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21.09.18, 13:44

Trump bremst Ölpreis vorerst aus, schwächerer US-Dollar gibt Edelmetallen Auftrieb

Energie: Ein Tweet von US-Präsident Trump setzte dem Ölpreisanstieg gestern ein vorläufiges Ende. Gerade als Brent kurz davor stand, die Marke von 80 USD je Barrel zu erreichen, twitterte Trump in Richtung OPEC: „Wir beschützen die Länder des Mittleren Ostens … und sie treiben die Ölpreise immer weiter nach oben. Das OPEC-Kartell muss dafür sorgen, dass die Preise sofort runter kommen!“ Brent gab daraufhin gut einen USD ab und handelt heute früh leicht erholt bei 79 USD. Der Trump-Tweet kam wenige Tage vor dem informellen Treffen der OPEC und der an den Produktionskürzungen beteiligten Nicht-OPEC-Länder in Algier am Sonntag. Dort sollte zwar in erster Linie über die Umsetzung der im Juni beschlossenen Produktionsanhebung gesprochen werden. Ein weiteres Thema dürfte aber auch der Rückgang der iranischen Ölexporte infolge der US-Sanktionen werden, bzw. wie die OPEC darauf zu reagieren gedenkt. Dieses ohnehin schon heikle Thema ist durch die gestrigen Einlassungen von Trump noch brisanter geworden. Der Iran hat seine Teilnahme an dem Treffen schon vor Tagen abgesagt, als Zeichen des Protests gegen eine mögliche Produktionsanhebung Saudi-Arabiens auf seine Kosten. Empfänger der Trump-Kritik ist in erster Linie Saudi-Arabien, das erst vor wenigen Tagen hatte verlauten lassen, mit einem Ölpreis von mehr als 80 USD zumindest kurzzeitig leben zu können. Saudi-Arabien steht nun vor einem Dilemma. Dreht es den Ölhahn nicht weiter auf, stellt man sich gegen seinen Verbündeten Trump, entspricht es dem Willen von Trump, macht man sich zu seinem Erfüllungsgehilfen und stellt damit die OPEC vor eine Zerreißprobe.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
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CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
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CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Der Goldpreis steigt am Morgen begünstigt durch einen schwächeren US-Dollar auf 1.210 USD je Feinunze. Silber legt im selben Atemzug auf 14,4 USD je Feinunze zu. Platin erreicht mit 840 USD je Feinunze das höchste Niveau seit sechs Wochen. Palladium notiert auf einem 5-Monatshoch von fast 1.060 USD je Feinunze. Seit Mitte der Woche hat sich Palladium damit um 7% verteuert. Als besonders von der Konjunktur abhängiges Edelmetall profitiert Palladium von der positiven Marktstimmung und dem gestiegenen Risikoappetit (siehe Industriemetalle auf Seite 2). Auch die im Juli und August stark gestiegenen Pkw-Neuzulassungen in der EU gaben Palladium Rückenwind, selbst wenn die extrem hohe Vorjahresveränderungsrate von +31% im August maßgeblich durch einen Basiseffekt zustande kam. Der Zuwachs bei den Neuzulassungen dürfte vor allem bei Benzinern erfolgt sein, wo in erster Linie Palladium in den Katalysatoren zum Einsatz kommt.
Die russische Zentralbank hat eigenen Angaben zufolge ihre Goldreserven im August um weitere 1 Mio. Unzen erhöht. Das entspricht Käufen von 31,1 Tonnen. Die Bestände lagen am 1. September bei 64,3 Mio. Unzen (entspricht ca 2.000 Tonnen). Der IWF hatte vor wenigen Tagen einen ähnlich hohen Zuwachs der russischen Goldreserven berichtet. Die Zentralbank Russlands bleibt damit der wichtigste offizielle Käufer. China hat dagegen seit fast zwei Jahren keinen Kauf mehr ausgewiesen.

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Industriemetalle: Ungeachtet des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China, in Kürze könnte fast der gesamte Handel zwischen den beiden Ländern mit Strafzöllen belegt werden – wir sprechen von Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 700 Milliarden USD –, legen die Preise für Industriemetalle seit Tagen zu. Der Kupferpreis steigt dabei heute morgen auf 6.200 USD pro Tonne, den höchsten Stand seit Mitte August. Zu Wochenbeginn handelte Kupfer noch ca. 300 USD niedriger. Die Erklärung für diesen scheinbaren Widerspruch ist, dass sich die Marktteilnehmer an die Rhetorik gewöhnt haben und bislang die Wirtschaft offensichtlich nicht darunter gelitten hat. Die Rückkehr der Zuversicht kann man am ehesten an den US-Aktienindizes S&P 500 und Dow Jones Industrial Average ablesen. Diese sind gestern jeweils auf Allzeithochs gestiegen. Dabei haben auch die jüngsten Konjunkturdaten für Auftrieb gesorgt, z.B. die Erstanträge auf Arbeitslosengeld, die auf den niedrigsten Stand seit 1969 gefallen sind. Der hohe Risikoappetit der Anleger gepaart mit einem schwächeren US Dollar wiegt also aktuell stärker als die mögliche Konjunkturverlangsamung in Folge des Handelsstreits und weiterer politischer Unwägbarkeiten wie die US-Sanktionen gegen den Iran und Russland oder der Brexit. Auch wenn die jüngsten Daten auf eine robuste asiatische Nachfrage hindeuten, wie z.B. die Börsenlagerbestände, die dort auf Mehrmonatstiefs liegen, kann man bei den Industriemetallpreisen u.E. noch keine Entwarnung geben.

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