Energie: Brentöl startet wenig verändert bei gut 78 USD je Barrel in die neue Handelswoche. Das Aufwärtsmomentum ist nach dem kurzzeitigen Anstieg über 80 USD Mitte letzter Woche zum Erliegen gekommen. Ein neuerlicher Anlauf ist zunächst eher unwahrscheinlich. Denn am globalen Ölmarkt bahnt sich eine Kooperation zwischen den drei weltgrößten Ölproduzenten Saudi-Arabien, Russland und USA an, um Angebotsausfälle aus dem Iran auszugleichen. Saudi-Arabien und Russland wollen ihre Zusammenarbeit auch über das Ende des Kürzungsabkommens am Jahresende hinaus fortsetzen. Darauf verständigten sich die beiden Energieminister, Nowak und al-Falih, bei einem Treffen in Moskau. Ende letzter Woche war auch US-Energieminister Perry in der russischen Hauptstadt zu Gast. Ein Thema dabei war dabei sicherlich auch der Wegfall der iranischen Ölexporte wegen der US-Sanktionen. Eine Zusammenarbeit der drei größten Ölproduzenten dürfte die Sorgen vor möglichen Angebotsknappheiten lindern und einem weiteren Preisanstieg entgegenstehen. Der iranische OPEC-Gouverneur sprach davon, dass Russland und Saudi-Arabien den Ölmarkt „als Geisel“ nehmen würden. Laut jüngster Schätzungen der OPEC und der IEA ist der Ölmarkt aktuell ohnehin ausreichend versorgt. Für das nächste Jahr besteht sogar ein gewisser Puffer für Angebotsausfälle. Heute Abend veröffentlicht die US-Energiebehörde neue Schätzungen zur US-Schieferölproduktion. Nach der Abwärtsrevision der Projektion für die US-Rohölproduktion in der letzten Woche dürfte auch die Schieferölproduktion nach unten angepasst werden.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Ein festerer US-Dollar und steigende US-Anleiherenditen drückten den Goldpreis am Freitag wieder unter 1.200 USD je Feinunze, wo er auch heute Morgen notiert. Die sich abzeichnende neuerliche Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China (siehe Industriemetalle auf Seite 2) lässt den Goldpreis zu Beginn der neuen Handelswoche abermals weitgehend kalt. Indien hat Daten des Finanzministeriums zufolge im August deutlich mehr Gold importiert. Dies deutet auf eine anziehende Nachfrage im zweitwichtigsten Goldkonsumentenland hin. Offensichtlich wurden die im August auf ein 8-Monatstief gesunkenen lokalen Preise zum Aufstocken der Bestände genutzt. Zuletzt scheint die Nachfrage in Indien angesichts gestiegener Preise aber bereits wieder zu schwächeln. Lokale Goldhändler berichten erstmals seit über einem Monat von negativen Prämien. Im Laufe der Woche veröffentlicht die Schweizer Zollbehörde Zahlen zu den Goldexporten aus der Schweiz nach Asien. Diese dürften höhere Lieferungen nach Indien zeigen. Darüber hinaus werden sie Aufschluss darüber geben, ob die verhaltene Nachfrage in China angezogen hat. Die spekulativen Finanzanleger haben in der Woche zum 11. September ihre Netto-Short-Positionen bei Gold etwas reduziert. Mit gut 75 Tsd. Kontrakten liegen sie aber weiterhin auf einem hohen Niveau, so dass von dieser Seite weiter Potenzial für Short-Eindeckungen und damit für höhere Preise besteht. Gleiches gilt auch für Silber und Platin, wo ebenfalls weiterhin beträchtliche Netto-Short-Positionen bestehen.
Industriemetalle: Das zarte Pflänzchen der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Handelsstreits zwischen den USA und China wird nun wieder zertreten. Nicht nur ist es wahrscheinlich, dass die US-Regierung diese Woche chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden USD mit Strafzöllen belegen wird. Es wird wohl auch kurzfristig keine weiteren Verhandlungen geben und sogar weitere Importzölle sind wahrscheinlich. Bereits jetzt werden von den USA und China Importe im Wert von jeweils 50 Milliarden USD gegenseitig mit Strafzöllen von 25% belegt. US-Präsident Trump signalisierte sogar die Bereitschaft, die „restlichen“ Einfuhren aus China im Wert von 267 Milliarden USD mit Strafzöllen zu belegen. Die verkehrte Logik hinter der Entscheidung der US-Regierung ist dabei, dass man „stärker“ sei, weil man mehr aus China importiere als umgekehrt. Die größere Abhängigkeit von der anderen Seite wird also zur eigenen Stärke im Handelskonflikt erklärt. China will das wohl nicht akzeptieren und zieht neben den Strafzöllen auf US-Importe sogar Exportverbote für wichtige Materialen und Equipment in die USA in Erwägung. In diesem Konflikt gibt es u.E. keine Gewinner und vor allem der Welthandel und die Weltkonjunktur werden darunter leiden müssen. Die Industriemetalle sind sehr konjunkturabhängig und reagieren deshalb empfindlich darauf. Sie verlieren heute zwischen 1% und 3% an Wert. Wir halten es für wahrscheinlich, dass sich die Verluste noch ausweiten und der LME-Industriemetallindex die 2018er-Tiefs vom August unterschreiten wird.
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