Der deutsche Aktienmarkt geriet zum Wochenschluss und Quartalsultimo unter Druck. Für schlechte Stimmung unter den Anlegern sorgte das von der italienischen Regierung geplante hohe Haushaltsdefizit. Vor allem Banken und Versicherungen litten unter den politischen Nachrichten aus dem hochverschuldeten Land. Der DAX schloss 1,51 Prozent tiefer bei 12.247 Punkten. Auf Wochensicht verlor er damit 1,48 Prozent. MDAX und TecDAX büßten am Berichtstag 0,57 und 0,70 Prozent ein. Alle Sektorenindizes verzeichneten Kursverluste. Am deutlichsten verloren Banken (-3,77%), Versicherungen (-2,32%) und Chemie (-1,64%). Im HDAX der 103 größten Werte gab es 27 Gewinner (26%) und 76 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 89 Prozent. Das Volumen im DAX betrug 114,1 Millionen Aktien (Vortag: 92,6) im Wert von 4,80 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,68). Einzige DAX-Werte im Plus waren ohne Nachrichten Vonovia und Merck mit Aufschlägen von 0,47 und 0,13 Prozent. Deutsche Bank verlor am Indexende 3,76 Prozent. Allianz und RWE gaben um 2,78 und 2,38 Prozent nach. Die Aktie von Telefonica Deutschland sprang an der Spitze von MDAX und TecDAX um 3,64 Prozent und profitierte damit von einer positiven Analysteneinschätzung. Drägerwerk litt unter einer Verkaufsempfehlung und sackte um 6,58 Prozent ab.
An der Wall Street endete der Dow Jones Industrial 0,06 Prozent fester bei 26.458 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 notierte 0,02 Prozent tiefer bei 7.628 Zählern. 54 Prozent der Werte an der NYSE schlossen im Plus. Aufwärtsvolumen und Abwärtsvolumen hielten sich die Waage. Es gab 63 neue 52-Wochen-Hochs und 134 neue Tiefs. Mit Blick auf die Sektoren lagen die als defensiv geltenden Versorger und Immobilienaktien am stärksten gesucht. Die größten Abgaben verbuchten Finanztitel und Rohstoffwerte. Bei den Einzelwerten stand Tesla im Zentrum des Interesses. Das Papier des Elektroautobauers stürzte um 13,90 Prozent ab. Auslöser hierfür war, dass die US-Börsenaufsicht SEC den CEO Elon Musk im Zusammenhang mit von ihm gesendeten Tweets zu einem beabsichtigten Rückzug von der Börse wegen Betruges angezeigt hat.
Am Devisenmarkt kletterte der Dollar-Index um 0,14 Prozent auf ein 2-Wochen-Hoch bei 95,13 Punkten. Der Euro verzeichnete gegenüber den meisten anderen Hauptwährungen Abschläge. Belastet wurde die Gemeinschaftswährung von schwachen Inflationsdaten in der Eurozone sowie der angekündigten hohen Neuverschuldung Italiens. EUR/USD fiel um 0,33 Prozent auf ein 2-Wochen-Tief bei 1,1602 USD. Stark gesucht waren derweil die Rohstoffwährungen Kanada-Dollar und Austral-Dollar. Am schwächsten unter den wichtigsten Währungen präsentierte sich der Franken.
Der S&P GSCI Rohstoffindex für 24 Spotpreise legte um 1,05 Prozent auf 486,27 Punkte zu und schloss damit auf dem höchsten Stand der letzten drei Monate. Brent-Öl verteuerte sich um 1,82 Prozent auf ein 4-Jahres-Hoch bei 82,86 USD. Die US-Sorte WTI stieg um 1,90 Prozent auf ein 2-Monats-Hoch bei 73,49 USD. Der Dienstleister Baker Hughes berichtete von einem Rückgang der Zahl aktiver US-Ölbohrungen (Rig-Count) um drei auf 863. Dies war der zweite Wochen-Rückgang in Folge. Der Rig-Count gilt als wichtiger Frühindikator für die US-Ölproduktion. Diese erreichte, wie die Energiebehörde EIA am Freitag mitteilte, mit 10,964 Millionen Barrel pro Tag im Juli einen neuen Rekord. Der Preis für US-Erdgas gab um 1,90 Prozent auf 3,00 USD nach. Comex-Kupfer stieg um 0,74 Prozent auf 2,80 USD. Gold legte nach zwischenzeitlicher Markierung eines Monatstiefs (1.184 USD) am Ende um 0,72 Prozent auf 1.196 USD (1.027 EUR) zu. Silber sprang um 2,80 Prozent auf ein Monatshoch bei 14,69 USD. Platin stieg um 0,72 Prozent auf 818,90 USD. Palladium notierte nach dem zwischenzeitlichen Erreichen eines 8-Monats-Hochs (1.085 USD) und zwölf Plustagen in Folge 0,72 Prozent tiefer bei 1.064 USD.
Angetrieben von den Turbulenzen an den italienischen Finanzmärkten zogen die Kurse der deutschen Staatsanleihen als sichere Häfen an. Entsprechend abwärts tendierten die Renditen. Die Umlaufrendite notierte zwei Basispunkte tiefer bei 0,31 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sackte um sechs Basispunkte auf 0,47 Prozent ab. Der Euro-Bund-Future schloss 0,27 Prozent fester bei 158,90 Punkten. Am frühen Nachmittag hatte der Kontrakt ein Wochenhoch bei 159,25 Punkten markiert, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes endete einen Basispunkt tiefer bei 3,05 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte boten heute früh ein gemischtes Bild. Der MSCI Asia Pacific Index notierte 0,26 Prozent tiefer bei 164,92 Punkten. Am Sonntag veröffentlichte Daten zum chinesischen Industriesektor enttäuschten. Der Caixin-Einkaufsmanagerindex fiel im September von zuvor 50,6 auf 50,0 Punkte und notiert damit exakt auf der Schwelle zwischen Expansion und Kontraktion. Die Konsensschätzung hatte auf einen Stand von 50,5 Punkten gelautet. Der japanische Tankan-Bericht für das dritte Quartal verfehlte ebenfalls die Markterwartungen. Der Stimmungsindex der großen Industriekonzerne fiel um zwei auf 19 Punkte (Konsensschätzung: 22). Daneben stand eine Reuters-Meldung im Blick. Laut der Nachrichtenagentur, die sich auf eine kanadische Quelle beruft, haben sich die USA und Kanada auf ein Rahmenabkommen (USMCA) für den gemeinsamen Handel geeinigt, welches das NAFTA-Abkommen ersetzen soll und Mexiko mit einschließt. Der Kanada-Dollar und der mexikanische Peso tendierten daraufhin sehr fest. Auch die US-Aktienindex-Futures zogen deutlich an. Die Börsen in China und Hongkong blieben feiertagsbedingt geschlossen.
Heute stehen die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland, der Eurozone, Großbritannien sowie den USA im Fokus. Unternehmensseitig könnte die Tesla-Aktie Impulse von der am Wochenende gemeldeten Einigung zwischen Elon Musk und der Börsenaufsicht SEC erhalten. Demnach darf Musk der CEO des Elektroautobauers bleiben, muss jedoch den Vorsitz im Verwaltungsrat für mindestens drei Jahre abgeben. Tweets, die den Aktienkurs bewegen könnten, muss Musk zukünftig absegnen lassen. Zudem müssen Musk und Tesla jeweils 20 Millionen USD Strafe zahlen.
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