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01.10.18, 10:28

Brexit: Die Hoffnung stirbt zuletzt

GBP: Vergangene Woche hatte mein Chef Ulrich Leuchtmann darauf hingewiesen, dass es bei dem Parteikongress der Tories vor allem darauf ankommen würde, inwieweit es Theresa May gelingt, die Brexit-Hardliners um ihren innerparteilichen Rivalen Boris Johnson in die Schranken zu weisen. Das Fazit nach dem ersten von insgesamt vier Tagen fällt ernüchternd aus. May’s Chequers Plan steht nicht nur weiterhin unter Beschuss. Brexit-Hardliners und Befürworter eines „weichen“ Brexit feinden sich bereits offen an, wobei die Wortwahl zunehmend entgleitet und man mittlerweile sogar schon auf persönlicher Ebene argumentiert. Dass es nicht harmonisch werden würde, war zu erwarten. Doch angesichts des tiefen Grabens innerhalb der Partei ist zu befürchten, dass dieser Kongress für May zum Desaster wird, was vor allem eine böse Konsequenz für das Pfund haben könnte: Und zwar, dass die Regierung gänzlich ohne Brexit-Plan dasteht, und das weniger als drei Wochen vor dem entscheidenden EU-Gipfel, bei dem ein Austrittsabkommen final beschlossen werden soll.

Ich muss gestehen, dass ich beeindruckt bin, wie unberührt sich der Markt von den Entwicklungen zeigt. Das Pfund hält sich wacker. Und auch an den Optionsmärkten ist bisher kein Hauch von Panik zu spüren (siehe Abb. 1 und 2 in pdf). Die Hoffnung auf einen Deal stirbt zuletzt? Mag sein, dass eine Einigung in letzter Minute noch immer das wahrscheinlichste Szenario ist. Doch der Weg dorthin bleibt überaus steinig. Zunächst einmal gilt es für die britische Regierung, sich auf einen Brexit-Plan zu einigen. Und hier liegt bereits ein besonders großer Stein. Selbst wenn May es gelingen würde, den Rückhalt der Tories für ihren Chequers-Plan zu sichern, die EU hat den Plan in seiner jetzigen Form bereits abgelehnt. Tatsächlich kann ich mir vorstellen, dass die EU dem Kanada-Plus-Freihandelsabkommen, welches Johnson vorgeschlagen hat, schon fast offener gegenüber steht. Doch sollten sich die Tories für diesen Plan entscheiden, wäre zum einen fraglich, ob die Regierung dann noch die Unterstützung der nordirischen DUP, die sich gegen Johnsons Plan ausspricht, haben würde, womit gleichzeitig auch eine Bestätigung durch das Parlament gefährdet wäre. Zum anderen wäre unklar, ob May noch gewillt wäre, im Amt zu bleiben. Ein Regierungswechsel zu solch später Stunde würde ebenso die Unsicherheit schüren. Wie man es auch dreht und wendet, die nächsten Tage werden ungemütlich für das Pfund.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1XD2 Call EUR/GBP Hebel: 4,8
CV6A6E Put EUR/GBP Hebel: 6,8

CAD, MXN: Auf die letzte Minute war es zwar nicht. Die Ankündigung, dass Kanada sich dem vorläufigen Handelsabkommen der USA und Mexiko anschließen würde, kam fast eine halbe Stunde vor Mitternacht und damit vor Ablauf der Verhandlungsfrist. Doch sie kam so spät, dass alle beteiligten Parteien nun behaupten können, sie hätten bis zuletzt hart verhandelt. Die NAFTA-Neuauflage wird für Mexiko und Kanada zwar einige Nachteile mit sich bringen. Doch die Implikationen für die Realwirtschaft dürften für den Markt zu diesem Zeitpunkt zu abstrakt sein, als dass er hierauf reagieren würde. Entscheidend ist nur die Schlagzeile, dass NAFTA (oder zukünftig wohl US-Mexico-Canada Agreement, USMCA) gerettet ist, worauf CAD und MXN erst einmal stärker gehandelt werden. Es gibt zwar noch einige formelle Hürden, die genommen werden müssen, damit das Abkommen in trockenen Tüchern ist. Doch das Risiko eines Scheiterns dürfte gering sein. Ich glaube daher, dass das Thema NAFTA für den Markt nun gegessen ist.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9MCZ Long EUR/CAD Faktor: 5
CE9MD0 Short EUR/CAD Faktor: -5

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