Die großen amerikanischen Aktienindizes sind dank der anhaltenden KI-Euphorie auf neue Rekordmarken gestiegen. In Europa sind die Märkte davon noch ein gutes Stück entfernt. Der Euro Stoxx 50 konnte die im März nach dem Kriegsausbruch im Iran entstandenen Verluste zwar größtenteils wettmachen. Für den Sprung auf neue Höchststände fehlte zuletzt aber die Dynamik. Große Bewegungen blieben auch bei den Konditionen der meisten strukturierten Produkte aus. Hauptgrund war die auf Monatssicht kaum veränderte implizite Volatilität. Der Fixkupon des gleichnamigen Muster-Express verharrt im Mittelwert bei 5,2 Prozent. Das liegt unter dem im März erreichten Jahreshoch von 5,6 Prozent, aber noch deutlich über den 4,6 Prozent, die Ende des vergangenen Jahres ermittelt wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den beiden Aktienanleihen und den Bonuszertifikaten.
Im Segment der Kapitalschutzprodukte stellt sich die Lage etwas anders dar. Gestiegene Marktzinsen haben das Umfeld in den vergangenen Wochen weiter verbessert. Die Umlaufrendite, die einen Querschnitt der am heimischen Markt gehandelten Anleihen abbildet, ist gerade auf 3,13 Prozent geklettert. Das ist der höchste Stand seit rund 15 Jahren. Steigende Zinsen sind für Garantieprodukte vorteilhaft: Der Preis der bei der Konstruktion verwendeten Nullkupon-Anleihen sinkt, sodass mehr Kapital für den Aufbau der Optionskomponente übrigbleibt.
Beim Muster-Garanten mit einer Beteiligungsobergrenze liegt der Cap aktuell im Durchschnitt bei 139 Prozent nach 135,6 Prozent im April. Ein solches Niveau wurde weder im laufenden Jahr noch im gesamten Jahr 2025 erreicht. Von den 2023 übermittelten Werten im Bereich um 165 Prozent sind wir aber immer noch recht weit entfernt. Das dürfte vor allem der impliziten Volatilität zu verdanken sein. Die lag damals auf Rekordtief, wodurch die Optionskomponente sehr günstig war.