GBP: GBP-Händler blicken dem heute in Salzburg beginnenden EU-Gipfel optimistisch entgegen. Etwas vorsichtiger klang dagegen gestern der irische Premierminister Leo Varadkar, der die Erwartungen hinsichtlich des Gipfels etwas dämpfte. In Salzburg werde keine Entscheidung fallen und er gehe nicht von einer Änderung der Verhandlungsposition aus. Klar ist: Trotz der deutlich konzilianteren Töne der beiden Verhandlungspartner in den letzten Tagen, liegen beide Seiten in wichtigen Fragen noch weit auseinander. Entscheidend für das Pfund wird auf dem Gipfel daher vor allem sein, dass keine neuen roten Linien aufgezeigt werden, die unmöglich miteinander vereinbar scheinen, sondern beide Seiten bekräftigen, dass eine Einigung möglich ist. Vor allem ein breiteres Verhandlungsmandat für den EU-Verhandlungsführer Michel Barnier wäre hilfreich, um überhaupt wieder Bewegung in die Verhandlungen, insbesondere mit Blick auf die irische Grenze, zu bekommen. Laut Barnier wird Oktober der „Moment der Wahrheit“. Dann werde man sehen, ob eine Vereinbarung in Reichweite sein werde. Die Unsicherheit, was für ein Abkommen erreicht werden kann, bleibt also vorerst, wahrscheinlich auch über den Salzburg-Gipfel hinaus. Und damit auch das Risiko eines Brexit-„Unfalls“. Solange das der Fall ist, schließen wir auch nicht aus, dass das Pfund auch noch einmal deutlich schwächer notieren kann. Noch sollten GBP-Händler die Brexit-Risiken nicht vollständig auspreisen. Das bedeutet natürlich auch, dass es für das Pfund Erholungspotenzial gibt, sollten deutliche Verhandlungsfortschritte bekannt werden.
JPY: Wie erwartet war die heutige Zinsentscheidung der Bank of Japan ereignislos, nachdem sie auf ihrer letzten Sitzung Ende Juli ihre geldpolitische Ausrichtung auf diverse Art und Weise angepasst hatte, ohne von einer Neuausrichtung sprechen zu wollen. Auch auf der Pressekonferenz heute Morgen wird BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda bemüht sein, die weiterhin expansive Ausrichtung der BoJ zu betonen. Derzeit scheint ihr das zu gelingen – USD-JPY näherte sich in den letzten Tagen langsam wieder dem Jahreshoch bei 113. Das dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass die Risikostimmung am Markt zuletzt wieder verstärkt von den Schlagzeilen über den Handelskonflikt zwischen den USA und China getrieben war. Aufgrund der engen Handelsverknüpfungen im asiatischen Raum hat dieser auch Folgen für Japan, was die Nachfrage nach dem JPY als sicheren Währungshafen etwas dämpft. Doch auch im Falle einer weiteren deutlichen Eskalation mit weitreichenden wirtschaftlichen Konsequenzen spräche das in meinen Augen nur für eine vorübergehende JPY-Schwäche. Denn zunehmender Gegenwind für die japanische Wirtschaft würde die Inflationsdynamik in Japan weiter abkühlen. Das würde die BoJ wohl lange akzeptieren, hat sie in unseren Augen doch zuletzt signalisiert, dass sie derzeit vor allem bemüht ist, den Margendruck auf den Bankensektor zu mindern. Dem widerspricht eine expansivere Ausrichtung der Geldpolitik. Die Inflationserwartungen, die nach der Juli-Entscheidung bereits deutlich gefallen sind, dürften dann dementsprechend noch weiter zurückgehen. Angesichts der langsam anziehenden Inflationsdynamik in den USA und Europa bedeutet das, dass der Yen vergleichsweise an Kaufkraft hinzugewinnt, was früher oder später zu einem stärkeren Yen führen wird.
CAD: Während die Handelsverhandlungen zwischen den USA und China von neuen Zöllen und Gegenzöllen überschattet werden, werden heute die Verhandlungen zwischen den USA und Kanada fortgesetzt. Schon die Nachricht alleine reichte, um den CAD gestern aufwerten zu lassen. Der Markt scheint implizit anzunehmen, dass US Präsident Donald Trump einen Mehrfronten-Handelskrieg vermeiden möchte. Die neuerliche Eskalation im Handelskrieg mit China wäre demnach ein gutes Vorzeichen für die NAFTA-Verhandlungen. Auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau vermittelte in einem Interview am Montag, dass eine gütliche Einigung wahrscheinlich ist, erreicht sei sie aber noch nicht. Doch die Uhr tickt: Bis Ende des Monats muss ein Abkommen vorliegen, um die NAFTA-Neuauflage noch vor dem Amtsantritt des neuen mexikanischen Präsidenten zu unterzeichnen. Da es dauert, eine Einigung in formalen Text zu gießen, gehen kanadische Offizielle davon aus, dass schon diese Woche eine Einigung erzielt werden müsste. Dem CAD stehen damit richtungsweisende Tage bevor. Denn nur wenn die NAFTA-Verhandlungen ohne Probleme zum Abschluss kommen, wird die Bank of Canada wohl an ihrem Zinserhöhungszyklus festhalten und den CAD wie von uns erwartet in den kommenden Monaten unterstützen.
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