Während die europäischen Aktienmärkte seit Wochen auf hohem Niveau seitwärts tendieren, präsentieren sich die Rentenmärkte wesentlich dynamischer. Die Umlaufrendite als Querschnitt der am heimischen Markt gehandelten Anleihen ist seit Ende Juni von 2,84 Prozent auf aktuell 3,16 Prozent gestiegen. Vor zwölf Monaten lagen wir hier noch bei 2,57 Prozent. Der gerade erfolgte Sprung auf ein Mehrjahreshoch hat konkrete Auswirkungen auf die Konditionen zahlreicher Kapitalschutzzertifikate. Höhere Renditen führen nämlich zu sinkenden Kursen der bei deren Konstruktion verwendeten Nullkupon-Anleihen. Dadurch steht den Emittenten mehr Kapital für den Aufbau der Optionskomponente zur Verfügung. Und die ist für die Höhe der Teilhabe an steigenden Aktienkursen verantwortlich.
Konkret ist die Partizipationsrate des mit einer Rückzahlungsgarantie von 90 Prozent versehenen Muster-Zertifikats auf den Euro Stoxx 50 in den vergangenen sechs Wochen von 98,9 Prozent auf 101,4 Prozent gestiegen. Damit wäre ohne Berücksichtigung einer Vertriebsprovision erstmals seit Anfang des Jahres wieder eine volle Teilhabe an Kurssteigerungen darstellbar. Bei 2 Prozent Innenprovision sind es immerhin gut 90 Prozent. Noch positiver ist die Entwicklung des Muster-Garanten mit begrenzter Rückzahlung. Bei einer vierjährigen Laufzeit hat sich der Cap zuletzt von 138,8 Prozent auf 147,1 Prozent verschoben. Das ist der höchste Stand seit knapp zwei Jahren und würde eine annualisierte Renditechance von 10,1 Prozent bedeuten.
Bei den Teilschutz-Papieren haben sich die Konditionen im Vergleich zur Juni-Ausgabe leicht verbessert. Die Verzinsung des Muster-Express mit Fixkupon etwa ist von 5,1 Prozent auf 5,3 Prozent geklettert. So hoch lag der jährlich auszuzahlende Kupon zuletzt vor knapp drei Monaten. Mittelfristig ist die Verbesserung noch deutlicher. Vor einem Jahr waren hier nur Kupons von 4,4 Prozent machbar.