22.10.18, 14:49

DZB Risikomonitor: Warnschuss für Italien

Moody’s stuft Italien ab, bei S&P steht Überprüfung noch an - Zertifikateemittenten mit höchsten CDS derzeit alle aus Deutschland - Von Analysten kommt trotzdem Lob für deutsches Bankensystem

Moody’s hat als erste Ratingagentur auf die Schuldenpläne der Regierung in Rom reagiert und Italien am vergangenen Freitag abgestuft. Das Land wird jetzt nur noch mit Baa3 bewertet. Das ist die letzte Stufe im Investment Grade. In den kommenden Tagen wird dann auch S&P seine Bewertung überprüfen. Beim aktuellen Rating von BBB sind derzeit auch hier noch zwei Stufen Luft bis zum „Ramsch“-Niveau. Der Ausblick steht aber auf „stabil“, sodass aktuell nicht mit einem Downgrade gerechnet wird. Fitch hatte den Ausblick für Italien bereits im August auf negativ gesenkt (Rating ebenfalls BBB).

Auch am Credit-Markt hat sich die Alarmbereitschaft gegenüber italienischen Schuldnern erhöht. Die Italo-Banken sind am deutschen Zertifikatemarkt allerdings nicht unmittelbar tätig. Und so kommen in dieser Riege die schwächsten fünf Institute gemessen an den CDS derzeit aus Deutschland: HSH, Deutsche Bank, IKB, Commerzbank und NordLB. Dabei hebt Moody’s sogar positive Entwicklungen beim deutschen Bankensystem hervor und bestätigt den „stabilen“ Ausblick. Die starke Kapitalisierung und die hohe Kreditqualität würden einen Puffer für den gewachsenen Profitabilitätsdruck abgeben, so die Begründung. Selbst bei der Schiffsfinanzierung gebe es Fortschritte. Die betroffenen deutschen Banken hätten die Risiken hier gesenkt. Positive Nachrichten kommen auch aus Frankreich: S&P hat dort Natixis und Crédit Agricole hochgestuft.

 

Unsere Übersicht zu aktuellen Ratings und Credit Spreads der Zertifikate-Emittenten finden Sie auch hier.

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