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30.11.18, 10:15

Ist die USD-Schwäche übertrieben?

USD: Der Markt hat auf die Äußerungen von Fed-Chair Jay Powell überreagiert, weshalb die US-Dollar-Schwäche ungerechtfertigt ist, ist aktuell von vielen Experten zu hören. Schließlich habe Powell im Grunde genommen keine neuen Informationen geliefert. Denn es ist allseits bekannt, dass das FOMC den neutralen Zins bei etwa 2,5-3,5% schätzt, und der aktuelle Leitzins von 2-2,25% damit ganz offensichtlich nicht mehr sehr weit weg von dieser Spanne ist. Abgesehen davon ist es nur nachvollziehbar und üblich, dass die Notenbank am Anfang als auch am Ende eines Zinserhöhungszyklus vorsichtiger und weitaus datenabhängiger vorgeht. Doch wenn all dies absehbar war, warum hat der Markt dann so stark auf Powell’s Äußerungen reagiert?

Meiner Meinung nach liegt die Erklärung darin, dass die Unsicherheit rund um die Vorge-hensweise der Fed in diesem Zyklus von Anfang höher als üblich war. Zum einen liegt das daran, dass sich die Inflationsdynamik verändert hat, und der schwache Preisdruck trotz extrem angespannter Lage am Arbeitsmarkt noch immer Fragen aufwirft. Mittlerweile ziehen zwar die Löhne, wie bei einer derart niedrigen Arbeitslosenquote zu erwarten wäre, zügiger an und die Inflation hat sich beim Notenbankziel von 2% stabilisiert. Doch wie die Inflationsentwicklung der letzten Jahre genau zu erklären ist, dürfte für viele bis heute nicht hinreichend klar sein. Und entsprechend unsicher, auch das haben die US-Notenbanker oft zugegeben, ist ihre Projektion für den neutralen Zins. Es kann sich sogar noch raus-stellen, dass sie mit ihrer Schätzung von etwa 3% vollkommen daneben liegen. Auch mit Blick auf die Wirtschaft besteht hohe Unsicherheit, was nicht zuletzt mit der teils undurchsichtigen politischen Agenda Washingtons zusammenhängt. Die Steuerreform zu Beginn des Jahres hat sich zwar eindeutig positiv auf das Wachstum ausgewirkt. Zwischenzeitlich kamen sogar Befürchtungen auf, dass die Wirtschaft aufgrund des zusätzlichen Impulses überhitzen könne und die Fed dazu gezwungen wäre, ihre Zinsen deutlich stärker anzuheben. Gleichzeitig ist noch immer unklar, wie weit die US-Regierung ihre protektionistische Handelspolitik noch treiben will und inwieweit sich dies zum Bremsfaktor für die Wirtschaft entwickeln wird, was den weiteren Zinserhöhungsspielraum der Fed wiederum begrenzen könnte.

Zusammengefasst: Im Nachhinein erscheint oft alles einleuchtend und so vorhersehbar. Und die Analysten, die richtig lagen und die Zinspause der Fed von Anfang an vorhergese-hen haben, werden sich auf die Schulter klopfen. Es sei ihnen gegönnt. Und tatsächlich fühlen auch wir uns in unserer USD-bearishen Sicht für das kommende Jahr nach Powells Rede bestärkt – wobei wir dennoch unsere EUR-USD-Prognose leicht nach unten revidiert haben, was aber in erster Linie auf eine Änderung unserer EZB-Sicht zurückzuführen ist (hierzu mehr in einem FX Hotspot, der später versendet wird). Doch dass der Markt überrascht auf Powells Äußerungen reagiert hat, das mag ich ihm nach den Erfahrungen der letzten Jahre nun wirklich nicht vorwerfen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

SEK: Die schwedische Krone bekam gestern infolge der überraschend schwachen BIP-Zahlen schwer einen auf die Mütze, was Sinn macht, da eine erste Zinserhöhung seitens der Riksbank im Dezember nach den Zahlen unwahrscheinlicher geworden ist. Doch für die weitere Entwicklung der schwedischen Krone ist letztlich nicht entscheidend, ob die Riksbank im Dezember, oder erst im Februar damit beginnt, ihre Zinsen zu erhöhen, sondern ob sie grundsätzlich an ihren Plänen einer Normalisierung festhält. Und hierfür ist entscheidend, wie die Notenbanker die jüngst schwächere Konjunkturentwicklung tatsächlich einschätzen. Noch ist Hopfen und Malz für die SEK nicht verloren.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V4C Long EUR/SEK Faktor: 5
CV0V4F Short EUR/SEK Faktor: -5

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