Kriege, Krisen, Kurssprünge – an Ereignissen, die die Märkte in Atem halten, fehlt es derzeit nicht. In diesem Umfeld hat sich die Stimmung in den Wertpapier-Vertrieben gegenüber dem Vorquartal leicht verschlechtert. Der Indikator, der die Einschätzungen der Berater in Banken und Sparkassen misst, ist von 68,2 auf 65,7 Punkte gesunken. Trotzdem signalisiert der Wert eine weiterhin sehr positive Einschätzung. Zum Vergleich: Vor einem Jahr notierte der Indikator bei 62,5 Punkten, das Fünf-Jahres-Tief liegt bei 43,8 (Aug. 2022). Und die Zertifikateemittenten schätzen die Situation noch einmal deutlich positiver ein. Ihr Index steht so hoch wie seit einem Jahr nicht mehr (69,4).
Öl-Investments wieder unter Top-10
Die Sorgen um Frieden und Wirtschaft in der Welt spiegeln sich auch in den gefragtesten Anlagethemen wider. Gold und Silber gelten als Zuflucht in Krisen und bleiben trotz der gestiegenen Preise und jüngsten Rücksetzer mit Abstand an erster Stelle im Kundeninteresse. 85 Prozent der Berater sehen die Edelmetall-Nachfrage intakt (Q4/25: 81 Prozent). Auch das Interesse an Rüstungsaktien hat noch einmal zugenommen (64,7 Prozent). Darüber hinaus zählen Öl-Investments erstmals seit sechs Jahren wieder zu den Top-10. Und auch bei der weiter gefassten Frage nach den Anlagen mit den besten Vertriebsaussichten führen Gold und Silber das Ranking an. Dahinter folgen die verschiedenen Möglichkeiten, mit Sicherung oder Diversifikation in Aktien zu investieren (Aktien-Zertifikate, aktiv gemanagte Aktienfonds, Aktien-ETFs). Abgerutscht sind indes Offene Immobilienfonds, wo wieder Rücknahme-Stopps für Verärgerung sorgen.
Das DZB Plenum basiert auf einer Umfrage unter Anlageberatern, Vermögensverwaltern und Zertifikateanbietern in der Zeit von 3. bis 9. März. Die 150 Berater, die aktuell beteiligt waren, teilen sich folgendermaßen auf die Institutsgruppen auf: 45 Prozent Sparkassen, 30 Prozent Genossenschaftssektor, 10 Prozent Privatbanken. Die übrigen arbeiten bei Vermögensverwaltern und freien Vertrieben.