27.01.20, 16:05

DZB Risikomonitor: Brexit verliert seinen Schrecken

CDS geben branchenweit nach und fallen auf tiefste Stände seit 2018 – Auch bei britischen Banken kehrt spürbare Entspannung ein – Moody’s hebt Rating der Nord/LB um zwei Stufen an

An den Credit-Märkten kehrt wieder Ruhe ein. Die Preise für Kreditausfallversicherungen im Finanzsektor sind in den letzten Monaten weiter gefallen und liegen inzwischen beinahe durchweg nahe der tiefsten Werte seit zwei Jahren. Auch der Ende Januar anstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat seinen Schrecken weitgehend verloren: Seit der im Oktober erzielten Einigung für einen geordneten Ablauf des Verfahrens zum Brexit haben die zuvor noch einmal stark angestiegenen CDS der britischen Finanzinstitute deutlich nachgegeben und senden jetzt klare Entspannungssignale. An dem positiven Gesamttrend ändern auch die in den vergangenen Tagen von Moody‘s geäußerten Bedenken bezüglich der Staaten der Eurozone vorerst nichts. Die Agentur hat den Ausblick für die Euro-Staaten mit Blick auf die hohe Verschuldung und die Schwäche im Welthandel zum Jahreswechsel von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt.

Klar positive Signale macht Moody‘s unterdessen bei der Nord/LB aus. Nach Abschluss der Kapitalstärkung durch die Eigentümer im Dezember haben die Analysten das Rating gleich um zwei Stufen auf A3 nach oben gesetzt und die Landesbank so wieder in den Bereich des Investment Grade gehoben. Niedersachen, Sachsen-Anhalt und die Sparkassen-Finanzgruppe hatten nach Genehmigung der EU-Kommission zusammen Garantien und Einlagen in einem Umfang von insgesamt 3,6 Milliarden Euro vorgenommen.
 

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