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19.09.18, 14:00

Handelsstreit eskaliert weiter – na und?

Energie: Der Brentölpreis stieg gestern zeitweise um 2 USD und erreichte in der Spitze fast die Marke von 80 USD je Barrel. Ausgelöst wurde der Preissprung von Medienberichten, wonach Saudi-Arabien mit einem kurzzeitigen Preisanstieg auf mehr als 80 USD leben könnte. Dies könnte als Signal gewertet werden, dass Saudi-Arabien entweder nicht willens oder nicht in der Lage ist, den Wegfall der iranischen Ölexporte aufgrund der US-Sanktionen auszugleichen. Im August kam es bereits zu einem merklichen Rückgang der iranischen Öllieferungen. Laut Bloomberg-Daten lagen sie nur noch bei gut 1,8 Mio. Barrel pro Tag, verglichen mit 2,5 Mio. Barrel pro Tag im April. Am Sonntag treffen sich die OPEC und die an den Produktionskürzungen beteiligten Nicht-OPEC-Länder, um darüber zu beraten, wie mit dem sanktionsbedingten Wegfall eines Teils der iranischen Ölexporte umgegangen werden soll. Der Iran wird an dem Treffen wohl nicht teilnehmen, wie gestern verlautete. Dies zeigt, wie verhärtet die Fronten derzeit sind. Der Iran beschuldigt Saudi-Arabien und Russland, die Produktion erhöhen und ihm damit Marktanteile wegnehmen zu wollen. Bislang ist dies noch nicht erfolgt. Im Juli hat Saudi-Arabien Daten von JODI zufolge sogar weniger Rohöl gefördert und exportiert. Gestern hat überraschend der Irak Bereitschaft signalisiert, seine Ölproduktion zu erhöhen. Dieser gilt eigentlich als enger Verbündeter des Iran in der Region und in der OPEC. China hat bislang davon abgesehen, US-Rohöl auf die Liste von Gütern zu setzen, die mit einem Strafzoll belegt werden. Dies könnte sich allerdings noch ändern. Auf der Liste steht dagegen US-Flüssiggas (LNG).

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Der Goldpreis steigt am Morgen auf 1.205 USD je Feinunze, was angesichts der positiven Marktstimmung und des gestiegenen Risikoappetits schon als Erfolg zu werten ist. Ein Grund ist sicherlich, dass der US-Dollar im Gegensatz zu vorherigen Zolleinführungen nicht mehr mit einer weiteren Aufwertung reagierte. Die US-Aktienmärkte schlossen gestern trotz der weiteren Verschärfung im Handelsstreit zwischen den USA und China deutlich im Plus und auch die Börsen in Asien legen heute merklich zu. Offensichtlich reagierten die Marktteilnehmer mit Erleichterung darauf, dass die gegenseitigen Zollsätze zunächst „nur“ 10% betragen und nicht wie von einigen befürchtet 25%. Hauptnutznießer dieser Entwicklung ist Palladium, das sich gestern um knapp 3% verteuerte und erstmals seit drei Monaten wieder mehr als 1.000 USD je Feinunze kostet. Das hauptsächlich in der (Auto-)Industrie verwendete Palladium profitierte dabei auch von der Erholungsrally bei Industriemetallen (siehe Seite 2). Da Platin kaum mitzieht, weitete sich die Preisdifferenz zwischen Palladium und Platin auf knapp 200 USD aus. Der World Gold Council hat Indien davon abgeraten, die Steuer auf Goldimporte zu erhöhen (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern). Laut WGC liegt die Goldnachfrage in Indien bislang 7% unter dem Vorjahr und steht daher nicht im Mittelpunkt des Leistungsbilanzdefizits. Sollte Indien die Importsteuer tatsächlich erhöhen, würde dies der seit Jahren schwächelnden indischen Goldnachfrage einen weiteren Schlag versetzen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE1Z6U Call Gold Hebel: 8,5
CA9GDG Put Gold Hebel: 10,1

Industriemetalle: Es klingt absurd: Die USA und im Gegenzug auch China ziehen die Zollschraube weiter an und die Metallpreise legen zu. Erklären lässt sich die gestrige Marktreaktion zum einen mit dem „Vorleben“ der Metallmärkte, denn der Handelsstreit setzt den Metallpreisen bereits seit Wochen zu. Der Index der Londoner Metallbörse LMEX notiert folglich rund 17% niedriger als im Hoch Anfang Juni. Zum anderen beflügelte gestern das grundsätzlich risikofreudigere Umfeld, in dem auch die Aktienmärkte kräftig zulegten. Schützenhilfe bekommt der heutige Best-Performer Zink zudem von den Fundamentaldaten. Denn laut International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) hat sich das Angebotsdefizit am globalen Zinkmarkt im Juli auf 32,5 Tsd. Tonnen ausgeweitet. In den ersten sieben Monaten blieb das Angebot rund 42 Tsd. Tonnen hinter der Nachfrage zurück. Damit ist das Defizit zwar deutlich kleiner als im Vorjahr, aber ein Preisrückgang von gut 30% seit diesem Februar bzw. Zinkpreise unter 2.500 USD je Tonne sind in einem unterversorgten Markt u.E. nicht zu rechtfertigen, zumal die LME-Vorräte in den letzten vier Wochen um 40 Tsd. Tonnen gesunken sind. Auch der Bleipreis ist unseres Erachtens zu tief gefallen. Zwar verbuchte der Markt laut ILZSG im Juli einen Angebotsüberschuss, aber auch hier bleibt das Angebot in den ersten sieben Monaten hinter der Nachfrage zurück. Sollte die ILZSG im Rahmen ihres Herbstausblicks Anfang Oktober die Marktversorgung knapper einschätzen als bislang, könnte dies dem Bleipreis Auftrieb geben.

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