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02.10.18, 14:15

Der einfachste Weg führt nach oben

Energie: Die Sorge vor einer Angebotsknappheit lässt die Ölpreise weiter deutlich steigen. Gestern ging es nochmals um knapp 3% nach oben. Brent handelt am Morgen bei gut 85 USD je Barrel, dem höchsten Niveau seit November 2014. WTI hat gestern das 2018-er Hoch von Anfang Juli überwunden und notiert damit ebenfalls auf einem 4-Jahreshoch von knapp 76 USD je Barrel. Den letzten Schub gab wohl die Nachricht, dass nun auch China seine Ölkäufe aus dem Iran reduziert. Damit dürfte sich der Rückgang der iranischen Ölexporte auf 1,5 bis 2 Mio. Barrel pro Tag belaufen, was deutlich mehr wäre als bislang erwartet. Im September produzierte die OPEC laut einer Reuters-Umfrage noch 32,85 Mio. Barrel pro Tag. Das entspricht in etwa dem von der IEA geschätzten Bedarf im vierten Quartal. Es gibt allerdings berechtigte Zweifel, ob die OPEC dieses Produktionsniveau wird halten können. So dürfte die Ölproduktion im Iran trotz anderweitiger Beteuerungen merklich fallen, nachdem diese schon im September um 100 Tsd. Barrel pro Tag gesunken ist. Auch in Venezuela ist wegen der dortigen Staatskrise mit einem fortgesetzten Rückgang der Fördermenge zu rechnen. Fragezeichen stehen auch hinter der Fähigkeit Libyens, das aktuelle Produktionsniveau von gut 1 Mio. Barrel pro Tag dauerhaft halten zu können. Der Ölmarkt preist momentan beträchtliche globale Angebotsausfälle ein. Die übrigen Ölproduzenten würden darauf aber mit einer Fördermengenausweitung reagieren. Zudem halten wir es für denkbar, dass es im Falle kurzfristiger Engpässe in den kommenden Wochen zu einer Freigabe der strategischen Ölreserven in den USA und anderen Industrieländern kommt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Der Goldpreis kann heute der erneuten Stärke des US-Dollar trotzen und steigt in Euro gerechnet auf 1.035 EUR je Feinunze. Zum einen sind gestern nahezu alle Einkaufsmanager-Indizes (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe in Europa durchweg schwächer als erwartet ausgefallen. Zum anderen blicken die Finanzmärkte mit Sorge nach Rom, nachdem die italienische Regierung einen Haushaltsentwurf für 2019 vorgelegt hat, der als untragbar bewertet wird und von der Europäischen Kommission abgelehnt werden könnte. Das könnte eine erneute Vertrauenskrise in der Eurozone auslösen, ähnlich wie 2010 durch Griechenland und vor allem 2012 durch Spanien und Italien, als die weitere Existenz des Euro ernsthaft in Frage gestellt wurde. Im Herbst 2012 hatte der Goldpreis in Euro auch sein Allzeithoch bei fast 1.400 EUR pro Feinunze erreicht. Diese Unsicherheiten gepaart mit den negativen Realzinsen, also Nominalzinsen abzüglich der Inflationsrate, in der Eurozone sprechen aus unserer Sicht klar für einen Preisanstieg von Gold in Euro.
Palladium ist am Freitag erstmals seit Januar auf fast 1.100 USD je Feinunze gestiegen. Ausschlaggebend sind u.E. sowohl die gute Autokonjunktur weltweit – Palladium wird hauptsächlich in den Autokatalysatoren bei Benzinern eingesetzt – als auch die spekulativen Käufe. Waren die Anleger im August bei Palladium noch skeptisch und hielten an der COMEX erstmals seit Beginn der Datenreihe 2009 Netto-Short-Positionen, so wich diese Skepsis jüngst wieder dem Optimismus. Wir halten den Preisanstieg für nicht nachhaltig.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1Z6U Call Gold Hebel: 9,4
CA9GDG Put Gold Hebel: 9,0

Industriemetalle: Die letzten Wirtschaftsdaten aus China am Sonntag vor den Feiertagen fielen enttäuschend aus. So lag der September-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe mit 50,8 auf dem niedrigsten Stand seit Februar. Womöglich zeigt sich darin die Ungewissheit durch den Handelskrieg mit den USA, weil vor allem die Erwartungskomponenten und die neuen Exportaufträge enttäuschten. Die schwache Konjunktur oder die Maßnahmen zur fiskalischen und geldpolitischen Unterstützung der Wirtschaft dürften dem Renminbi (CNY) zusetzen. Das wäre für die Metallimporte Chinas und die Metallpreise eher belastend.
Der „Hochpunkt von Stahl“ macht wieder die Runde, nachdem das australische Ministerium für Industrie, Innovation und Wissenschaft heute in seinem Quartalsbericht die Erwartung äußerte, dass Chinas Stahlproduktion in diesem Jahr mit 886 Mio. Tonnen ihr Hoch erreichen und im nächsten Jahr um 2,8% auf 861 Mio. Tonnen bzw. 2020 um weitere 2,2% auf 842 Mio. Tonnen sinken wird. Vor allem seien eine fallende Binnennachfrage, aber auch die Maßnahmen zur Kürzung der Produktionskapazitäten dafür verantwortlich. Wenngleich unprofitable Werke vom Markt genommen werden und mehr Schrott eingesetzt wird, sehen wir noch keine baldige Produktionswende. So dürften in diesem Winter nicht ganz so viele Stahlwerke in Nordchina ihren Betrieb einstellen wie im Vorjahr (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 28. September). Auf der Nachfrageseite sprechen die Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur und globale Infrastrukturprojekte ebenfalls gegen eine unmittelbare Wende.

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