USD: Manchmal tendiert man dazu, nur das zu hören, was man auch hören möchte. So interpretierte der Markt die gestrigen Worte von Fed Chef Jerome Powell, die Zinsen lägen knapp unter der geschätzten Range, die neutral für die Wirtschaft sei (für die Fed übrigens um die 3%), dahingehend, dass die Fed schon bald ihren Zinserhöhungszyklus beenden wird. Aber was Powell außerdem sagte, dass die Zinsen [derzeit 2,00-2,25%] immer noch im historischen Vergleich niedrig seien und dass das FOMC mit anhaltend solidem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und einer Inflationsrate nahe 2% rechne, blendete der Markt gekonnt aus, so dass der Dollar an Boden verlor. Insbesondere seit den Aussagen von Fed Vize Clarida Mitte November, als der Markt zu fürchten begann, dass der Zinszyklus der Fed schneller auslaufen könnte, als zuvor gedacht, scheint der Markt jedes Wort von den Fed-Offiziellen auf die Goldwaage zu legen. Aber es ist doch einleuchtend, dass die Fed, wenn sich der Leitzins allmählich auf das neutrale Niveaus zubewegt, ihren Wortlaut langsam anpassen muss und ihre Entscheidungen datenabhängiger werden. Schließlich will sie weder riskieren, dass die Wirtschaft überhitzt, aber genauso wenig, dass die Expansion abgewürgt wird. Zumal, so Powell, die Auswirkungen der heutige Entscheidungen oft erst in einem Jahr sichtbar werden. Das bedeutet meines Erachtens, dass die Fed erst einmal an ihrem graduellen Zinszyklus festhält, der erst im Herbst 2019 auslaufen dürfte. Wobei 25 Bp. mehr oder weniger auch den Kohl nicht fett machen. Ich fürchte aber, dass der Markt heute Abend bei den FOMC Minutes zur Sitzung am 8. November mögliche Äußerungen der Tauben im FOMC, die sich eher vorsichtig äußern, was die konjunkturelle Entwicklung anbelangt, wieder so interpretieren wird, wie er es möchte – nämlich Dollar negativ. Aber wenn ein paar Mitglieder (im Text des Protokolls „a few“ or „a couple“) im FOMC gewisse Abwärtsrisiken für die Wirtschaft sehen, heißt das nicht, dass das gesamte FOMC stärker in Richtung Taubenlager lehnt. Zumal diese Wenigen durchaus Nicht-Wähler im FOMC sein können, also möglicherweise auf die Zinsentscheidungen überhaupt keinen Einfluss haben. Der Markt könnte also falsch liegen.
Außerdem möchte ich all denjenigen am Markt, die mittlerweile in den Taubenschlag umgezogen sind, noch einen Gedanken mitgeben: wenn US Präsident Trump wirklich vorhat, seine Warnung umzusetzen, dass jetzt doch ab nächster Woche 25%-ige Zölle auf Autos für alle Länder (außer Kanada und Mexiko) eingeführt werden, wie teilweise kolportiert wird, spräche dies für steigende Inflationsraten in den USA, weiter steigende Zinsen und einen steigenden Dollar – weitere Reizthemen für den US Präsidenten, auch wenn sie hausgemacht wären. Eigentlich hat Trump der EU und Japan zugesagt, dass erst einmal nichts in Sachen Autozölle passieren wird, solange Handelsgespräche geführt werden, die im Januar wieder aufgenommen werden sollen, aber man weiß bei ihm ja nie. Selbst wenn neue Zölle also nicht akut sind, sollten die Dollar- und Zinsbären am Markt das Thema nicht aus den Augen verlieren, denn es könnte bald wieder auf den Tisch kommen und übertriebene Sorgen vor einem schnellen Ende des Zinszyklus in den USA schlagartig zunichtemachen.
SEK: Ich liebäugele ja immer noch damit, dass die Riksbank schon im Dezember den Leitzins anheben sollte. Es fehlt neben Henry Ohlsson und Martin Flodén nur noch die Stimme von Notenbankchef Ingves (oder die von zwei weiteren Mitgliedern im Rat). Die BIP-Zahlen für das dritte Quartal, die heute veröffentlicht werden, sollten noch einmal untermauern, dass die Wirtschaft im hohen Norden brummt; so blieben die Stimmungsindikatoren im November auf sehr hohen Niveaus, obwohl sie teils ein wenig hinter den Erwartungen zurückblieben. Außerdem liegt die Inflationsrate mit 2,4% über dem Inflationsziel der Riksbank. Der Inflationstrend sieht ebenfalls noch ordentlich aus, wobei der Ölpreisverfall sicherlich allmählich seine Spuren hinterlassen wird. Also lieber jetzt als später, wäre meine Argumentation. Aber vielleicht schlägt doch im Rat noch die Angst durch, dass zum einen der Inflationstrend wieder drehen und zum anderen die EZB mit ihrem Normalisierungsprozess länger brauchen könnte, so dass erst im Februar die erste Zinserhöhung ansteht. Trotz all ihrer Vorsicht wird die Riksbank aber schneller als die EZB ihre Geldpolitik normalisieren, was wiederum für eine graduelle Aufwertung der SEK gegenüber dem Euro spricht.
AUD: Enttäuschende Investitionsentwicklung (Capex) in Australien hin oder her, das ist jetzt nicht das Thema für den AUD. Auch nicht die anstehende Zinssitzung der RBA nächste Woche, denn sie nicht in Eile, den Leitzins zu erhöhen, obwohl die Bedingungen dafür gegeben wären. Kurzfristig ist für den AUD ausschließlich das Ergebnis des Treffens zwischen US Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi wichtig. Gibt es einen Kompromiss und Entspannung, dürfte der AUD eine Erleichterungsrally sehen. Gehen die Staatschefs im Streit auseinander, wird der AUD nachgeben. Schließlich erhöhen sich damit die möglichen negativen Folgen für die australische Wirtschaft, da China der größte Handelspartner Australiens ist, und würde eine erste Zinserhöhung seitens der RBA in noch weitere Ferne rücken.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9LVD | Long | EUR/AUD | Faktor: 5 |
| CE9LVE | Short | EUR/AUD | Faktor: -5 |
| CV1YLZ | Long | AUD/USD | Faktor: 5 |
| CV1YM1 | Short | AUD/USD | Faktor: -5 |
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