CHF: Wie wohl fühlt sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit den aktuellen EUR-CHF-Niveaus? Viele Marktteilnehmer dürften heute mit Blick auf die vierteljährliche Geldpolitische Lagebeurteilung der SNB eine Antwort erhoffen. Der Fokus wird dabei natürlich auf ihrer Wortwahl zum Wechselkurs liegen. Bezeichnet sie ihn immer noch als „hoch bewertet“ oder doch wieder als „deutlich überbewertet“, wie zuletzt Mitte 2017. Klar ist, dass die Wechselkursentwicklung der letzten zwei Monate keinesfalls im Interesse der Notenbank war. Bislang gibt es allerdings keine Anzeichen dafür, dass die SNB bereits im Markt eingegriffen hat, um eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern. Die Währungsstärke könnte sich also noch in ihrem Toleranzbereich befinden. Zuletzt war zudem ein Einschreiten auch nicht mehr nötig, da sich die Emerging Market Turbulenzen gelegt haben und damit auch die Risikoaversion zurückgegangen ist. Aber: Noch bleibt die Unsicherheit hoch, insbesondere mit Blick auf die Türkei, wo die Zentralbank erst noch beweisen muss, dass sie wirklich unabhängig agieren kann. Insofern würde ich davon ausgehen, dass die SNB heute zumindest ihre Bereitschaft, am Devisenmarkt zu intervenieren, nochmals bekräftigt. Von einer Änderung ihrer Wortwahl zum Wechselkurs wird sie aber voraussichtlich absehen.
Was heißt das für die weitere CHF-Entwicklung? Nicht viel ehrlicherweise. Selbst wenn die SNB heute ihre Einschätzung ändern würde, was würde sie damit denn groß bewirken? Das ist nun einmal das Leid einer Währung, deren wichtigstes Merkmal der eines sicheren Währungshafens ist. Der Wechselkurs ist Schwankungen in der Marktstimmung weitaus stärker ausgesetzt als dies in anderen
G10-Währungen der Fall ist. Auf die Risikowahrnehmung hat die SNB zwar leider keinerlei Einfluss, jedoch durchaus darauf, wie glaubwürdig ihre Interventionsdrohungen sind. Ich befürchte, mit der Aufgabe des Mindestkurses im Jahr 2015 haben sich die Schweizer Währungshüter diesbezüglich aber derart schlimm ins Knie geschossen, dass sie sich auf absehbare Zeit nicht davon erholen werden. Kurzfristig mag die SNB eine Franken-Aufwertung mittels Interventionen verhindern können. Dauerhaft würde ihr das zweifellos nicht gelingen. Eine gute Nachricht gibt es jedoch: Die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario ist sehr gering. Dafür müsste die Euroraum-Krise wohl noch einmal deutlich hochkochen, wonach es – trotz der Probleme in Italien – aktuell nicht aussieht.
NOK: Ich muss zugeben, dass die Erholung der norwegischen Krone gegenüber dem Euro schneller gekommen ist, als ich erwartet hatte. Unsere Jahresendprognose von 9,55 in EUR-NOK, die wir erst vor kurzem von 9,15 angehoben hatten, erscheint mittlerweile überholt. Zwar spiegeln die Zinserwartungen des Marktes im Großen und Ganzen auch unsere Erwartungen wieder, was das weitere Aufwertungspotenzial begrenzt. Doch natürlich könnten wir mit unseren Zinsprognosen (eine dieses Jahr, zwei nächstes Jahr) daneben liegen. So hat sich der Preistrend in Norwegen jüngst doch merklich verstärkt. Mit 3,4% liegt die Teuerung aktuell deutlich über dem 2%-Ziel der Notenbank, was die Norges Bank dazu veranlassen könnte, mit dem heute allseits erwarteten Zinsschritt, eine noch aggressivere geldpolitische Normalisierung in Aussicht zu stellen. Dennoch sehe ich noch keine Not, unsere Prognose bereits über Bord zu werfen. Zwar würde ich im Normalfall ebenfalls argumentieren, dass die Inflationsbeschleunigung ein guter Grund ist, eine straffere Geldpolitik zu erwarten. Im Falle der Norges Bank wäre ich mir da aber nicht so sicher. Denn in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass sie eine sehr hohe Toleranz hinsichtlich ihres Inflationsziels hat, sowohl nach oben als auch nach unten, und sie einen stärkeren Fokus auf ein stabiles Wirtschaftswachstum legt. Mitte 2016 ließ sie die Inflation entsprechend sogar bis auf 4,5% steigen. Klar, sie wird ihre Inflationsprognosen heute nach oben revidieren müssen, aber als entscheidend könnte sich erweisen, dass sich ihr Wachstumsausblick nicht wesentlich geändert hat. Daher sehe ich ein gewisses Risiko, dass sich die Norges Bank heute nicht so falkenhaft äußern wird, wie es einige erwarten.
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