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02.10.18, 11:30

Brexit – Wer soll denn da noch durchsteigen

GBP: Wer soll denn bitteschön beim Brexit überhaupt noch den Überblick behalten, bei all diesem „Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln“? Nachdem Brexit Minister Dominic Raab feststellte, dass die Bereitschaft Großbritanniens, Kompromisse mit der EU zu schließen, „nicht grenzenlos“ sei und es keine Zollgrenze zwischen Nordirland und Großbritannien geben dürfe, beflügelten gestern unbestätigte Berichte das Pfund, dass Premierministerin Theresa May der EU entgegenkommen würde. Sie sei bereit, gewisse Kontrollen in der Irischen See – also zwischen Großbritannien und Nordirland – zu akzeptieren, wenn dafür beide in der Zollunion blieben. Zuvor hatte sie eine von der EU vorgeschlagenen Zollgrenze in der Nordirischen See vehement abgelehnt, sicherlich auch mit Blick auf die nordirische DUP, deren Unterstützung May im Parlament braucht, seitdem sie dort keine Mehrheit mehr hat. Die DUP aber fürchtet kaum etwas mehr als ein potentielles Auseinanderdriften von Großbritannien und Nordirland. Die EU hat andererseits bislang darauf bestanden, dass nur Nordirland in der Zollunion bleiben dürfe. Das Pfund reagierte verhalten positiv auf die Berichte. Verständlicherweise, denn allzu oft haben sich Meldungen zu einer möglichen Einigung als falsch herausgestellt. Im Lauf des Monats soll May ihren Plan en détail bekannt geben. Dann bleibt abzuwarten, wie die EU reagiert. Und natürlich auch ihre eigene Partei, die sich sowieso schon innerlich zerfleischt, sowie die DUP. Aber zumindest hat May der EU damit weitere Verhandlungs- und Kompromissbereitschaft signalisiert. Allein dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass letztlich doch vor Ende März ein Übergangsabkommen geschlossen werden kann, das den Unternehmen Sicherheit gibt und starke Verwerfungen in der Wirtschaft vermeidet. Und allein das ist eine kleine Verschnaufpause für das Pfund wert, wenn auch nur eine kurze.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1XD2 Call EUR/GBP Hebel: 4,8
CV6A6E Put EUR/GBP Hebel: 6,7

EUR: Selbst wenn es noch kein Drama ist, so werfen die Ereignisse in Rom doch ihre Schatten auf die Euroentwicklung. Dass der Markt skeptischer gegenüber Italiens Fiskalpolitik geworden ist, war am Freitag deutlich sichtbar, als EUR-CHF um einen Cent nachgab. Einige italienische Bankaktien waren „limit down“ am Aktienmarkt, was für erhebliche Verunsicherung und damit eine Flucht in den Franken sorgte. Bis zum 15. Oktober muss der gesamte Vorschlag mit allen Kennzahlen der Europäischen Kommission vorgelegt werden. Eine Antwort der EU auf den Entwurf für die Haushaltsplanung Italiens steht also noch aus. Selbst wenn die EU diesen nicht ablehnt, kann er für den Euro zum Klotz am Bein werden. Der Vizepräsident der Kommission Vladis Dombrovskis äußerte sich bereits skeptisch zum Plan und Präsident Jean-Claude Juncker fürchtet sogar, dass er das Land und die Eurozone in ähnliche Marktturbulenzen stürzen könne wie sie Griechenland vor 9 Jahren auslöste. Die Reaktionen der Ratingagenturen könnten sich, sollten sie negativ ausfallen, was absehbar ist, dabei zu einem Brandbeschleuniger entwickeln. Selbst wenn das Thema derzeit für den Devisenmarkt noch etwas im Hintergrund brodelt, sollten es die Akteure genau im Auge behalten. Denn es kann schneller hochkochen, als man denkt. Ich spreche es zwar nur ungern aus, aber die Fiskalpolitik Italiens könnte, sollte sie so expansiv bleiben wie ganz offensichtlich geplant, vom Markt mittelfristig als untragbar bewertet werden. In diesem Fall würde sie sich als ein dauerhafter und deutlicher Belastungsfaktor für den Euro entpuppen – wenn nicht sogar als ausgemachte Krise und damit als italienisches Drama.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CA9THB Call EUR/USD Hebel: 3,9
CV6NSK Put EUR/USD Hebel: 3,5

AUD: Eigentlich läuft in Australien alles prima. Die harten Zeiten nach dem Einbruch der Rohstoffpreise sind definitiv überwunden. Das BIP wächst über Trend, die Exporte sind hoch, das Geschäftsklima ist gut und die Konsumausgaben erfreulich. Die Arbeitslosenquote sinkt außerdem weiter und dürfte mittelfristig zu steigendem Lohnwachstum führen. Auf absehbare Zeit – das heißt 2019 und 2020 – wird die Inflation im Bereich von 2 ¼% liegen und damit eher am unteren Rand des 2-3%-Zielbands. Im Finanzstabilitätsbericht im August stellte die Reserve Bank of Australia (RBA) fest, dass angesichts der Fortschritte bei Arbeitslosigkeit und Inflation irgendwann auch höhere Zinsen notwendig sein würden. Dennoch hält die RBA weiterhin die Füße still. Denn, so ihr Fazit schon im Augustbericht, es werden sich all die erwarteten positiven Entwicklungen wohl nur graduell entfalten. Insofern hat die RBA keine Eile, an der Zinsschraube zu drehen. An dieser Sichtweise hielt sie auch heute wieder fest. Gemach, gemach, scheint ihr Motto zu sein. Zumal die Wachstumsabschwächung in China und dessen Handelsstreitigkeiten mit den USA ein nur schwer kalkulierbarer Risikofaktor für die australische Wirtschaft sind. Wir rechnen frühestens im Frühjahr 2019 mit einem ersten Zinsschritt seitens der RBA. Dem AUD wird von dieser Seite also kaum Unterstützung zuteil. Er bleibt im Fahrwasser des Handelskonflikts, der Risikoaversion und der Dollarentwicklung im Zuge der zukünftigen Fed-Geldpolitik.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9LVD Long EUR/AUD Faktor: 5
CE9LVE Short EUR/AUD Faktor: -5

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