Der Euro Stoxx 50 ist in der abgelaufenen Woche auf ein neues Rekordhoch bei 6.577 Punkten geklettert. Die ganz große Euphorie will an den Aktienmärkten aber trotzdem nicht aufkommen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass der Index seit fast zwei Wochen regelmäßig einen Großteil der im Tagesverlauf erzielten Gewinne bis zum Handelsschluss wieder abgeben muss. Großer Verkaufsdruck herrscht zwar nicht, aber den Käufern scheint aktuell die richtige Überzeugung zu fehlen, um die Jahresgewinne deutlich auszubauen.
Ein Grund dafür könnte die Saisonalität sein. Schließlich befinden wir uns mitten in einer für die Börsen historisch oftmals ungemütlichen Jahreszeit. Im August und September kam es in den vergangenen Jahrzehnten überdurchschnittlich oft zu Kursrückgängen. Für die Konditionen vieler strukturierter Produkte wäre der damit typischerweise verbundene Anstieg der impliziten Volatilität ein Segen. Die ganz großen Vola-Ausreißer nach oben gab es zuletzt allerdings eher im Frühjahr als im Herbst.
Das zeigt sich auch in der hier dargestellten Entwicklung der durchschnittlichen Kupons für eine klassische Aktienanleihe auf den Euro Stoxx 50 mit einer Basis bei 80 Prozent. Zu deutlichen Verbesserungen kam es sowohl 2025 als auch in diesem Jahr jeweils im Zeitraum zwischen Februar und April. Vor exakt einem Jahr begann zwar der Anstieg, allerdings von einem deutlich niedrigeren Niveau aus als heute. Nach einem kurzen Hoch bei über 6 Prozent liegen wir hier aktuell bei 4,8 Prozent. Im Sommer 2025 waren es nur 3,5 Prozent.
Deutlich stetiger verlief in diesem Zeitraum der Anstieg der Renditechancen des Kapitalschutzprodukts mit begrenzter Teilhabe. Durch die relativ stark gestiegenen Zinsen kann der Cap im Mittelwert mittlerweile bei gut 149 Prozent platziert werden. Das entspricht ungefähr dem Stand von vor zwei Jahren. Im vergangenen Sommer lag der Cap nur bei 132 Prozent.