USD: Der US-Dollar kam gestern aufgrund der allgemeinen Risk-On Stimmung am Markt nach dem G20-Gipfel auf breiter Basis unter Druck. Allerdings dürfte die Euphorie langsam abflachen, nicht zuletzt, da der Zollstreit zwischen den USA und China vorerst lediglich auf Eis gelegt ist. Und angesichts der noch immer bestehenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Regierungen, ist es sicherlich nicht abwegig, dass in den nächsten drei Monaten Ängste vor einer weiteren Eskalation schnell wieder aufflammen könnten.
Obwohl das Risikoumfeld fragil bleibt, wovon der Dollar in der Regel aufgrund seines Status als sicherer Hafen profitiert, spricht aktuell jedoch wenig für eine starke Erholung der US-Währung. Das liegt vor allem an den zuletzt eher taubenhaften Tönen, die aus den Reihen des FOMC zu hören sind. Insbesondere Vize-Fed Chair Richard Clarida, dessen Stimme aufgrund seines akademischen Hintergrunds ein zusätzliches Gewicht in Sachen geldpolitischer Ausrichtung der Fed verliehen wird, scheint sehr bemüht, den Markt auf ein langsames Auslaufen des Zinserhöhungszyklus vorzubereiten. So sinnierte er gestern in einem Interview beispielsweise darüber, dass die Arbeit der Notenbanken mittlerweile mehr darin liege, Disinflation zu verhindern anstatt ein Überschießen der Inflation. Clarida vermittelte damit den Eindruck, dass die US-Notenbank noch immer nicht wirklich zufrieden mit der Inflationsentwicklung ist. Das mag zunächst verwundern. Schließlich notiert die US-Teuerung seit geraumer Zeit nahe des 2%-Ziels, womit die Fed theoretisch ihr Mandat in vorbildlicher Weise erfüllt. Doch was Clarida meint, ist vielmehr die Tatsache – und darauf weisen auch wir an dieser Stelle immer wieder hin – dass der Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitsmarkt deutlich loser ist, als es vor einigen Jahren noch der Fall zu sein schien. Bis heute bleibt dies für viele ein Rätsel.
Claridas Äußerungen, aber auch die seiner Kollegen, die teilweise in die gleiche Kerbe schlagen, dürften die Zinserwartungen und damit eine Erholung des Dollars vorerst im Zaum halten, selbst wenn sich die Risikostimmung wieder deutlich eintrüben sollte. Denn insbesondere wenn wieder Sorgen vor einer Eskalation des Handelskonflikts aufkommen sollten, sollte klar sein, dass nicht nur die chinesische Notenbank in der Lage ist, ihre Wirtschaft mittels einer expansiven Geldpolitik zu stützen. Die US-Notenbank hat diesbezüglich aufgrund ihrer Zinserhöhungen in den letzten Jahren im Gegensatz zu vielen anderen Notenbanken ebenfalls einiges an Spielraum gewonnen.
AUD: Die australische Notenbank (Reserve Bank of Australia, RBA) hat ihren Leitzins wie erwartet unverändert bei 1,50% belassen. Bahnbrechende neue Informationen finden sich nicht in ihrem Statement. Entsprechend müde fällt die Reaktion der AUD-Wechselkurse aus. Denn bisher gibt die RBA keinerlei Hinweise darauf, wann sie damit beginnen könnte, ihre Zinsen zu normalisieren. Nun ist sie bekannt dafür, den Markt nicht zwingend auf einen Zinsschritt vorzubereiten. Da jedoch auch ihr Wachstums- und Inflationsausblick keinen Deut optimistischer klingt, ist nicht davon auszugehen, dass eine Zinserhöhung sehr bald ansteht. Wir rechnen aktuell für das späte Frühjahr 2019 mit einem ersten Schritt. Doch angesichts des zuletzt eher schwachen Inflationstrends könnte sich der Zeitpunkt eher weiter nach hinten verschieben. Ich sehe nur zunehmend ein Problem darin, dass der Zinserhöhungszyklus der Fed im kommenden Jahr zu Ende gehen wird, woraufhin wir eine Abwertung des US-Dollars erwarten. Fängt die RBA gleichzeitig an, ihre Zinsen zu erhöhen, riskiert sie eine recht scharfe Aufwertung ihrer Währung gegenüber der der USA. Ob sie gewillt ist, dieses Risiko einzugehen, wird davon abhängen, wie stark der Inflationsdruck zu diesem Zeitpunkt ist, bzw. wie viele „Claridas“ bei der RBA sitzen.
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