aktuellen Herausforderungen weiterhin zu regulären Preisen. So soll in den kommenden drei Jahren ein Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich und ein EBIT-Wachstum im mittleren Zehnerbereich erzielt werden. Wichtig aus Sicht der Aktionäre wäre, dass der Ausblick bei den Q1-Zahlen am kommenden Mittwoch (29.4.) nicht schon wieder kassiert wird. Auf Basis der aktuellen Schätzungen ist die Aktie zumindest im historischen Vergleich sehr günstig bewertet. Das sehen auch viele Research-Häuser so. Das Konsens-Kursziel der Analysten liegt mit rund 200 Euro deutlich über der aktuellen Notierung von gut 143 Euro.
Im laufenden Jahr liegen die großen Hoffnungen auf der Fußball-Weltmeisterschaft, die diesmal in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Die Strategen der DZ Bank gehen davon aus, dass Adidas hier mehr als 8 Millionen Trikots verkaufen und damit einen Umsatz von mindestens 1 Milliarde Euro generieren kann. Das würde einen Wachstumseffekt von rund 4 Prozentpunkten bedeuten und wäre mehr, als bei der Konkurrenz erwartet wird. Reicht der mögliche WM-Effekt aus, um den Abwärtstrend der Aktie zu stoppen?
Bei dem für die heutige Marktidee ausgesuchten Capped Bonuszertifikat der DZ Bank würde eine Stabilisierung auf dem aktuellen Kursniveau bereits ausreichen, um in gut fünf Monaten den Maximalertrag von 10,7 Prozent (25,1 Prozent p.a.) zu erreichen. Dafür muss die Aktie dauerhaft über der Barriere von 110 Euro (23 Prozent Puffer) notieren. Da das Zertifikat nur mit einem sehr moderaten Aufgeld versehen ist, fallen etwaige Verluste bei einem Bruch der Barriere ähnlich aus wie bei einem Direktinvestment in die Adidas-Aktie. Eine Einbuchung des Titels ist unabhängig von der Kursentwicklung ausgeschlossen (DU2LH2).