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11.09.18, 13:46

CO2-Preisanstieg beflügelt den europäischen Energiesektor

Energie: Der Brentölpreis hält sich weiterhin in der Nähe von 78 USD je Barrel. Nicht nur die Nachfrage der Finanzanleger, die wegen einer „risk-on“ Stimmung an den Finanzmärkten, eines etwas schwächeren US-Dollar und der Erwartungen fallender Iran-Exporte primär auf der Käuferseite sind, ist kräftig, sondern auch die physische Nachfrage bleibt robust. So hat China im August mit 38,38 Mio. Tonnen bzw. 9,04 Mio. Barrel Rohöl täglich 12,9% mehr als vor einem Jahr importiert. Insgesamt hat das Land in den ersten acht Monaten mit rund 300 Mio. Tonnen 6,5% mehr Rohöl als im Vorjahr eingeführt. Der Monatsbericht der US-Energiebehörde EIA dürfte zudem die robuste US-Nachfrage bestätigen. Auch der heute zur Veröffentlichung anstehende API-Lagerbericht könnte preisstützend wirken. Denn es wird erneut mit einem (saisonal bedingten) stärkeren Lagerabbau gerechnet, was der Markt nutzen kann, der aktuell „nach Gründen sucht“, die Marke von 80 USD je Barrel zu testen.
Der gestrige Preisanstieg bei CO2 hat den europäischen Energiesektor massiv nach oben bewegt. Der Strompreis (Phelix Grundlast) für das kommende Jahr, der aktuell maßgeblich durch den CO2-Preis und den Energiekohlepreis bestimmt wird, ist dabei mit fast 57 EUR je MWh auf ein Siebenjahreshoch gesprungen. Man hätte denken können, dass der massive CO2-Preisanstieg die Wirtschaftlichkeit der „sauberen“ Gaskraftwerke verbessern würde. Doch genau das Gegenteil ist passiert, weil der Gaspreis wegen Angebotssorgen und spekulativer Käufe seit Anfang August bereits um ein Viertel gestiegen ist (TTF). Für die Stromerzeuger lohnt sich also die Umstellung von Kohle zu Erdgas weiterhin nicht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: An den Edelmetallmärkten war gestern wenig Bewegung. Selbst ein am Nachmittag schwächerer US-Dollar gab den Preisen keinen Auftrieb. Gold handelt daher weiter unter 1.200 USD je Feinunze. Gold in Euro gerechnet fiel wegen der Währungsentwicklung wieder unter 1.030 EUR je Feinunze. Für Kaufzurückhaltung könnte gestern die Meldung gesorgt haben, dass der EU-Chefunterhändler Barnier eine Einigung mit Großbritannien in den Brexit-Verhandlungen in den nächsten 6-8 Wochen für realistisch hält. Dies ist aber an und für sich nichts Neues, denn es war ohnehin geplant, bis Ende Oktober/Anfang November eine Einigung zu erzielen. Apropos Kaufzurückhaltung: Die chinesische Zentralbank (PBoC) hat eigenen Angaben zufolge auch im August ihre Goldreserven nicht aufgestockt. Sie hatte zuletzt im Oktober 2016 kleine Mengen Gold gekauft.
In China wurden auch im August weniger Autos verkauft. Gemäß Daten des Verbands der chinesischen Automobilproduzenten gingen die Absätze im Vergleich zum Vorjahr um 4,6% auf 1,79 Mio. Autos zurück. Im Juli wurde bereits ein Rückgang um 5,3% registriert. Laut dem Generalsekretär des Verbands sind die Chinesen angesichts einer sich abflauenden Wirtschaft vorsichtiger mit großen Anschaffungen geworden. Stimmungsbelastend bei den Käufern war zudem der Handelsstreit mit den USA. Die schwachen Autoabsätze haben wohl mit dazu beigetragen, dass die Platin- und Palladiumpreise im August zwischenzeitlich auf mehrjährige bzw. mehrmonatige Tiefstände gefallen waren.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV4914 Call Gold Hebel: 9,0
CA9GCJ Put Gold Hebel: 7,8

Industriemetalle: Die Teilnehmer an den Metallmärkten halten sich weiter zurück und warten auf die Ankündigung neuer US-Zölle auf die Importe chinesischer Güter. Dies steht einer Erholung der unseres Erachtens zu niedrigen Metallpreise im Wege. Im Gegenteil, sie geben weiter nach. Die Ausnahme war gestern Aluminium, das am Nachmittag innerhalb weniger Minuten um 50 USD nach oben sprang und anschließend bis auf 2.110 USD je Tonne weiter zulegte. Grund waren Meldungen, wonach Rusal, der größte russische Aluminiumproduzent, wegen der US-Sanktionen Produktionskürzungen vorbereitet. Diese könnten demnach schon in diesem Monat beginnen. Die USA hat den Geschäftspartnern von Rusal eine Frist bis zum 23. Oktober gesetzt, bis zu der die Geschäfte mit dem Unternehmen abgewickelt werden müssen. Danach wäre Rusal vom Weltmarkt abgeschnitten. Industriekreisen zufolge sehen deshalb die Kunden davon ab, in diesem Jahr Jahreskontrakte mit Rusal abzuschließen. Die Aluminiumindustrie verhandelt im Rahmen einer vom Research- und Datenanbieter Metal Bulletin ausgerichteten Konferenz, die diese Woche in Berlin stattfindet, Lieferungen über Jahreskontrakte. Rusal stand im letzten Jahr für gut 6% der weltweiten Aluminiumproduktion und hat außerhalb Russlands 36% seiner Umsätze mit Europa generiert. Ein Wegfall von Rusal würde wohl zu massiven Versorgungsengpässen führen. Die russische Regierung hat zuletzt wiederholt Aufkäufe von Material von Rusal ins Spiel gebracht, sollte das Unternehmen finanzielle Hilfen benötigen.

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