USD: Am Mittwoch starten neue Handelsgespräche zwischen den USA und China (wir berichteten), zudem beginnt am Mittwoch das von der Kansas Fed organisierte jährliche wirtschaftswissenschaftliche Symposium in Jackson Hole. Diese beiden Ereignisse markieren die beiden Faktoren, die momentan an den USD-Wechselkursen zerren: die Handelspolitik der US-Regierung und die Geldpolitik der Fed.
Letztere hat zuletzt keine starken Impulse geliefert. Die Fed-Erwartungen bewegen sich kaum (Abb. 1). Unter anderem heißt das: Der Markt geht davon aus, dass die gegenwärti-gen Turbulenzen in EM-Währungen keinen Einfluss auf die US-Geldpolitik haben. Diese Ansicht ist richtig, solange die EM-Turbulenzen sich nicht zu einer EM-Krise auswachsen, die das US-Finanzsystem belasten würde. Die Fed hat ein nationales Mandat und ist nicht bekannt dafür, sich als Entwicklungshelfer für schwächelnde Schwellenländer zu verstehen. Allerdings hat sie in den letzten Jahren deutlicher als vor der Finanzmarktkrise ein Augenmerk auf globale Entwicklungen. Doch ehrlich, was kann sie tun? Präemptiv den Zinserhöhungszyklus zu verlangsamen wäre mit ihrem Mandat kaum vereinbar – dafür sind die EM-Risiken (noch) zu abstrakt. Und ehrlich – es würde zumindest dort kaum was helfen, wo die lokale Geldpolitik unzulänglich ist. Konkret: Die Fed kann nicht den Job der türkischen Zentralbank machen.
Kurz vor den handelspolitischen Gesprächen hat Chinas Bankenaufsicht öffentlichkeitswirksam und lautstark einen Appell an die heimischen Banken gerichtet, Unternehmen in „temporären Schwierigkeiten“ zu unterstützen – wohl ein deutlicher Hinweis auf solche Unternehmen, die vom Handelskrieg mit den USA betroffen sind. So langsam mag es den Trumpisten in den USA dämmern, dass es für die US-Seite keinen „easy win“ in diesem Konflikt gibt. Denn egal, was solche Appelle konkret bedeuten, sie erinnern daran, dass Chinas Regierung weitaus mehr direkten Zugriff auf das wirtschaftliche Handeln innerhalb der eigenen Volkswirtschaft hat, als die US-Regierung, die innerhalb eines marktwirtschaftlichen Systems agiert. Das weitgehend staatliche chinesische Bankensystem ist schnell auf (Handels-) Kriegswirtschaft umzustellen. In den USA klappt das nicht. Für den Devisenmarkt ist das relevant, weil mehr und mehr davon auszugehen ist, dass die chinesische Seite lange und stark mit Gegenzöllen dem handelspolitischen Druck aus den USA widerstehen kann, die Terms of Trade der USA sich folglich eher verschlechtern als verbessern könnten und damit aus diesem Handelskrieg auch kein USD-positives Argument erwächst.
Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise
Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.Bei den hier dargestellten Inhalten handelt es sich um fremde Inhalte. Für diese fremden Inhalte ist ausschließlich der jeweilige Eingeber verantwortlich. Eine inhaltliche, redaktionelle Überprüfung durch die DZB Media GmbH erfolgt ausdrücklich nicht. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang ergänzend den Haftungsausschluss unter https://www.zertifikateberater.de/impressum.
Sollte ein hier durch einen Eingeber distribuierter Inhalt aus Ihrer Sicht gegen geltendes Recht verstoßen, schicken Sie bitte eine Email an nc. Der gemeldete Inhalt wird umgehend überprüft und ggf. gesperrt.