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17.07.26, 10:50

Chipaktien unter Druck, Trump auch

TSMC löst Chipaktien-Selloff aus


Gestern legte der taiwanesische Chip-Auftragsfertiger TSMC seine Zahlen vor. TSMC hat im zweiten Quartal einen Gewinnsprung um 77 % auf umgerechnet 19,2 Mrd. Euro, knapp 2 Mrd. Euro mehr als erwartet. Der Konzern kündigte zudem an, mittelfristig weitere 100 Mrd. US-Dollar in den USA zu investieren. Zugleich hob TSMC das Ziel für die Investitionsausgaben 2026 um bis zu 14 % an. Begründet wurde der Optimismus mit einer anhaltend robusten Nachfrage im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. "Unsere Kunden, vor allem Cloud-Service-Anbieter, senden uns weiterhin sehr starke Signale und vermitteln einen positiven Ausblick", so TSCM-Chef Wei. Dennoch nahmen die Akteure die Zahlenvorlage zum Anlass, Chipwerte auf Talfahrt zu schicken. Der Philadelphia-Halbleiterindex gab um 4,3 % nach - ein klarer Fall von "Sell-on-good-news". In der bisherigen Handelswoche gaben u.a. bereits ASML und IBM Aufschluss über den KI-Investitionszyklus: Der niederländische Hersteller von Halbleitermaschinen ASML zeichnete als wichtiger Lieferant von TSMC ein ähnlich positives Bild: Negativ fiel jedoch der Quartalsbericht des Tech-Urgesteins IBM auf. IBM zeigte, dass Ausgaben für Künstliche Intelligenz auf der Ebene der Unternehmen nicht nur zusätzliches Budget freisetzen, sondern teilweise andere IT-Ausgaben verdrängen. Das ist relevant für Software-, IT-Services- und Consulting-Aktien, deren Budgets zugunsten KI gekürzt werden. Dies hatten die Aktienmärkte bereits zu Jahresbeginn stärker eingepreist, als das Kürzel "HALO" die Runde machte: "High Assets, Low Obsolescence" - dabei wurden Software-Titel abverkauft, deren Geschäftsmodelle durch KI obsolet werden könnten. Die Schwäche der Chip-Aktien drückte die Nasdaq um 1,5 % nach unten, der S&P 500 gab um 0,5 % nach. Auch an den technologielastigen asiatischen Börsenplätzen (Korea, Taiwan, Japan) gaben die Kurse kräftig nach.

Trump schürt Zweifel an den Wahlen


Wenn alles nach Plan läuft, übernimmt am kommenden Freitag Andy Burnham den Vorsitz der britischen Labour-Partei sowie am Montag darauf das Amt des Premierministers. Am gestrigen Mittwoch berichtete u. a. die Financial Times, dass Innenministerin Shabana Mahmood Schatzkanzlerin werden soll - und nicht Ed Miliband, der lange als Favorit galt. Burnhams Team dementiert eine finale Entscheidung, doch am Markt kam die noch unbestätigte Personalie dennoch gut an: Die 10-jährige Gilt-Rendite gab entgegen dem europäischen Trend gestern bis Marktschluss um fast vier Basispunkte auf 4,68 % nach, während das Pfund deutlich zulegte. Mahmood gilt als pragmatisch und dürfte die Sorgen unter Investoren vor einer ausufernden Fiskalpolitik vorerst zerstreuen können. Die Probleme Großbritanniens sind dadurch aber noch nicht gelöst. Glaubwürdige Pläne zur Senkung der Staatsschulden müssen erst noch vorgelegt werden. Und wie Burnhams Versprechungen zur Ankurbelung des Wohnbaus und Entlastung bei den Lebenshaltungskosten finanziert werden sollen, bleibt vorerst weiter im Unklaren.

Außerdem: Geopolitik im Fokus

Als Dauerthema bleibt der Iran-Krieg im Fokus der Anleger. Die US-Angriffe laufen nach dem Ende des Waffenstillstands nun die sechste Nacht in Folge. Iranischen Medienberichten zufolge hat das US-Militär zwei Brücken sowie einen Flughafen angegriffen. Iran wiederum griff Ziele in Bahrain und Katar an und drohte damit, die Meerenge Bab el Mandab im Roten Meer durch die Houthi-Rebellen sperren zu lassen, sollten die USA kritische Energie-Infrastruktur angreifen. Die Ölmärkte bleiben trotz der neuerlichen Eskalation erstaunlich gelassen - die Akteure setzen offenbar darauf, dass die Straße von Hormus bald wieder geöffnet werden kann. Daneben richtet sich der Blick zu Wochenschluss heute Nachmittag auf die Veröffentlichung der Daten zum Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.


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