Nach rechts weisender Zeigefinger (Handrücken) Jetzt zum volkswirtschaftlichen und fundamentalen Quartalsupdate mit UniCredit sowie zum technischen Quartalsupdate mit HSBC anmelden!
27.09.18, 12:00

Die beste aller möglichen Welten + Trump

USD: Ist der Zustand der US-Volkswirtschaft die „beste aller möglichen Welten“? So mag man glauben. Eine brummende Konjunktur und ein nahezu leergefegter Arbeitsmarkt erzeugen diesmal nicht – wie sonst so oft – ausufernde Inflation, die von der Fed mit konjunkturabwürgenden Zinserhöhungen bekämpft werden muss. So kann der paradiesische Zustand scheinbar endlos weitergehen. Dies ist keine wörtliche Wiedergabe dessen, was Fed-Chair Jerome Powell gestern sagte (bei ihm hieß es: „a particularly bright moment“), aber es kommt dem sehr nahe. Ich will gar nicht die gute Stimmung zerstören, doch bleiben auch Zweifel. Zum Beispiel: Warum steht die 10-jährige Realrendite in dieser „besten aller Welten“ nur bei mageren 0,9%?
Doch egal, zunächst bedeuten diese paradiesischen Zustände für die Fed: sie kann ihren (im Vergleich zu früheren inflationären Zeiten) graduellen Zinserhöhungs-Zyklus wie geplant fortsetzen und braucht weder rascher werden – weil’s keine Inflation zu bekämpfen gibt – noch langsamer – weil’s realwirtschaftlich weiterhin gut läuft. Damit ist eigentlich eine FOMC-Entscheidung wie die gestrige ein „Non-Event“, den man eigentlich schon fast ignorieren könnte, wenn nicht die Ehrfurcht vor der US-Notenbank eine Erwähnung verlangte. Entsprechend gab’s am Devisenmarkt gestern zwar einiges Hin und Her, weil offensichtlich einige Marktteilnehmer (die sich noch nicht an die „beste aller Welten“ gewöhnen können) ein falkenhafteres Statement erwartet hatten. Letztendlich hat aber weder die FOMC-Entscheidung selbst (wie erwartet +25bps) noch Powells Pressekonferenz größere nachhaltige Wirkung auf die USD-Kurse gehabt. So ist’s halt mitten in einem Fed-Zinszyklus, der endlich auch allgemein als solcher wahrgenommen wird.

Eines bleibt allerdings noch, was das schöne Bild eintrübt: das Meckern von US-Präsident Donald Trump. Der ist mal wieder – wie er der Welt preisgab – „nicht glücklich“ über die gestrige Zinserhöhung. Er sei halt eher ein „niedrig-Zins-Typ“. Solche Äußerungen kennen wir von ihm. Doch im Gegensatz zu seinem Amtskollegen in der Türkei, der mit ähnlichen Äußerungen in den letzten Monaten einen Absturz der Lira herbeigeredet hat, bleiben Trumps Worte derweil ohne Folgen für den Dollar. Einerseits hilft die graduell besser verankerte Unabhängigkeit der Fed. Der US-Präsident kann Powell und seine Kollegen nicht so einfach feuern, wie Erdogan das kann. Vor allem helfen aber die klaren Worte des Fed-Chairman selbst. Er hat auch gestern wieder betont, sich keinem politischen Druck beugen zu wollen. Es erscheint unplausibel, dass Trump den Konflikt mit der Fed weiter eskalieren wird. Schließlich dürfte es in diesem Fight für ihn nicht viel zu gewinnen geben. Andererseits, wer will bei diesem Präsidenten irgendetwas aufgrund rationaler Argumente ausschließen? So bleibt eine gewisse Rest-Unsicherheit über den mittelfristigen geldpolitischen Kurs, die ein dauerhafter moderater Belastungsfaktor für die US-Währung ist.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ2J8R Call EUR/USD Hebel: 14,5
CA1RNA Put EUR/USD Hebel: 19,9

CAD: Nicht nur Powell, sondern auch die kanadische Handelspolitik bekam gestern den US-präsidialen Zorn zu spüren. Trump verweigert ein Treffen mit Kanadas Premierminister Justin Trudeau, zeigte sich „unglücklich“ über den Stand der Nafta-Nachfolge-Verhandlungen und über die kanadische Handelsdelegation. Wären das ehrliche Signale zum Zustand der Verhandlungen, würde ich daraus schließen: Das wird nichts mit dem Handelsabkommen. Entsprechend gab der CAD gestern spürbar nach; USD-CAD notiert deutlich über 1,30. Andererseits gilt auch (siehe oben): Wer will ausschließen, dass Trump morgen seine Meinung ändert?

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CA9A18 Call EUR/CAD Hebel: 4,8
CV81RY Put EUR/CAD Hebel: 4,9

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise

Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.  

Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.

Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.