Mit dem Ausbruch des Kriegs gegen den Iran und dem damit verbundenen Anstieg der Energiepreise ist die Unsicherheit an die Börsen zurückgekehrt. Besonders deutlich zeigt sich das an den Volatilitätsindizes, die aus diesem Grund auch als „Angstbarometer“ bezeichnet werden. Der VStoxx ist in den vergangenen drei Wochen von 18 auf 30 gestiegen. Auch die meist trägeren Vola-Futures mit längeren Laufzeiten legten vergleichsweise stark zu. In den vergangenen drei Jahren lagen die Kurse hier nur zweimal kurz über dem aktuellen Niveau.
Mit steigenden Schwankungserwartungen verbessern sich tendenziell die Konditionen vieler strukturierter Produkte. Das zeigt sich auch in den wöchentlichen Preisindikationen mehrerer Emittenten für ausgewählte Produktstrukturen. Bei Aktienanleihen und Expresszertifikaten liegen die durchschnittlichen Renditechancen wieder auf dem Niveau des „Zoll-Crashs“ vom April 2025. Im Segment der Bonuszertifikate wurde dieses Niveau sogar schon überschritten. Vergleichbar hohe Werte hatten wir hier zuletzt Ende 2023. Für ein Capped Bonuszertifikat auf den Euro Stoxx 50 mit zwei Jahren Laufzeit und einem Risikopuffer von 30 Prozent ergibt sich aktuell als Mittelwert zum Beispiel eine Bonusrendite von 9,1 Prozent vor Provision. Kurz vor dem Iran-Krieg waren es gerade mal 7,4 Prozent.
Bei Garantieprodukten hat der deutliche Anstieg der Kapitalmarktzinsen bislang nur eingeschränkt zu besseren Konditionen geführt. Das ist durchaus ungewöhnlich. Obwohl die Umlaufrendite als Querschnitt der am heimischen Markt gehandelten Anleihen seit Anfang März von 2,60 Prozent auf aktuell fast 2,90 Prozent geklettert ist, zeigen sich bei den Partizipationsraten der Kapitalschutzzertifikate lediglich moderate Verbesserungen. Die Gewinngrenze bei dem Mustergaranten mit 100 Prozent Teilhabe an steigenden Kursen des Euro Stoxx 50 liegt nach vier Jahren aktuell im Schnitt bei gut 34 Prozent (7,6% p.a.).