Fast 40 Prozent hat Friedrich Vorwerk seit dem Hoch im Oktober eingebüßt. CFO Tim Hameister hat das nun als Einstiegschance wahrgenommen und für rund 52.000 Euro eigene Aktien gekauft. Grund genug, sich den Pipeline- und Anlagenbauer genauer anzusehen.
Die MBB-Tochter gilt als führender Anbieter von Lösungen im Bereich der Energieinfrastruktur für Gas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen. Die Auftragslage ist seit mehreren Jahren sehr formidabel und mittlerweile hat das Unternehmen auch ausreichend Personal, um die Arbeiten alle fristgerecht zu erledigen. Umsatz und Gewinnmarge sind daher zuletzt deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr kletterten die Erlöse um gut 41 Prozent, während sich der operative Gewinn (EBITDA) mehr als verdoppelte. Die Nettoliquidität stieg um 70 Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Jahres fielen die Zuwachsraten vor allem beim Umsatz (+5 Prozent) geringer aus, was vor allem den ungünstigen Witterungsbedingungen geschuldet war. Die Jahresprognose wurde mit Vorlage der Ergebnisse bestätigt.
Die Wachstumsaussichten für die kommenden Jahre sind aufgrund des hohen Auftragsbestands und der noch ausstehenden Projekt-Pipeline positiv. Der Gewinn je Aktie soll nach Berechnung der Analysten von 4,33 Euro im vergangenen Jahr auf 5,23 Euro im Jahr 2028 steigen. Im Durchschnitt wird damit ein jährliches Plus von 6,5 Prozent erwartet. Sorgen bereitet einigen Marktteilnehmern allerdings ein vom Kabinett Ende April beschlossener Regierungsentwurf. Demzufolge will die Bundesregierung künftige neue Stromtrassen in der Regel als Freileitungen statt als Erdkabel realisieren. Das könnte perspektivisch den adressierbaren Markt für Friedrich Vorwerk reduzieren.
Dieses mögliche Risiko spiegelt sich auch in der Bewertung wider. Das im Hoch bis auf knapp 29 gestiegene 12-Month-Forward-KGV liegt aktuell nur noch bei knapp 14. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist von 6,0 auf 3,3 gesunken. Die Analysten von Berenberg haben ihr Kursziel von 110 Euro nach den Q1-Zahlen nochmals bestätigt. Die Strategen von Jefferies hingegen sehen den fairen Wert nur bei 65 Euro. Die Aktie kostet aktuell rund 69 Euro, nachdem sie die Marke von 64,50 Euro gerade zum dritten Mal innerhalb der vergangenen neun Monate erfolgreich getestet hat.
Der Mix aus guten Aussichten für die kommenden Jahre und dem Risiko eines mittel- bis langfristig nicht mehr ganz so perfekten Marktumfelds spricht bei der aktuellen Bewertung für den Einsatz von Discountzertifikaten. Zumal diese sehr vielversprechende Konditionen ausweisen. Der ausgewählte Discounter der DZ Bank (DU066H) ermöglicht bei einem 7 Prozent unter dem Aktienkurs liegenden Cap bei einer Laufzeit von 13 Monaten eine Gewinnchance von fast 19 Prozent (17 Prozent p.a.). Etwaige Verluste fallen durch den hohen Discount wie üblich geringer aus als bei einem Direktinvestment in die Aktie.