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06.09.18, 11:00

Der Wille ist da, die Zeit nicht

GBP: Das Gerücht, dass die deutsche und britische Seite bereit seien, einem weniger detaillierten Plan zur künftigen Handelsbeziehung zwischen der EU und Großbritannien zu akzeptieren, um den Weg zu einem Übergangsabkommen freizumachen, gab dem Pfund gestern einen ordentlichen Schub. Ein deutscher Regierungssprecher machte die gute Stimmung schnell wieder zunichte, in dem er darauf hinwies, dass die Position der deutschen Regierung unverändert sei. Ich würde aber trotz des Dementis nicht vollkommen ausschließen, dass ein wenig Fünkchen Wahrheit in dem Gerücht steckt. Zumindest kann ich mir gut vorstellen, dass die Option tatsächlich auf dem Tisch lag. Für mich ist das ehrlich gesagt aber eine erschreckende Vorstellung. Denn sie zeigt, wie knapp die Zeit mittlerweile bemessen ist. So waren sich die EU-27 und Großbritannien ja schließlich einig, dass es sinnvoll ist, bereits in der jetzigen Verhandlungsphase einen Plan zur künftigen Beziehung aufzustellen, um ein klares Ziel vor Augen zu haben. Dies lag im Interesse der EU-27, da sie in der zweiten Verhandlungsphase, in der es dann darum ginge, sich auf die Details eines Handelsabkommens zu einigen, Rosinenpickerei seitens Londons verhindern könnten. Die britische Regierung benötigt derweil einen detaillierteren Zielplan, um die Zustimmung für ein Übergangsabkommen vom Parlament einzuholen. Das Problem scheint nun aber zu sein, dass, nachdem die EU den von Premierministerin Theresa May mühevoll aufgestellten „Chequers Plan“ in großen Teilen abgelehnt hat, nicht mehr genügend Zeit besteht, einerseits einen neuen Plan zu erstellen und andererseits die immer noch offene und pressierende Frage zur irischen Grenze zu lösen. Der Kompromiss, ersteres aufzuschieben, erscheint mir damit keinesfalls ermutigend, sondern mehr als ein Akt der Verzweiflung. Und er führt vor Augen, dass eine Einigung nicht zwingend aufgrund fehlender Kompetenz oder fehlenden Willens scheitern könnte, sondern vielmehr, weil die Mammutaufgabe Brexit unterschätzt wurde und die letzten zwei Jahre schlicht und ergreifend vertrödelt wurden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

SEK: Die Riksbank signalisiert seit dem Frühjahr, dass sie gegen Ende dieses Jahres damit beginnen wird, ihre Zinsen zu normalisieren. Der schwedischen Krone scheint dies gegenüber dem Euro allerdings herzlich wenig zu helfen. EUR-SEK notierte vergangene Woche auf Niveaus, die zuletzt in der Finanzkrise im Jahr 2008/2009 erreicht wurden. Die Schwäche der schwedischen Währung lässt sich auf den ersten Blick der hohen Risikoaversion im Zuge der globalen Handelsspannungen sowie der Emerging Market Turbulenzen zuschreiben, was grundsätzlich auch richtig ist. Unseren Berechnungen zufolge hat aber in erster Linie ein starker Euro, der von einer Flucht in sichere Häfen profitiert hat, den Wechselkurs nach oben getrieben, und nicht eine schwache Krone. Seit Mitte des Jahres bewegt sich die SEK mehr oder weniger seitwärts. Aber auch dies ist unserer Ansicht nach nicht gerechtfertigt. Wir hätten erwartet, dass der positive Zinsausblick der Krone Rückenwind verleiht. Immerhin wird die EZB wohl erst weit nach der Riksbank damit beginnen, die Zinsen zu erhöhen. Allerdings wird das Aufwertungspotenzial der Krone aktuell wohl noch durch die Unsicherheit über den Ausgang der am Wochenende stattfindenden Riksdag-Wahlen in Schweden begrenzt. Sobald dieser Belastungsfaktor wegfällt und sofern die Riksbank heute an ihren Zinserhöhungsplänen festhält – wovon wir ausgehen – dürfte der Weg zu einem Aufwertungstrend jedoch endlich frei sein.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CV6A6Q Call EUR/SEK Hebel: 6,9
CE1XBB Put EUR/SEK Hebel: 7,0

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