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01.02.19, 10:37

USD bleibt sicherer Hafen

EUR-USD: EUR-USD konnte gestern seine Gewinne der Fed-Sitzung nicht halten und fiel wieder zurück unter die 1,1450-Marke. Das war aber weniger neuem Optimismus hinsichtlich des Fed-Ausblicks geschuldet, sondern vielmehr einem leichten Anstieg in der Risikoaversion sowie einem schwächeren Euro. Letzterer gab in erster Linie nach, nachdem Bundesbankpräsident Jens Weidmann vor einer anhaltenden Schwäche der deutschen Wirtschaft warnte. Und die Risikostimmung bleibt im Rahmen des anhaltenden US-China-Handelskonflikts allgemein fragil. Zumal die letzte Verhandlungsrunde keine konkreten Fortschritte in den wichtigen Streitpunkten gebracht zu haben scheint (siehe unten). Beide Seiten zeigen zwar weiterhin ihren guten Willen. Es bleibt allerdings zu bezweifeln, dass dies für einen „Deal“ reicht, solange nicht konkrete Eingeständnisse, insbesondere auf Seiten Chinas, gemacht werden. Und die Wahrscheinlichkeit hierfür erscheint momentan recht gering. Das heißt jedoch nicht, dass es nicht am Ende doch noch zu einer Einigung kommen kann – rein aus der Laune heraus. Wer kann das bei den involvierten „Dealmakern“ schon ausschließen? Dennoch: vorerst dürfte das Risikoumfeld eher schwierig bleiben.

Die gestrige Episode hat aber vor allem eines gezeigt: Der Dollar bleibt in einem solchen Umfeld als sicherer Hafen gefragt. Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wirklich gerechtfertigt erscheint dies nicht. Schließlich hat die jüngste Fed-Sitzung doch gerade gezeigt, dass die US-Geldpolitik noch signifikanten Manövrierraum hat. Sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten und es zu einem ausgeprägten wirtschaftlichen Abschwung kommen, kann die Fed noch weitaus taubenhafter werden, als sie es am Mittwoch demonstriert hat. Aber gut, alte Gewohnheiten sind schwierig abzulegen, was dafür spricht, dass der Dollar vorerst noch von seinem Status als sicherer Hafen profitieren kann.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

Aber selbst für den Fall, dass es wirtschaftlich nicht so schlimm kommt, sehen wir eher Abwärtsrisiken für den Dollar. Denn nach der letzten Fed-Sitzung sollte ebenso klar sein, dass die US-Geldpolitik am Ende des Normalisierungsprozesses angekommen ist. So hatte Fed-Chair Jerome Powell signalisiert, dass weitere Zinserhöhungen nun in erster Linie von der Inflationsentwicklung abhängen würden. Da die Teuerung allerdings keinerlei Anstalten macht, deutlich nach oben auszubrechen (siehe Abb. 1), dürfte keine signifikante Straffung mehr zu erwarten sein. Der positive Effekt der höheren Zinsen für den US-Dollar sollte somit auslaufen. Und da die Inflation nun im Fokus steht, sollte auch ein überraschend starker USArbeitsmarktbericht – angesichts eines schwachen Zusammenhangs mit den Verbraucherpreisen – heute eigentlich keine deutliche Reaktion in den Dollar-Wechselkursen auslösen. Aber auch hier dürfte gelten: Alte Gewohnheiten sind schwer abzulegen.

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