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27.09.18, 14:03

Rückgriff auf Strategische Ölreserven eine Option?

Energie: Der Brentölpreis stieg in der Nacht wieder über 82 USD je Barrel, nachdem er gestern nach den US-Lagerdaten kurzzeitig leicht unter Druck gestanden hatte. Diese zeigten einen überraschenden Anstieg der US-Rohölvorräte letzte Woche um 1,9 Mio. Barrel wegen einer deutlich gesunkenen Rohölverabeitung. Der Preisanstieg ist auf Äußerungen von US-Energieminister Perry zurückzuführen, der einer Freigabe der strategischen Ölreserven zur Abfederung der Iran-Sanktionen eine Absage erteilte. Stattdessen würden die USA auf eine Angebotsausweitung der großen Ölproduzenten setzen. Dabei ist zu bedenken, dass die Iran-Sanktionen zwei Tage vor den US-Kongresswahlen in Kraft treten. Es ist daher durchaus möglich, dass die Ölpreise und damit auch die Benzinpreise bis zum Wahltag weiter steigen. Schon jetzt liegen letztere auf dem höchsten Stand für diese Jahreszeit seit vier Jahren. Wegen der Iran-Sanktionen droht zumindest bis zum Jahresende eine Angebotsverknappung. Unterstellt man infolge des wegfallenden Angebots aus dem Iran einen Rückgang der OPEC-Produktion von aktuell 32,6 Mio. auf 31,8 Mio. Barrel pro Tag, so würde die Angebotslücke auf Basis der IEA-Schätzung im vierten Quartal ca. 1 Mio. Barrel pro Tag betragen. Dies könnte man mit einer Freigabe von 90 Mio. Barrel aus den strategischen Reserven ausgleichen. Im ersten Halbjahr 2019 soll der Bedarf an OPEC-Öl aufgrund einer saisonal schwächeren Nachfrage laut IEA-Schätzung auf durchschnittlich 31,5 Mio. Barrel pro Tag sinken. Auf dieses Niveau könnte die OPEC-Produktion im nächsten Jahr also fallen, ohne dass ausgleichende Maßnahmen notwendig wären.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold reagierte auf die Fed-Zinserhöhung gestern Abend zunächst mit einem Rückgang auf 1.190 USD je Feinunze, stieg dann aber wieder auf knapp 1.200 USD. Die Fed erhöhte den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte. Der Passus, wonach die Geldpolitik akkommodierend sei, wurde im Begleitkommentar erwartungsgemäß gestrichen. Der Fed-Vorsitzende Powell stellte zudem weitere moderate Zinserhöhungen in Aussicht. Einige Marktteilnehmer hatten wegen der robusten Konjunkturentwicklung und jüngster Äußerungen einiger Fed-Vertreter eine etwas falkenhaftere Wortwahl erwartet. Die Projektionen der FOMC-Mitglieder implizieren eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr (voraussichtlich im Dezember), drei Zinsschritte 2019 und einen letzten 2020. Der übliche Preisanstieg nach Zinserhöhungen ist zumindest bislang ausgeblieben. Dies könnte mit der Aufwertung des US-Dollar am Morgen zu tun haben, der aber weniger mit der Fed als vielmehr mit der aktuellen Entwicklung in Italien zu tun hat. Dort bahnt sich ein Streit um die Höhe des Haushaltsdefizits im für heute zur Vorstellung vorgesehenen Haushaltsplan 2019 an. Die beiden Regierungsparteien Lega und 5-Sterne-Bewegung streben demnach ein deutlich höheres Haushaltsdefizit von 2,4% an als der parteiunanhängige Wirtschaftsminister akzeptieren will. Medienberichte, wonach der Wirtschaftsminister daraufhin seinen Rücktritt erwägen würde, wurden inzwischen dementiert. Dennoch setzt die politische Unsicherheit in Italien den Euro am Morgen unter Druck und lässt den Goldpreis in Euro über 1.020 EUR je Feinunze steigen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1Z6U Call Gold Hebel: 8,9
CA9GDG Put Gold Hebel: 9,5

Industriemetalle: Man musste sich zuletzt oft fragen, ob die Terminmärkte tatsächlich künftige Entwicklungen antizipieren. Schließlich scheint diese nicht einmal die weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China aus dem „Schlaf“ zu reißen. Dabei führen die Zölle zu tendenziell höheren Konsumentenpreisen und beeinflussen Investitionsentscheidungen. Oder sind diese Risiken mit einem Minus des LME-Metallindex von 15% gegenüber dem Hoch im Juni bereits hinreichend eskomptiert und die aktuelle Konjunktur gibt vor allem in den Industriestaaten gar keinen Grund zur Sorge? So ist die Anzahl der Neubauten in den USA in den ersten acht Monaten so hoch gewesen wie seit dem Hoch der Immobilienblase im Jahr 2007 nicht mehr. Doch die Kehrseite dieser Medaille ist die zu erwartende Aufwertung des US-Dollar, wenn die US-Fed wegen der guten Konjunktur die Zinsen anheben muss. Schließlich gibt es einen negativen Zusammenhang zwischen Außenwert des US-Dollar und den Metallpreisen. Und nicht überall läuft die Konjunktur so rund: In vielen Schwellenländern sind die Anzeichen der Wirtschaftsschwäche nicht zu übersehen. So hat die Gewinndynamik der (größeren) chinesischen Industrieunternehmen im August zum vierten Mal in Folge auf 9,2% gg. Vorjahr nachgelassen. Ihre Passiva sind im Jahresvergleich um weitere 6,6% auf nun 62,8 Billionen Yuan (9,1 Billionen USD) angewachsen. Chinas Schuldenproblem bleibt akut und dürfte die Konjunktur zusätzlich bremsen.

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