Die Aktien der deutschen Autobauer haben unter den zunehmenden Sorgen vor einem neuen Zollkonflikt mit den USA stark gelitten. Mutigen Investoren bieten sich dadurch jetzt womöglich vielversprechende Anlagemöglichkeiten.
Viele Analysten haben die aktuellen Zoll-Drohungen von Donald Trump umgehend zur Reduzierung ihrer Gewinnschätzungen für die Autohersteller genutzt. „Das diskutierte Ausmaß würde die Margen der europäischen Erstausrüster erheblich belasten“, heißt es zum Beispiel bei den Strategen von Barclays. Der europäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts ist in diesem Umfeld gestern auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober gefallen. Die Aktie von Porsche hat innerhalb einer Woche fast 20 Prozent verloren.
Bei dem führenden Hersteller von exklusiven Sportwagen kommen fundamentale Probleme hinzu. Jüngste Aussagen deuten auf einen Rückgang der Volumina im Großhandel hin, die Nachfrage aus Choina ebbt spürbar ab und auch die Dynamik im Bereich der Elektrofahrzeuge lässt zu wünschen übrig. Ob die an Einkommensgrenzen gebundene Einführung der gerade beschlossenen Elektro-Prämie daran gerade bei Porsche etwas ändern wird, ist fraglich. Von besonderer Bedeutung für die Stimmung an der Börse wird deshalb die strategische Neuausrichtung des seit Jahresbeginn amtierenden Firmenchef Michael Leiters sein.
Die Porsche-Aktie hat nach ihrem gelungenen Börsenstart im Herbst 2022 (anfangs ging es deutlich nach oben) allerdings auch schon massiv an Wert eingebüßt. Von dem im Frühjahr 2023 markierten Hoch bei gut 120 Euro ging es innerhalb von zwei Jahren bis auf unter 40 Euro bergab. Ein Minus von rund 67 Prozent. Seit dem ersten „Zoll-Schock“ im April des vergangenen Jahres bewegt sich die Aktie in einer Seitwärtsrange zwischen ca. 40 und 50 Euro. Aktuell ist sie wieder am unteren Rand dieses Korridors angekommen. Bislang konnte ein Durchrutschen nach unten verhindert werden.
Die Bewertung der Aktie hat sich bei einzelnen Kennzahlen (nicht dem KGV) recht deutlich verringert. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) etwa ist von 5,0 zum Börsenstart auf aktuell nur noch 1,5 gesunken. Im Gegenzug ist die Dividendenrendite von 0,9 Prozent auf 5,7 Prozent explodiert. Analysten halten eine signifikante Erholung trotzdem nur dann für möglich, wenn Porsche seine Gewinnmargen wieder nachhaltig steigern kann.
Für Anleger würde aber auch eine Stabilisierung (unter dem Strich) auf dem aktuellen Niveau ausreichen, um mit passenden Zertifikaten eine attraktive Rendite zu generieren. Der von uns heute ausgewählte Discounter von HSBC hat dabei eine bewusst recht lange Laufzeit von fast zwei Jahren. Sollte die Aktie (aktueller Kurs: 41,43 Euro) am Bewertungstag im Dezember 2027 auf oder über 40 Euro notieren, erzielen Anleger mit dem Zertifikat einen Ertrag von fast 24 Prozent. Das würde einer p.a.-Rendite von 12,4 Prozent entsprechen, ohne dass die Aktie dafür auch nur einen Cent an Wert gewinnen muss. Schließt Porsche am Ende unter dem Cap, wird die Aktie ins Depot gebucht, wobei die Buchverluste durch den hohen Discount dann deutlich geringer ausfallen als bei dem Basiswert selbst (HT9WYM).