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27.11.18, 10:53

TagesInfo Devisen: Die unschönen Dinge im Leben

EUR: Manche Dinge im Leben sind einfach unschön. Und genau das dürften die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) aus der Eurozone für EZB Chef Mario Draghi sein. Zugegebenermaßen liegen sie alle drei, für das Gewerbe, für die Dienstleistungen und der Gesamtindex, noch über der 50-Marke und signalisieren damit weiterhin Expansion. Aber seit Jahresanfang fallen sie und sollten ihren Sinkflug allmählich beenden. Geht die Tendenz nämlich Anfang 2019 weiter, könnten die Sorgen der EZB über die weitere Wirtschaftsentwicklung der Eurozone zunehmen. Addiert man hierzu den Effekt des fallenden Ölpreises – die nächste unschöne Geschichte für Draghi -, der dafür spricht, dass die Inflationsraten wieder sinken werden, verflüchtigen sich die Argumente für einen ersten Zinsschritt Ende 2019 schnell. Der Markt ist diesbezüglich schon deutlich skeptischer geworden. Draghi könnte sich dann bei seinem Abgang im Oktober 2019 möglicherweise nicht auf die Fahne schreiben, dass unter seiner Amtszeit die erste Zinserhöhung seit Ende 2011 erfolgte. Dem Euro würde mit weiter fallenden PMIs und Ölpreisen infolgedessen sein bislang bestes Argument entzogen: dass der Normalisierungsprozess im Jahr 2019 beginnen wird. Die EZB könnte je nach Datenlage in den ersten Monaten des neuen Jahres ihre Forward Guidance ändern. Einen Hinweis darauf gab Draghi kürzlich bereits selbst, auch wenn er wie gestern vor dem EU Parlament natürlich nach wie vor betont, dass eine leichte Wachstumsabschwächung am Ende des Expansionszyklus normal ist. Aber schließlich muss die EZB sich im Moment noch positiv äußern, da sie zum Jahresende die Anleihekäufe einstellen möchte bzw. muss. Erste vorsichtigere Kommentare seitens der EZB, sollten die Konjunkturdaten weiter enttäuschen, werden wir deshalb wohl erst im kommenden Jahr zu hören bekommen. Zum Wochenstart enttäuschte bereits der deutsche Ifo Index. Am Freitag werden die Inflationsdaten der Eurozone für November veröffentlicht. Die Kernrate dürfte nach Meinung unserer Volkswirte wieder auf 1,0% gefallen sein. Wieder zwei unschöne Dinge, die Zweifel am Normalisierungsprozess der EZB schüren. Entsprechend schwer wird es der Euro diese Woche haben, sich über 1,14 etablieren zu können. Hierfür fehlen ihm im Moment einfach die guten Argumente.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

JPY: Ich könnte fast das gleiche zum Yen schreiben wie letzte Woche zum Franken. Denn genauso wie dem Franken fehlt es dem Yen an Eigenleben. Notenbankchef Harihiku Kuroda sitzt das Problem der mangelnden Inflationsbeschleunigung mit Geduld aus. Die Inflationsrate ist zwar bis auf 1,4% gestiegen, dies liegt aber in erster Linie an den Energiepreisen, die zuletzt wieder stark gefallen sind. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel krebst seit Mitte 2016 unter der 0,5%-Marke und zeigt keine Anzeichen der Beschleunigung. Ein Zugeständnis an das heimische Bankensystem hat die BoJ zwar gemacht, indem sie seit Juli eine höhere Schwankungsbreite um ihr 10-jähriges Renditeziel zulässt (auf 0,2%), um den Margendruck der Banken etwas zu mildern. Das war unseres Erachtens ein erster vorsichtiger Schritt in Richtung Normalisierung. Seitdem hat sich aber nichts getan in Sachen Geldpolitik. Und entsprechend genauso wenig tut sich auch im Yen. Er bleibt Spielball externer Faktoren, wie der Risikostimmung in seiner Funktion als sicherer Hafen, oder der allgemeinen Dollarbewegung. Ich fürchte, das wird auch so bleiben, solange Kuroda nicht die Geduld verliert. Und das japanische Volk ist für seinen Langmut bekannt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE27Q0 Long EUR/JPY Faktor: 5
CE27Q1 Short EUR/JPY Faktor: -5

CAD: Die kanadischen Inflationsdaten vom Oktober verfestigen das Bild, dass die Bank of Canada (BoC) alsbald mit ihrem Zinszyklus fortfahren wird. Abgesehen davon, dass die Wirtschaft brummt und die Arbeitslosenquote nahe Vollbeschäftigungsniveau liegt, sind Inflation und Kerninflation komfortabel im Zielband von 1-3% der BoC. Der Inflationstrend ist ebenfalls positiv. Einer nächsten Zinserhöhung steht kaum etwas im Weg. Nach Juni und Oktober könnte es aber für den Dezember noch etwas früh sein. Zum einen wird die BoC den Ölpreis im Auge behalten. Zum anderen wird sie keine zu schnelle Aufwertung des kanadischen Dollar riskieren wollen, die auf den Inflationstrend drücken könnte, indem sie den Zinszyklus allzu forsch vorantreibt. Die BoC kann ohne Probleme bis zum ersten Quartal warten. Der Markt rechnet ebenfalls nicht mit einer Zinserhöhung nächste Woche. Warum sollte sich die BoC also das Leben schwerer machen, als es ist, indem sie schnell agiert, den Markt überrascht und damit dann genau das erreicht, was sie nicht möchte, nämlich einen zu schnell aufwertenden CAD? Grundsätzlich sollte der CAD in den kommenden Monaten aber gegenüber dem USD zulegen, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass der Zinszyklus der Fed 2019 auslaufen, sich die BoC dann aber noch im eigenen mittendrin befinden wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV1YW2 Long USD/CAD Faktor: 5
CV1YW4 Short USD/CAD Faktor: -5

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