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25.09.18, 14:03

Brent: Ölpreis auf Höhenflug – das sind die fundamentalen Gründe!

Energie: Der Brentölpreis stieg gestern um 3% und erreicht am Morgen 82 USD je Barrel. Teurer war Brent zuletzt zu Beginn des Absturzes vor fast vier Jahren. Noch immer gibt die Entscheidung der „OPEC+“-Gruppe vom Sonntag Auftrieb, die Ölproduktion zunächst nicht anzuheben. Auch wenn es dafür nachvollziehbare Gründe gab, insbesondere die verbale Einmischung von US-Präsident Trump wenige Tage zuvor, befürchten nun nicht wenige Marktteilnehmer Angebotsengpässe. Denn Anfang November treten die US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft, wodurch auf Tagesbasis zwischen 1 Mio. und 1,5 Mio. Barrel iranischen Öls vom Markt genommen werden dürften. Zwei Rohstoffhändler rechnen sogar mit einem Ausfall von bis zu 2 Mio. Barrel täglich und einem Preisanstieg auf 100 USD bis Anfang 2019. Dies stellt u.E. ein Extremszenario dar. Dafür müssten alle Länder bis auf China ihre Käufe von iranischem Öl vollständig einstellen, was wir für unwahrscheinlich halten. China könnte als Antwort auf die US-Strafzölle sogar mehr Öl aus dem Iran importieren. Bei einem derartigen Preissprung würden die USA wahrscheinlich Ausnahmen von den Sanktionen gewähren bzw. die Strategischen Ölreserven freigeben, da sie mit Blick auf die heimische Konjunkturentwicklung kaum an einem so hohen Preis Interesse haben dürften. Auch die Nachfrage in den wichtigen Schwellenländern würde spürbar leiden. Dass die US-Produzenten ihre Produktion daraufhin schnell genug ausweiten, darf dagegen bezweifelt werden. Die Bohraktivität in den USA stagniert seit Juni und die Preise im größten Schieferölvorkommen, Permian Basin, liegen nur bei etwas mehr als 60 USD je Barrel.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold stieg gestern kurzzeitig auf 1.205 USD je Feinunze. Auftrieb gab ein schwächerer US-Dollar, EUR-USD stieg zwischenzeitlich über 1,18. Auslöser waren offensichtlich fehlinterpretierte Äußerungen von EZB-Präsident Draghi vor dem EU-Parlament, der von einem „kräftigen Anstieg“ der Inflation im Euroraum sprach. Damit beschrieb er aber nicht die aktuelle Situation, sondern die Annahme für die längerfristigen EZB-Prognosen. Entsprechend gab der Euro die Gewinne wieder ab und auch Gold fiel wieder auf 1.200 USD zurück. Gold in Euro konnte dagegen leicht auf 1.020 EUR steigen. Der quälend langsame Ausstieg der EZB aus ihrer ultra-lockeren Geldpolitik und die damit einhergehenden negativen Realzinsen im Euroraum sprechen u.E. für einen deutlich höheren Goldpreis in Euro gerechnet. Kurzfristig ist die heute beginnende Fed-Sitzung wichtiger. Eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte gilt dabei als ausgemacht und dürfte den Goldpreis daher nicht mehr nennenswert tangieren. Vielmehr wird es darauf ankommen, was der Fed-Vorsitzende Powell im Anschluss auf der Pressekonferenz sagen wird. In den letzten Wochen hatten einige Fed-Vertreter weitere Zinsschritte in Aussicht gestellt, was Gold belastete. Deutet Powell dagegen eine etwas langsamere Gangart an – immerhin nähert sich der Leitzins dem als neutral geltenden Niveau – dürfte der Goldpreis zulegen. Dann würde es vermutlich unter den spekulativen Finanzanlegern zu Short-Eindeckungen kommen. Diese halten derzeit beträchtliche Netto-Short-Positionen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1Z6U Call Gold Hebel: 8,9
CA9GDG Put Gold Hebel: 9,5

Industriemetalle: Nickel ist mit einem Preisanstieg von 2% seit Jahresbeginn zwar „Best-Performer“ der sechs wichtigen LME-Metalle. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA lastet aber auch auf diesem Metall. Das ist nicht verwunderlich. Denn auch wenn der zunehmenden Verwendung bei Elektromotoren eine große Zukunft zugebilligt wird, spielt die stark konjunkturabhängige Edelstahlindustrie auf absehbare Zeit die wichtigere Rolle. Doch Erwartungen bestimmen schon heute die Preise, weil man sich durch den Kauf der Terminkontrakte oder den Aufbau physischer Bestände gegen einen drohenden Preisanstieg absichert. Das kann auch erklären, warum die sichtbaren Vorräte schneller abgebaut werden als die Defizitschätzungen nahelegen. So sind die Nickel-Lagerbestände an der LME und SHFE zusammen in den ersten sieben Monaten des Jahres um 112 Tsd. Tonnen gesunken, während das Angebotsdefizit im gleichen Zeitraum laut der International Nickel Study Group (INSG) „nur“ bei 97,1 Tsd. Tonnen lag. Seitdem sind die Börsenbestände um weitere 50 Tsd. Tonnen geschrumpft. Vor allem die Sorge über eine unzureichende Kobaltversorgung treibt Batterie- und Autohersteller dazu, seine Verwendung zugunsten von Nickel reduzieren. So wird die NMC 811 Kathode (80% Nickel, 10% Mangan, 10% Kobalt) immer mehr zum neuen Standard, anstelle der NMC 111, 523 und 622 (jeweils das Verhältnis von Nickel, Mangan und Kobalt in der Kathode). Wir messen Nickel langfristig gute Chancen zu.

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