Am deutschen Aktienmarkt hielt die Talfahrt auch am Dienstag an. Belastend wirkten eine schwache Wall Street, die Sorgen rund um den Brexit und die anhaltende Fehde zwischen Brüssel und Rom um den italienischen Haushalt. Daneben rückte auch die Befürchtung einer Abkühlung der Weltwirtschaft wieder in den Vordergrund. Vor allem konjunktursensible Werte standen daher unter Druck. Der DAX endete 1,58 Prozent tiefer bei 11.066 Punkten. Zwischenzeitlich war der Leitindex auf ein neues 2-Jahres-Tief bei 11.009 Punkten abgesackt. MDAX und TecDAX verloren 1,72 und 1,85 Prozent. In den drei Indizes gab es 15 Gewinner und 87 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 80 Prozent. Im DAX wechselten 123,7 Millionen Aktien (Vortag: 81,2) im Wert von 4,87 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 4,03) den Besitzer. Alle Sektorindizes verzeichneten Abschläge. Am deutlichsten fielen sie bei Banken (-4,08%), Chemie (-3,67%) und Rohstoffwerten (-2,38%) aus. Den Spitzenplatz im DAX belegte ohne Nachrichten die als defensiv geltende Beiersdorf-Aktie mit plus 0,76 Prozent. Am anderen Indexende brach die Aktie von Covestro nach einer überraschenden Gewinnwarnung um 15,56 Prozent ein. Wirecard rutschte trotz eines positiven Ausblicks um 5,81 Prozent ab. Deutsche Bank notierte 4,79 Prozent schwächer und markierte damit ein Allzeittief. Hier belastete der Geldwäscheskandal der Danske Bank. Medienberichten zufolge könnte die Deutsche Bank angeblich darin verwickelt sein. BASF verlor nach vom Markt als enttäuschend aufgenommenen Wachstumszielen 4,14 Prozent.
An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial zur Schlussglocke 2,20 Prozent tiefer bei 24.466 Punkten. Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 büßte 1,74 Prozent ein und markierte damit ein 7-Monats-Tief. 83 Prozent der Werte an der NYSE endeten im negativen Terrain. Das Abwärtsvolumen betrug 88 Prozent. Es gab 32 neue 52-Wochen-Hochs und 572 Tiefs. Alle Sektoren mussten Verluste hinnehmen. Am kräftigsten abwärts ging es mit Energiewerten aufgrund crashender Ölpreise.
Am Devisenmarkt waren die klassischen sicheren Häfen US-Dollar, Yen und Franken unter den Hauptwährungen am stärksten gesucht. Der Dollar-Index notierte gegen Ende des US-Handels 0,69 Prozent fester bei 96,82 Punkten. Der Euro neigte am Berichtstag zur Schwäche. EUR/USD fiel um 0,73 Prozent auf 1,1368 USD. Die größten Verluste unter den wichtigen Währungen sahen der Kanada-Dollar sowie der Austral-Dollar aufgrund der fallenden Rohstoffpreise.
Der S&P GSCI Rohstoffindex sackte belastet von den abstürzenden Preisen bei den Energierohstoffen um 3,88 Prozent auf ein 11-Monats-Tief bei 418,37 Punkten ab. Brent-Öl brach um 6,60 Prozent auf 62,38 USD ein. Neben der Sorge vor einer schwächeren Nachfrage wurde die Notierung auch von wohlwollenden Worten des US-Präsidenten Donald Trump in Richtung Saudi-Arabien gedrückt. Der Preis für US-Erdgas fiel um 3,49 Prozent auf 4,54 USD. Comex-Kupfer notierte 1,54 Prozent tiefer bei 2,76 USD. Die Edelmetalle konnten belastet vom steigenden Dollar nicht als sicherer Hafen fungieren. Gold verlor 0,29 Prozent auf 1.222 USD (1.074 EUR). Silber, Platin und Palladium büßten mit Blick auf Konjunktursorgen zwischen 0,82 und 1,52 Prozent und damit wesentlich deutlicher als das gelbe Metall ein.
Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite um zwei Basispunkte auf 0,21 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen endete ebenfalls zwei Basispunkte tiefer bei 0,35 Prozent. Der Euro-Bund-Future rückte um 0,09 Prozent auf 160,85 Punkte vor. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes verharrte bei 3,06 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte tendierten heute früh überwiegend schwächer. Im Vergleich zur Wall Street fielen die Abschläge jedoch moderat aus. Der MSCI Asia Pacific Index gab zuletzt um 0,50 Prozent auf 149,80 Punkte nach.
Heute richtet sich der Blick von der Makroseite auf die US-Daten zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter sowie zum Verkauf bestehender Häuser. Das Treffen von Kommissionspräsident Juncker und Großbritanniens Premierministerin May zu den künftigen Beziehungen nach dem Brexit dürfte ebenfalls das Interesse der Marktteilnehmer auf sich ziehen. Unternehmensseitig steht das Jahresergebnis von ThyssenKrupp im Fokus.
Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.