Energie: Erstmals seit dem Preisrutsch am 11. Juli ist der Brentölpreis gestern über 77 USD je Barrel geklettert. Die US-Lagerbestandsdaten des DOE dürften den Preisanstieg entzündet haben, vor allem weil sie auf eine starke Nachfrage hindeuten. Nicht nur dass die Lagerbestände von Rohöl mit über 2,5 Mio. Barrel, die von Benzin mit über 1,5 Mio. Barrel und die von Destillaten mit über 800 Tsd. Barrel allesamt deutlich stärker gefallen sind als erwartet, sondern diesmal waren dafür nicht die Importe hauptverantwortlich. Vielmehr blieben die Rohölimporte zuletzt mit rund 7,5 Mio. Barrel pro Tag auf einem recht niedrigen Niveau, was wiederum preisstützend interpretiert werden könnte, weil es auf eine Verknappung der weltweit verfügbaren Ölexporte hindeutet. In den Wochen zuvor hatten Ängste vor einer schwächeren Nachfrage die Stimmung eher belastet. Offensichtlich haben die höheren Benzinpreise zumindest den US-Autofahrern nicht die Freude am Fahren verderben können, wobei die Federal Highway Administration in der ersten Jahreshälfte einen Anstieg der „gefahrenen Meilen“ um 5,2 Milliarden bzw. 0,3% ggü. Vorjahr festgestellt hat. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil der durchschnittliche Benzinpreis am Montag laut EIA mit 2,83 USD je Gallone so hoch war wie seit 2004 nicht mehr in der Woche vor dem langen Labor Day-Wochenende, das bis Montag, den 3. September dauert, und mit dem die sommerliche Fahrsaison inoffiziell endet. Im Hinblick auf die jüngste Preisdynamik und die sichtbar zunehmende Unsicherheit des Marktes im Vorfeld der Iran-Sanktionen schließen wir einen kurzfristigen Preisanstieg auf 80 USD je Barrel nicht aus.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Die Marke von 1.200 USD je Feinunze scheint eine gewisse Anziehungskraft zu haben, so dass sich Gold nicht von dieser lösen kann. Es hält sich aber besser als Silber, das heute Morgen auf 14,7 USD je Feinunze fällt, und weiter Boden gegenüber Gold verliert. Das Gold/Silber-Verhältnis steht mittlerweile bei 82, den höchsten Wert seit 2½ Jahren. Zuletzt hatten sich die spekulativen Finanzanleger bei Silber deutlich pessimistischer gezeigt und stark Netto-Short-Positionen aufgebaut. Ausgeweitet hat sich auch die Preisdifferenz zwischen Palladium und Platin – und zwar auf fast 170 USD je Feinunze. So teuer war Palladium im Vergleich zu Platin zuletzt im März 2001. Unter den Marktteilnehmern setzt sich offenbar die Erkenntnis durch, dass der globale Platinmarkt in diesem Jahr gut versorgt ist. Zum Beispiel unterstellen Johnson Matthey (JM) und der World Platinum Investment Council (WPIC) für dieses Jahr einen Angebotsüberschuss. Der WPIC veröffentlicht in einer Woche neue Daten zum Platinmarkt. Der globale Palladiummarkt ist dagegen laut JM im Defizit. Palladium steht zudem in der Gunst der Finanzanleger noch etwas höher als Platin. Auch wenn es bei Palladium in der letzten CFTC-Berichtswoche erstmals in der Historie Netto-Short-Positionen gab, waren diese sehr gering. Bei Platin dagegen sind sie fast rekordhoch. Bei den ETF-Zuflüssen hat Platin in den letzten Tagen allerdings Palladium überholt. Der Zufluss von fast 14 Tsd. Unzen gestern hat aber nicht verhindert, dass Platin weiter hinter Palladium zurückgefallen ist.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Nickel hat in den letzten Tagen einmal mehr gezeigt, dass es das volatilste unter den Industriemetallen ist. Nachdem es am Vortag der größte Gewinner war, war es gestern der größte Verlierer. Heute Morgen kostet eine Tonne Nickel rund 13.500 USD. Aluminium fällt auf gut 2.160 USD je Tonne, nachdem US-Präsident Trump Ausnahmen bei den Importzöllen auf verschiedene Aluminiumprodukte gewährt hat. Diese betreffen zwar erstmal nur Argentinien. Es besteht aber offenbar die Hoffnung, dass auch andere Länder von den Zöllen ausgenommen werden. Im Falle von Stahl hat Trump neben Argentinien auch Südkorea und Brasilien Ausnahmen erteilt. Er betonte aber, dass es notwendig und angebracht sei, die Zölle auf Stahlimporte (25%) und Aluminiumimporte (10%) aus Gründen der nationalen Sicherheit grundsätzlich beizubehalten. Wie absurd die US-Handelspolitik ist, zeigt sich an den Angebotsdaten für Aluminium. Bloomberg berichtet, dass gemäß Daten der US-Geologiebehörde und des US-Innenministeriums das Angebot in den USA im Juni im Vergleich zum Vormonat um 10% gefallen ist. Dies ist zwar auf deutlich rückläufige Importe zurückzuführen (-15,6%), was die Intention der Zölle ist. Gleichzeitig ist aber auch die heimische Aluminiumproduktion um über 14% gefallen. Das erhoffte schnelle Wiederanfahren vormals stillgelegter Schmelzen dauert länger als erwartet. Die US-Aluminiumverarbeiter müssen daher weiter hohe physische Aufschläge auf den LME-Preis bezahlen, um kurzfristig Material zu erhalten.
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