USD: Wissen Sie noch, lieber Leser, was am 1. August war? Die Fed-Sitzung deren Protokoll heute veröffentlicht wird. Seitdem haben eine handfeste TRY-Krise, die Sorge der Ansteckung weiterer EM-Währungen, die weitere Abflachung der US-Zinskurve und natürlich die Kritik des US-Präsidenten an den Zinserhöhungen der Fed den US Dollar in Atem gehalten. Entsprechend unwahrscheinlich ist es, dass das Protokoll heute neue Erkenntnisse bringen wird. Natürlich liegt der Fokus darauf, wie es nach der für September geplanten Zinserhöhung weitergeht. Doch das dürfte stark von anderweitigen Entwicklungen abhängen, insbesondere davon, welchen Kurs die US-Regierung im Handelskrieg fährt (siehe MXN- bzw. CNY-Beitrag unten). Der weitgehend eingepreiste Pfad der Fed – je zwei Zinserhöhungen noch dieses und vermutlich nächstes Jahr – dürfte abhängig davon sein, dass der Handelskrieg nicht weiter eskaliert. Angesichts der zurückgehenden Risikoaversion würde sich EUR-USD dann wohl leicht über 1,16 stabilisieren. Droht jedoch eine erneute Eskalation, wäre der USD zwar wieder verstärkt als sicherer Hafen gefragt, was Abwärtsdruck auf EUR-USD ausübt. Andererseits dürfte dann jedoch auch der politische Druck auf die Fed steigen, die Zinsen langsamer zu erhöhen. Langfristig wird sich die Fed kaum den Vorwurf machen lassen wollen, die US-Wirtschaft zu torpedieren. Nimmt der Markt dies vorweg, dürfte es das Aufwertungspotenzial des Dollars begrenzen. Schuld daran hat US-Präsident Donald Trump der im Handelskrieg den Fokus verstärkt auf die Währungen lenkt.
GBP: Großbritannien und die EU werden zukünftig „kontinuierlich“ über ein Brexit-Abkommen verhandeln. Das war das Ergebnis des gestrigen Treffens zwischen UK-Brexit-Minister Dominic Raab und EU-Verhandlungsführer Michel Barnier. Während sich Raab zudem optimistisch zeigte, die Verhandlungen bis zum EU-Gipfel im Oktober (18./19.10.) abschließen zu können, wollte sich Barnier darauf nicht festlegen. Klar ist: Das Abkommen muss deutlich vor Jahresende stehen, um ausreichend Zeit für eine Ratifizierung vor dem Brexit Ende März 2019 zu lassen. Je länger sich die Verhandlungen jedoch hinziehen, umso eher muss der Devisenmarkt einen „No Deal“-Unfall befürchten, also dass Großbritannien ohne ein Übergangsabkommen aus der EU ausscheidet, was mit einer deutlich höheren Risikoprämie in den GBP-Wechselkursen einhergehen würde. Im Laufe der Woche will die britische Regierung diverse Analysen über mögliche Konsequenzen eines „No-Deal“-Brexit veröffentlichen – donnerstags sollen Details folgen. Diese dürften nicht nur für den weiteren Verlauf der Verhandlungen sondern auch für die GBP-Wechselkurse bedeutend sein. Auf der einen Seite muss die Regierung glaubhaft und ernsthaft vor den mindestens kurzfristig zu erwartenden wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen eines No-Deal-Szenarios warnen, um in der Bevölkerung den Rückhalt für Kompromisse in den Verhandlungen mit der EU zu erreichen. Auf der anderen Seite darf sie den Brexiteers nicht in die Hände spielen und eine No-Deal-Zukunft so düster ausmalen, dass es ihre Verhandlungsposition gegenüber der EU beeinträchtigt. Das am stärksten unterschätzte Pfund-Risiko sehe ich immer noch darin, dass der britischen Regierung im Inland der Rückhalt für ihren Brexit-Kurs fehlt.
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