Nach rechts weisender Zeigefinger (Handrücken) Jetzt zum volkswirtschaftlichen und fundamentalen Quartalsupdate mit UniCredit sowie zum technischen Quartalsupdate mit HSBC anmelden!
28.09.18, 15:45

Rätselhafte Goldpreisschwäche

Energie: Der Brentölpreis handelt bei knapp 82 USD je Barrel und damit weiterhin in Schlagdistanz zum in dieser Woche verzeichneten 4-Jahreshoch. Allerdings scheint das Aufwärtsmomentum zuletzt trotz weiterer preistreibender Nachrichten zum Erliegen gekommen zu sein. So sprach ein am Ölmarkt angesehenes Research- und Beratungsunternehmen gestern davon, dass im vierten Quartal das größte Angebotsdefizit seit mehr als zehn Jahren drohe. Zudem rechnet nach zwei namhaften Rohstoffhändlern auch ein großes Ölunternehmen mit einem kurzfristigen Preisanstieg auf 100 USD je Barrel. Hintergrund dieser Nachrichten ist der sich abzeichnende deutliche Rückgang der iranischen Ölexporte als Folge der US-Sanktionen. Dieser Rückgang hat schon im Sommer eingesetzt. Regierungs- und Schifffahrtsdaten zufolge fielen die iranischen Öllieferungen nach Asien im August um 300 Tsd. auf 1,57 Mio. Barrel pro Tag. Der Rückgang war vor allem auf Südkorea zurückzuführen, das seine Einfuhren aus dem Iran um 84% reduzierte. Ohne den gleichzeitigen Anstieg in Japan wäre der Rückgang noch stärker ausgefallen. Japan hat seine Ölkäufe aus dem Iran inzwischen ebenfalls eingestellt. Bei Indien deutet sich Ähnliches an, wenn die US-Sanktionen Anfang November in Kraft treten und die USA keine Ausnahmegenehmigung erteilen. Saudi-Arabien will angeblich das Ölangebot kurzfristig und geräuschlos erhöhen, um den Ausfall von iranischem Öl auszugleichen. Angeblich wurde bei dem „OPEC+“-Treffen letzten Sonntag eine Produktionsanhebung um 500 Tsd. Barrel pro Tag diskutiert. Man hat sich letztlich aber dagegen entschieden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold steht seit gestern unter Druck. Auslöser ist ein deutlich festerer US-Dollar, der von robusten US-Konjunkturdaten und neuer Unsicherheit in Italien profitiert. Der Goldpreis fällt daraufhin am Morgen auf gut 1.180 USD je Feinunze. Lässt sich dies wegen der USD-Stärke noch teilweise nachvollziehen, so fällt eine Erklärung für die Schwäche des Goldpreises in Euro zunehmend schwer. Die italienische Regierung sieht in ihrem gestern vorgestellten Haushaltsplan für das nächste Jahr ein Defizit von 2,4% vor. Das liegt deutlich über dem mit der EU vereinbarten Zielwert und führt heute zu einem kräftigen Anstieg der Renditen für italienische Staatsanleihen. Italien könnte damit der Auslöser einer neuen Schuldenkrise werden, was sich im deutlichen Rückgang des Euro-Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar zeigt. Dass der Goldpreis in Euro daraufhin auf den tiefsten Stand seit Anfang 2016 fällt, gibt Rätsel auf.
Ebenso rätselhaft ist derzeit die Stärke des Palladiumpreises. Dieser stieg gestern gegen den Trend fallender Edelmetallnotierungen weiter. Am Morgen erreicht er fast 1.090 USD je Feinunze und nähert sich damit wieder dem im Januar verzeichneten Rekordniveau. Seit Anfang letzter Woche hat sich Palladium um mehr als 100 USD verteuert. Exakt vor einem Jahr hatte der Palladiumpreis den Platinpreis überholt. Der Preisaufschlag zu Platin beträgt mittlerweile 280 USD je Feinunze. Er ist damit so hoch wie zuletzt im Februar 2001. Gleichzeitig sinkt der Preisabschlag von Palladium zu Gold erstmals seit April 2004 auf weniger als 100 USD je Feinunze.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1Z6U Call Gold Hebel: 8,9
CA9GDG Put Gold Hebel: 9,5

Industriemetalle: Das chinesische Ministerium für Umwelt und Ökologie gab gestern bekannt, dass es in diesem Winter keine automatischen Schließungen der Schwerindustriebetriebe geben wird. Im letzten Jahr wurden zahlreiche Chemie-, Zement-, Stahl- und Aluminiumwerke in 28 Städten in Nordchina gezwungen, zwischen Mitte November und Mitte März ihre Produktion um mindestens 30% zu drosseln. Vielmehr dürften die Lokalregierungen über den Umfang der Schließungen bestimmen. Auch das ursprüngliche Ziel, die Konzentration von PM2,5 (Feinstaub) in diesem Winter um 5% ggü. Vorjahr zu senken, wurde auf lediglich 3% ggü. Vorjahr revidiert. Deshalb dürfte die Aluminiumproduktion Chinas in den Wintermonaten weniger stark fallen, was den Aluminiumpreis an der SHFE heute auf 14.300 CNY bzw. 2.080 USD pro Tonne fallen ließ, den niedrigsten Stand seit Anfang August. Auch an der LME liegt der Preis heute Morgen mit 2.024 USD je Tonne nur noch marginal über der wichtigen Marke von 2.000 USD und unweit der Tiefstwerte seit dem August 2017. Insgesamt verabschieden sich die Metalle in die Goldene Woche – die gesamte nächste Woche bleiben in China die Geschäfte geschlossen – mit negativen Vorzeichen. Es gibt wenig Hoffnung, dass sich die Geschicke danach wieder schnell ändern werden, solange der Handelsstreit zwischen China und den USA wie ein Damoklesschwert über den Märkten schwebt. Beide Länder dürften weitere negative Überraschungen für einander parat haben (siehe auch „Woche im Fokus“ von heute).

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise

Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.  

Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.

Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.