Neues Jahr, alte Favoriten? Die ersten Tage in 2026 deuten an den Aktienmärkten ein Stück weit darauf hin. Doch neben KI- und Rüstungsaktien gibt es auch noch andere spannende Unternehmen an den Börsen. Eines davon kommt aus dem fränkischen Neckarsulm.
Ein großes Thema an den Börsen könnte in diesem Jahr der mögliche Aufschwung der deutschen Wirtschaft werden. Als potenzieller Auslöser gilt das geplante milliardenschwere Investitionsprogramm der Bundesregierung in Infrastruktur und Digitalisierung. Schon bei der Ankündigung im vergangenen Jahr wurden medienseitig schnell die in Frage kommenden Hauptprofiteure auserkoren. Dazu gehörte auch das im Dax gelistete Systemhaus Bechtle, das als Marktführer bei deutschen IT-Dienstleistungen gilt und rund 60 Prozent seiner Umsätze i, Inland erwirtschaftet. Spannend ist zudem, dass das Geschäft mit dem öffentlichen Sektor rund 40 Prozent des Umsatzes ausmacht. In diesem Bereich herrscht dringender Handlungsbedarf, vor allem, was die Digitalisierung angeht.
Im Zahlenwerk von Bechtle war davon bislang noch wenig zu sehen. Die Investitionszurückhaltung der verunsicherten deutschen Mittelstandskunden bremste die erste Euphorie schnell aus. Die Q3-Zahlen Mitte November fielen zwar recht erfreulich aus, was aber vor allem am einem starken Wachstum des internationalen Geschäfts lag. Ebenfalls positiv waren die Ergebnisentwicklung und der deutlich gestiegene Auftragseingang. Der Firmenchef sprach von einem „klaren positiven Trend“, weshalb auch die mit Blick auf die 9-Monats-Zahlen durchaus ambitionierten Jahresziele bestätigt wurden. Ende November meldete Bechtle dann den Abschluss zweier Rahmenverträge mit der zentralen öffentlichen Beschaffungsstelle für kommunale IT-Dienstleister im Wert von bis zu 501 Mio. Euro.
Die Aktie von Bechtle hat sich im Anschluss positiv entwickelt. Mit dem horizontalen Widerstand bei rund 42 Euro und dem langfristigen Abwärtstrend konnten wichtige charttechnische Hürden überschritten werden. Die Bewertung liegt auf Basis der 12-Month-Forward-Schätzungen in etwa auf dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen zehn Jahre. Sollten die Gewinne in den kommenden Jahren wie erwartet deutlich steigen, würde das über die Zeitschiene aber wieder etwas Potenzial bei den Multiples ermöglichen.
Das Gesamtbild offeriert aus unserer Sicht eine realistische Chance, dass die Aktie auf Sicht von gut einem Jahr unter dem Strich zumindest keine großen Rücksetzer erleiden wird. Deshalb stellen wir als erste Marktidee 2026 einen Discounter auf Bechtle mit einem leicht defensiven Cap und einer Laufzeit bis Ende des Jahres vor. Sollte Bechtle am 18. Dezember mindestens bei 42 Euro schließen, wird zum Weihnachtsfest der Höchstbetrag ausgezahlt. Auch ohne einen Anstieg der Aktie würde das einen attraktiven Wertzuwachs von 12,1 Prozent bedeuten. Mehr ist durch den Cap zwar nicht möglich, dafür werden Verluste der Aktie zum Teil aber abgefedert. Bei einem Kursrückgang von 20 Prozent zum Beispiel verlieren Anleger mit dem Discounter nur 7 Prozent an Wert (PJ3XY8).