Der deutsche Aktienmarkt konnte zum Wochenschluss trotz schwacher Daten zur Industrieproduktion und ungeachtet des weiter schwelenden internationalen Handelskonflikts zwischenzeitliche Verluste wieder ausbügeln. Der DAX endete 0,03 Prozent fester bei 11.960 Punkten. Auf Wochensicht verlor er jedoch 3,27 Prozent. MDAX und TecDAX verbesserten sich am Berichtstag um 0,19 und 0,59 Prozent. Unter den 110 größten Werten (HDAX) gab es 56 Gewinner (51%) und 54 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 68 Prozent. Im DAX wechselten 104,9 Millionen Aktien (Vortag: 90,1) im Wert von 3,63 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 2,96) den Besitzer. Stärkste Sektoren waren Software (+1,91%), Telekommunikation (+0,86%) und Immobilien (+0,33%). Am deutlichsten verloren Rohstoffwerte (-3,25%), Bauwerte (-1,72%) und Technologietitel (-1,39%). SAP verbesserte sich an der DAX-Spitze ohne Nachrichten um 1,82 Prozent. Merck und Deutsche Telekom rückten dahinter um 1,27 und 1,11 Prozent vor. Die rote Laterne hielt nachrichtenlos ThyssenKrupp mit einem Abschlag von 2,60 Prozent. HeidelbergCement und Bayer büßten 2,10 respektive 1,86 Prozent ein. Gerresheimer legte als bester Wert im MDAX nach der Bekanntgabe eines neuen Vorstandschefs um 4,29 Prozent zu. Aurubis sackte am anderen Indexende nach einer Kurszielsenkung durch Warburg Research um 4,71 Prozent ab. Aixtron sprang im TecDAX nach einem positiven Analystenkommentar um 5,63 Prozent.
An der Wall Street endeten die Indizes nach den US-Arbeitsmarktdaten im Minus. Der Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft lag im August mit 201.000 leicht über den Markterwartungen. Ein stärker als prognostizierter Anstieg der Lohninflation (0,4 statt 0,2 Prozent) erhöhte die Erwartung weiter anziehender Leitzinsen. Zusätzlich belastend wirkte, dass US-Präsident Donald Trump neben den bereits angedrohten Strafzöllen auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden USD weitere Zölle auf Waren im Wert von 267 Milliarden USD in Aussicht stellte, die nach seinen Angaben „sehr bald“ verhängt werden könnten. Der Dow schloss 0,30 Prozent tiefer bei 25.917 Punkten. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es ebenfalls um 0,30 Prozent nach unten auf 7.430 Zähler. 65 Prozent der Werte an der NYSE konnten zulegen. Das Abwärtsvolumen lag bei 58 Prozent. Es gab 81 neue 52-Wochen-Hochs und 134 neue Tiefs. Einzige Sektoren im Plus waren Communication Services und Healthcare. Am deutlichsten verloren Immobilien und Versorger. Die Tesla-Aktie zog mit einer Fortsetzung des Abverkaufs (-6,30%) die Aufmerksamkeit auf sich. Hier belastete der Rücktritt des Chief Accounting Officer Dave Morton. Broadcom haussierte nach überzeugenden Geschäftszahlen und der Ankündigung einer höheren Dividende um 7,69 Prozent.
Am Devisenmarkt wertete der US-Dollar nach den Arbeitsmarktdaten gegenüber allen anderen Hauptwährungen auf. Der Dollar-Index ging 0,33 Prozent fester bei 95,33 Punkten aus dem Handel. EUR/USD fiel um 0,60 Prozent auf 1,1552 USD. Mit Blick auf die anderen Majors präsentierte sich das Pfund Sterling stark, während der Austral-Dollar deutlich unter Druck stand.
Der S&P GSCI Rohstoffindex für 24 Spotpreise konnte trotz des festen Greenbacks um 0,27 Prozent auf 461,03 Punkte ansteigen und sich damit auf der am Vortag erreichten 200-Tage-Linie stabilisieren. Brent-Öl verteuerte sich um 0,43 Prozent auf 76,83 USD. Baker Hughes meldete einen Rückgang der Zahl aktiver Ölbohrungen in den USA um zwei auf 860. Der Preis für US-Erdgas kletterte um 0,14 Prozent auf 2,78 USD. Comex-Kupfer fiel um 0,53 Prozent auf 2,62 USD. Gold gab um 0,32 Prozent auf 1.200 USD (1.036 EUR) nach. Silber notierte 0,08 Prozent tiefer bei 14,17 USD. Platin verbilligte sich um 1,33 Prozent auf 780,40 USD. Gegen den Trend bei den Edelmetallen legte Palladium um 0,70 Prozent auf 968,80 USD zu, scheiterte mit dem Tageshoch bei 976,40 USD jedoch den vierten Tag in Folge an der deckelnden 200-Tage-Linie.
Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite um einen Basispunkt auf 0,21 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen endete vier Basispunkte höher bei 0,39 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss 0,26 Prozent tiefer bei 159,95 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes zog angesichts der robusten Arbeitsmarktdaten um sechs Basispunkte auf ein 4-Wochen-Hoch bei 2,94 Prozent an.
Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh belastet von der Sorge um eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China überwiegend schwächer. Der MSCI Asia Pacific Index fiel den achten Tag in Folge um diesmal 0,43 Prozent auf 159,38 Punkte und komplettierte damit die längste Verlustserie seit Dezember 2017. Das japanische Bruttoinlandsprodukt legte im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,0 Prozent zu und übertraf damit die Konsensschätzung (2,6) deutlich. Die chinesische Verbraucherpreisinflation lag im August zum Vorjahresmonat bei 2,3 Prozent nach 2,1 Prozent im Vormonat (Konsensschätzung: 2,2).
Heute stehen von der Makroseite die Industrieproduktion in Großbritannien sowie der sentix-Konjunkturindex für Deutschland im Fokus. Unternehmensseitig richtet sich der Blick auf Richemont mit einem Trading Update sowie auf Hannover Rück mit einer Pressekonferenz beim alljährlichen Rendez-Vous de Septembre in Monte Carlo.
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