Energie: Die Ölpreise setzen auch zu Beginn der neuen Handelswoche ihren Anstieg fort. Brent verteuert sich auf ein neues 4-Jahreshoch von gut 83 USD je Barrel. Neuen Auftrieb erhielten die Preise am Freitag durch die überraschende Nachricht, dass ein staatliches Ölunternehmen aus China seine Ölkäufe aus dem Iran deutlich reduziert hat. Mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten von einer Halbierung der Ladungen im letzten Monat auf 130 Tsd. Barrel pro Tag. Hintergrund ist der Druck der USA auf die Abnehmer iranischen Öls, ihre Käufe erheblich zu reduzieren. Südkorea und Japan hatten ihre Käufe aus diesem Grund bereits vollständig eingestellt, Indien hat dies ebenfalls angedeutet. Die Regierungen in Europa zieren sich zwar noch, doch der erzwungene Rückzug der Unternehmen aus dem Iran dürfte auch hier zu einem kräftigen Rückgang der Ölkäufe führen. China mit seinen Staatsunternehmen war dagegen als immun gegen die drohenden US-Sanktionen erachtet worden. Dies stellt sich nun offensichtlich als Trugschluss heraus. Damit drohen die iranischen Ölexporte um ca. 2 Mio. Barrel pro Tag zurückzugehen. Der Druck auf die anderen Ölproduzenten nimmt daher zu, in die Bresche zu springen. Am Wochenende soll es ein Telefonat zwischen US-Präsident Trump und dem saudischen König Salman gegeben haben. Trump hatte die OPEC zuletzt mehrfach dazu aufgefordert, die Produktion zu erhöhen. Die freien Förderkapazitäten würden dann aber erheblich schrumpfen. Wir nehmen die jüngsten Entwicklungen zum Anlass und revidieren unsere Jahresendprognose für Brent auf 85 USD je Barrel nach oben.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Dass sich der Goldpreis trotz zahlreicher Gefahren für die Konjunktur und die Finanzmärkte schwer tut, ist aus unserer Sicht fundamental wenig nachvollziehbar. So müssten ein möglicherweise ungeordneter Brexit, eine weitere Eskalation des bereits erbitterten Handelsstreits zwischen den USA und China und die Probleme in der Eurozone die Nachfrage nach Gold als sicheren Hafen eigentlich erhöhen. Der Handelsstreit zwischen den USA und China dürfte nicht nur die Geschäftsaktivität in beiden Ländern bremsen, was gegen eine deutlichere Straffung der Zinspolitik seitens der US-Notenbank Fed spricht. Auch die Verbraucherpreisinflation könnte sich beschleunigen, was für sehr niedrige oder gar negative Realzinsen spricht und somit ein günstiges Umfeld für Gold als Kapitalschutz bedeutet. Unsere Erklärung für die Schwäche bei Gold ist die Sorglosigkeit der Anleger, die sich dem Negativtrend bei Gold anschließen und zugleich die sichtbaren Risiken ignorieren. Im September ist der Goldpreis zum sechsten Mal in Folge im Monatsvergleich gefallen. Das ist die längste Verluststrecke seit 1997. In der Woche zum 25. September haben die Anleger ihre Netto-Short-Positionen sogar ausgeweitet und bleiben damit extrem skeptisch gestimmt. Nicht einmal in Euro gemessen kann der Goldpreis entscheidend zulegen, trotz der verfahrenen Lage in den Brexit-Verhandlungen und der Budget-Streitigkeiten mit Italien. Wir rechnen in Kürze mit einer Trendwende bei Gold und sehen zum Jahresende ein Potenzial bis 1.300 USD je Feinunze.
Industriemetalle: Die Geschäfte in China bleiben wegen der Nationaltags-Feiertage die ganze Woche geschlossen. Fehlende Impulse seitens der Märkte aus China sprechen für einen ruhigeren Handel an den Metallmärkten. Doch diese Woche hat auch eine besondere Brisanz, weil sich nächste Woche in London die wichtigsten Teilnehmer aus der Metallbranche zur LME Week versammeln werden und die gegenwärtigen und künftigen Trends an den Metallmärkten miteinander diskutieren werden.
Am Freitagnachmittag haben die Metallpreise an der LME aufgedreht, wobei der LME-Index um über 1,5% gestiegen war. Ein fundamentaler Auslöser dafür ist schwer ausfindig zu machen. So hat der US-Dollar weiter aufgewertet und die US-Wirtschaftsdaten haben eher enttäuscht. Womöglich blicken die Anleger nun wieder positiver in die Zukunft und erwarten insbesondere von China konjunkturstimulierende und geldpolitische Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft angesichts der zu erwartenden negativen Folgen des Handelsstreits mit den USA. So waren die Anleger bei Kupfer an der COMEX per 25. September erstmals seit Anfang Juli per saldo positiv gestimmt. Vor allem die Leerverkäufer haben ihre Positionen zum Quartalsende stark reduziert. Aber auch ein Rückgang der Lagerbestände – an der LME sind sie am Freitag um 7.500 Tonnen auf den niedrigsten Stand seit Anfang Januar gefallen, an der SHFE liegen sie auf dem niedrigsten Stand seit November 2017 – dürfte für Preisunterstützung gesorgt haben.
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