Energie: Die Ölpreise stehen nach der Bekanntgabe deutlich gestiegener US-Ölvorräte durch das API unter Druck. Brent fällt auf 60,5 USD je Barrel, WTI auf gut 52 USD. Die Zuspitzung in Venezuela lässt die Preise vorerst kalt. Gestern hat sich der Präsident der Nationalversammlung, Guaido, zum Interimspräsidenten erklärt und Neuwahlen gefordert. US-Präsident Trump erkannte Guaido umgehend als Staatsoberhaupt an und bezeichnete den amtierenden Staatschef Maduro als „nicht legitimiert“. Andere Länder wie Kanada, Brasilien und Kolumbien schlossen sich diesem Schritt an. Die USA drohen außerdem Sanktionen gegen die Ölexporte Venezuelas an, sollte Maduro mit Gewalt gegen die Demonstrationen vorgehen. Kurzfristig dürften die Ölpreise davon profitieren, da die USA zuletzt ca. 350 Tsd. Barrel Rohöl aus Venezuela importierten. Die Raffinerien an der US-Golfküste benötigen das schwere schwefelhaltige Öl aus Venezuela für die Verarbeitung. Von daher dürften die Preise für diese Ölsorten steigen. Ein Ende des Maduro-Regimes würde den Weg ebnen für dringend notwendige Investitionen im venezolanischen Ölsektor. Aufgrund der schweren Wirtschaftskrise und der US-Sanktionen ist die Ölproduktion in Venezuela auf den tiefsten Stand seit mehreren Jahrzehnten von nur noch 1,2 Mio. Barrel pro Tag gefallen. Venezuela verfügt laut BP Statistical Review mit mehr als 300 Mrd. Barrel über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt. Welche Auswirkung eine Öffnung für Investitionen haben kann, zeigt der Irak. Dort hat sich die Ölproduktion innerhalb der letzten zehn Jahre auf 4,5 Mio. Barrel pro Tag verdoppelt. Mittel- bis langfristig wäre ein Regimewechsel in Venezuela daher ölpreisdämpfend.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CJ3H9A | Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CJ3H9H | Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CJ3D4S | Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CJ3D5A | Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Im Vorfeld der heutigen EZB-Sitzung handelt Gold nahezu unverändert um 1.280 USD je Feinunze. Da EZB-Präsident Draghi auf der Pressekonferenz nichts Neues berichten dürfte, sollten von der Sitzung kaum Auswirkungen auf den EUR-USD-Wechselkurs und damit auch den Goldpreis ausgehen.
Platin notiert weiter unter 800 USD je Feinunze, obwohl sich die ETF-Zuflüsse fortsetzen. Seit Anfang letzter Woche wurden die Bestände kontinuierlich aufgestockt, und zwar um insgesamt knapp 146 Tsd. Unzen. Offenbar haben einige Investoren Platin noch nicht aufgegeben und sehen in Preisen unter 800 USD attraktive Kaufgelegenheiten. Neue Risiken stehen aber quasi schon vor der Tür: In den USA wird im Februar eine Untersuchung abgeschlossen, ob die Importe von Autos die nationale Sicherheit gefährden. Sollte dies von der US-Administration so festgestellt werden, drohen Zölle auf die Einfuhren von Autos und Autoteilen, vor allem aus der EU. Der Generaldirektor für den Handel in der Europäischen Kommission hat gestern bekräftigt, dass die EU im Falle von US-Zöllen bereit sei, ihrerseits Zölle auf US-Güter im Umfang von 20 Mrd. EUR einzuführen. Seit Juli herrscht zwischen den USA und der EU ein Waffenstillstand und beide Seiten arbeiten auf einen Abbau der Zölle und Handelsbarrieren hin. Sollte die Situation aber eskalieren, würde dies wohl die Autoindustrie empfindlich treffen. In diesem Fall dürfte auch die Nachfrage nach Platin und Palladium beeinträchtigt sein.
Industriemetalle: Die LME-Zinnvorräte sind gestern erstmals seit fast 30 Jahren unter die Marke von 1.000 Tonnen gerutscht. Die Reichweite der LME-Lagerbestände in Relation zum weltweiten Verbrauch beträgt damit nur noch einen Tag. Weiteres Material ist zur Auslieferung aus den Lagerhäusern angefordert, so dass sich der Lagerabbau zunächst fortsetzen dürfte. Seit Mitte Dezember sind die LME-Zinnvorräte um zwei Drittel bzw. rund 2.000 Tonnen gefallen. Der Lagerabbau erfolgte dabei fast ausschließlich in den LME-Lagerhäusern in Malaysia. Da auch an der SHFE in Shanghai die Bestände reduziert wurden (wenn auch moderat), spricht dies für eine erhöhte reale Nachfrage. Händler und Verbraucher greifen offenbar vermehrt auf Lagerbestände zurück, da das Angebot aus Indonesien, dem weltweit größten Zinnexporteur, derzeit eingeschränkt ist. Indonesien hat Daten des Handelsministeriums zufolge im letzten Jahr 75,7 Tsd. Tonnen Zinn exportiert, gut 3% weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist den niedrigen Ausfuhren im vierten Quartal geschuldet, da es seit Mitte Oktober im Zuge von Unregelmäßigkeiten Handelsbeschränkungen gibt (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 9. Januar). Der Verband der indonesischen Zinnexporteure geht davon aus, dass Indonesien in diesem Jahr noch weniger Zinn ausführen wird. Der Zinnpreis hat diese Entwicklung mit dem Anstieg auf ein 7-Monatshoch Mitte letzter Woche offenbar schon vorweggenommen. Mit 20.700 USD je Tonne notiert er heute Morgen nur leicht unter diesem Hoch.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CJ3D7J | Long | Kupfer-Future | Faktor: 5 |
| CJ3D7R | Short | Kupfer-Future | Faktor: -5 |
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