Von einem möglichen Sommerloch ist an den Börsen aktuell noch nichts zu spüren. Mit der anhaltenden KI-Euphorie, dem fulminanten Börsendebüt von SpaceX und diversen geopolitischen Ereignissen gibt es zahlreiche kursrelevante Nachrichten. Auffällig ist in diesem Umfeld die relative Stärke der europäischen Aktienmärkte in den vergangenen Wochen. Infolgedessen ist der Euro Stoxx 50 zu Wochenbeginn auch auf ein neues Allzeithoch bei knapp 6.300 Punkten geklettert.
Die von uns jede Woche neu abgefragten Benchmark-Konditionen für verschiedene klassische Zertifikate-Strukturen haben sich im Vergleich zum Vormonat tendenziell leicht verschlechtert. Die im Zuge steigender Aktienkurse typischerweise sinkende implizite Volatilität hat zum Beispiel dazu geführt, dass die durchschnittlichen Renditechancen bei einem zweijährigen Capped Bonuszertifikat auf den Euro Stoxx 50 von 8,4 Prozent im Mai auf 8,2 Prozent gesunken sind. Im März waren hier kurzzeitig bis zu 10 Prozent möglich. Trotz dieses Rückgangs sind die Konditionen aber immer noch deutlich attraktiver als zu Jahresbeginn, als der Mittelwert nur bei 6,9 Prozent lag. Dasselbe Bild zeigt sich auch bei unseren Express-Strukturen und den beiden Aktienanleihen auf das europäische Kursbarometer.
Im Segment der Kapitalschutzprodukte sind die gesunkenen Zinsen der Grund für die diesmal wieder etwas schwächeren Konditionen. Zwar hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen gerade erhöht, an den Kapitalmärkten war die Bewegung aber gegenläufig. Nachdem die Umlaufrendite deutscher Anleihen Mitte Mai noch auf 3,13 Prozent gestiegen war, liegt sie aktuell nur noch bei 2,94 Prozent. Dafür hält sich der Abschlag bei den Partizipationschancen sogar noch in Grenzen. Für den vierjährigen Muster-Garanten mit vollem Kapitalschutz ist die Teilhabe an steigenden Aktienkursen im Monatsvergleich nur ganz leicht von 78,1 auf 77,4 Prozent gefallen.