Energie: Die Ölpreise waren gestern lange Zeit so etwas wie der Fels in der Brandung. Während bei Industrie- und Edelmetallen bereits Ausverkaufsstimmung herrschte, hielten sich die Verluste am Ölmarkt bis zum Nachmittag in Grenzen. Mit der Veröffentlichung der US-Lagerdaten gerieten aber auch die Ölpreise mit in den Abwärtssog. Brent verlor letztlich mehr als 2% und fiel zwischenzeitlich auf ein 4-Monatstief von 70,3 USD je Barrel. WTI gab um 3% nach. Heute Morgen erholen sich die Preise leicht. Wie das US-Energieministerium gestern berichtete, sind die US-Rohöllagerbestände in der letzten Woche unerwartet um 6,8 Mio. Barrel gestiegen. Dieser Anstieg übertraf damit auch den vom API am Vortag berichteten Lageraufbau nochmals deutlich. Hauptverantwortlich dafür waren stark gestiegene (Netto-)Rohölimporte (+1,34 Mio. Barrel pro Tag). Dies bedeutet auf Wochensicht ein um 9,4 Mio. Barrel höheres Angebot. Die Rohölverarbeitung stieg zwar ebenfalls kräftig und erreichte sogar ein Rekordniveau von knapp 18 Mio. Barrel pro Tag. Dies war aber nicht ausreichend, das höhere Angebot zu absorbieren und den Lageraufbau zu verhindern. Man könnte aber auch sagen, durch die rekordhohe Verarbeitung wurde ein noch stärkerer Lageraufbau verhindert. Mit dem nahenden Ende der Sommerfahrsaison dürfte die Rohölverarbeitung ihre Spitze erreicht haben und von nun an zurückgehen. Die Netto-Rohölimporte müssen daher kräftig sinken, damit die Rohölbestände nicht weiter steigen. Zumindest in dieser Woche ist mit einer Gegenbewegung zu rechnen.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Gold verlor gestern 1,6% und war damit dennoch der klare Outperformer unter den Edelmetallen. Belastet insbesondere durch den weiter stark aufwertenden US-Dollar, rutschte Gold gestern bis auf gut 1.170 USD je Feinunze ab und notierte heute Morgen im frühen Handel sogar kurzzeitig bei 1.160 USD auf einem 19-Monatstief. Gold in Euro gerechnet fiel sogar auf ein 2½-Jahrestief von gut 1.020 EUR je Feinunze. Die Schwäche von Gold in Euro ist somit nicht nur auf die US-Währung zurückzuführen. Neben dem festen US-Dollar und spekulativen Verkäufen lastet auch die schwache Indische Rupie, die zuletzt im Zuge der Türkei-Krise ebenfalls deutlich abgewertet hat, auf Gold. Denn die schwache Rupie macht Gold in lokaler Währung teurer, so dass sich die Inder mit Goldkäufen wohl zurückhalten werden. Silber, Platin und Palladium wurden gestern nicht nur von Gold mit nach unten gezogen, sondern zusätzlich durch die teilweise abstürzenden Industriemetallpreise belastet, da diese drei Edelmetalle mehrheitlich bzw. sogar fast ausschließlich in der Industrie verwendet werden. Silber und Platin verloren jeweils 4%. Dadurch ist das Gold/Silber-Verhältnis auf über 81 gestiegen und die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin hat sich zeitweise auf 420 USD ausgeweitet. Der größte Verlierer unter den Edelmetallen war Palladium mit einem Minus von 6% auf Schlusskursbasis. Heute Morgen erholen sich die Edelmetalle etwas, da der US-Dollar einen Teil seiner Gewinne wieder abgibt. Bis der Schlag von gestern verdaut ist, könnte es aber noch etwas dauern.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Die Verkaufswelle an den Industriemetallmärkten weitete sich gestern zunächst in einen Abverkauf aus, der schlussendlich sogar in einem „Blutbad“ endete. Der LME-Industriemetallindex (LMEX) verlor 4% und fiel auf ein 13-Monatstief. Dabei wurde er noch von den Schwergewichten im Index – Aluminium und Kupfer – unterstützt, die „nur“ um 2% bzw. 4% nachgaben. Blei war der größte Verlierer – es brach bis zum Handelsschluss um 7% ein. Gemeinsam mit Zink und Zinn fiel es auf einen mehrjährigen Tiefstand. Die anhaltend starke Aufwertung des US-Dollar, gepaart mit schwachen Aktienmärkten und technischen Verkäufen, die den Preisrückgang noch verstärkten, sorgten dabei für die negativen Rahmenbedingungen. Metallspezifische Daten oder Nachrichten, die den Preisverfall erklären könnten, gab es dagegen keine. Wir halten den Preisrutsch für übertrieben, absurd, und nicht gerechtfertigt. Unterstützt durch einen schwächeren US-Dollar setzen die Metalle heute Morgen zu einer Erholungsbewegung an, wobei aber nur ein Teil der Verluste aufgeholt wird.
Nickel hat in den letzten Wochen mehrfach mit der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie gekämpft und diesen Kampf gestern zunächst verloren. Als Einziges der Metalle hielt es sich bis dahin noch über dieser Linie. Der Preis war lange Zeit durch die Erwartung einer hohen Nachfrage seitens der Batterieindustrie unterstützt. Batterien werden in den nächsten 10-15 Jahren wahrscheinlich die wichtigste Nachfragekomponente für Nickel, was dem Preis langfristig Auftrieb geben sollte.
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