Energie: Das Ziel klar vor Augen steuert der Brentölpreis aktuell geradewegs auf 80 USD je Barrel zu. Dabei nutzen die Marktteilnehmer sämtliche Nachrichten, um den Anstieg zu rechtfertigen. Sogar solche um den Hurrikan „Florence“, der die Ostküste der USA ansteuert. Zwar könnte man argumentieren, dass die Gefahr für die Öl- und Gasproduktion im Golf von Mexiko steigt, falls sich z.B. wie kürzlich in der Westkaribik ein tropischer Sturm bildet und wie „Harvey“ im Vorjahr für massive Störungen sorgt. Doch wir sehen „Florence“ eher als Belastung für den Ölpreis, weil dadurch vor allem der Raffineriebetrieb und die Nachfrage gestört werden. Die Ölnachfrage dürfte ohnehin laut dem Monatsbericht der EIA angesichts der hohen Preise nicht ganz so stark steigen wie noch vor einem Monat geschätzt. Wichtiger im gestrigen Bericht ist aus unserer Sicht eine nochmalige Korrektur der US-Ölproduktionsschätzung für 2019. Demnach dürfte diese mit 11,5 Mio. Barrel täglich 200 Tsd. Barrel niedriger ausfallen als noch vor einem Monat unterstellt. Damit wird sich das Wachstum deutlich verlangsamen, denn in diesem Jahr werden die USA mit 10,7 Mio. Barrel pro Tag 1,3 Mio. Barrel bzw. 14% mehr Rohöl als 2017 produzieren. Zwar könnten die bestehenden Raffinerie- und Pipelinekapazitäten von 3,6 Mio. Barrel täglich im Permian Basin rund um Midland die Produktion von gegenwärtig 3,4 Mio. Barrel theoretisch absorbieren. Dennoch hat sich die Preisdifferenz zwischen WTI Midland und exportfähigen Ölsorten wie Magellan East Houston oder Light Louisiana Sweet Anfang September auf rekordhohe 24 USD je Barrel ausgeweitet, was die Produktion weiter bremsen dürfte. Dem Ölpreis gibt auch der API-Bericht Schub, der einen starken Rückgang der US-Rohölbestände um 8,64 Mio. Barrel für die Vorwoche aufzeigt.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Gold und die anderen Edelmetalle standen gestern phasenweise deutlich unter Druck. Gründe waren der festere US-Dollar, höhere Anleiherenditen – die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen hat sich wieder der Marke von 3% genähert – und steigende US-Aktienmärkte. In diesem von höherem Risikoappetit gekennzeichneten Marktumfeld fiel Gold unter 1.190 USD je Feinunze. Zusätzlich belastet wurde Gold von weiteren ETF-Abflüssen. Silber stand gestern wesentlich stärker unter Druck als Gold. Es fiel erstmals seit Januar 2016 vorübergehend unter die Marke von 14 USD je Feinunze. Neben Gold wirkten bei Silber wie schon in den letzten Wochen auch diesmal die deutlich gefallenen Industriemetallpreise belastend. Daneben hat das Unterschreiten der 14 USD-Marke zu technisch bedingten Anschlussverkäufen geführt. Neue Fundamentaldaten zum Silbermarkt, die den Preisrutsch hätten erklären können, gab es dagegen nicht. Für dieses Jahr erwartet das Silver Institute am globalen Silbermarkt wegen einer anziehenden Nachfrage ein moderates Angebotsdefizit. Diese Einschätzung stammt allerdings noch vom Jahresbeginn. Das Gold/Silber-Verhältnis ist gestern auf fast 85 gestiegen, der höchste Wert seit über 23 Jahren. Platin und Palladium haben sich trotz der schwachen chinesischen Autoabsätze überraschenderweise besser gehalten als Silber.
Industriemetalle: Auch gestern ging es mit den Metallpreisen deutlich nach unten. Der LME-Industriemetallindex fiel um 1,5% und notiert nur noch knapp über dem 13-Monatstief von Mitte August. Die größten Verlierer waren Blei und Zink, die jeweils um rund 3% nachgaben. Gründe für den neuerlichen Preisrutsch lassen sich nur schwer finden. Von Tag zu Tag wachsen allerdings die Sorgen der Marktteilnehmer, dass sich die Zollspirale im Handelsstreit zwischen den USA und China weiterdreht und dies die Realwirtschaft negativ beeinträchtigt. Es grassiert offenbar die Angst, dass schon bald alle Warenströme zwischen den beiden Ländern Zöllen unterliegen. Anders können wir uns die negative Haltung der Marktteilnehmer nicht erklären. Der Pessimismus spiegelt sich auch in der Marktpositionierung wider. Die von der LME als spekulativ eingestuften Marktteilnehmer haben sich in der letzten Woche weiter aus den meisten Metallen zurückgezogen. Bei Nickel setzten sie sogar erstmals in diesem Jahr auf fallende Preise.
In China fallen seit gestern die Stahlpreise deutlich. Grund hierfür ist eine Überlegung der Regierung, die geplanten Produktionskürzungen in der Schwerindustrie während der bevorstehenden Wintersaison flexibler zu gestalten. Anstatt eine einheitliche Vorgabe zu machen, sollen zumindest die nördlichen Provinzen selbst entscheiden können, wie stark die Produktion gedrosselt werden muss. Sollte dieser Plan umgesetzt werden, dürften die Produktionskürzungen geringer als ursprünglich angedacht ausfallen.
Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise
Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.