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13.08.18, 12:02

Türkei sorgt für Verwerfungen an den Märkten – das müssen Gold- und Öl-Anleger jetzt beachten!

Energie: Die Ölpreise haben sich den durch die Türkei ausgelösten Marktverwerfungen bislang weitgehend entzogen. Die Preisschwäche am Morgen könnte auch auf andere Faktoren wie die Aufwertung des US-Dollar (eine indirekte Folge der Türkei-Krise) oder den kräftigen Anstieg der US-Bohraktivität in der letzten Woche zurückzuführen sein. Am Freitag waren die Ölpreise trotz der dramatischen Zuspitzung der Krise in der Türkei sogar gestiegen. Die Türkei gehörte 2015 laut Daten der US-Energiebehörde EIA mit einem Tagesverbrauch von weniger als 900 Tsd. Barrel nicht zu den 20 wichtigsten Ölverbrauchsländern. Die direkte Auswirkung auf die globale Ölnachfrage ist daher zu vernachlässigen. Ein Übergreifen der Krise auf andere größere (Schwellen-)Länder würde die Nachfrage jedoch spürbar dämpfen. Die Währungen einiger Schwellenländer wie der Südafrikanische Rand stehen heute ebenfalls unter Druck. Da die Krise in der Türkei größtenteils hausgemacht ist und durch schwerwiegende Politikfehler der dortigen Regierungsverantwortlichen ausgelöst wurde, ist die Gefahr allerdings gering, dass andere Länder mit in den Strudel geraten. Nicht zu vernachlässigen ist die Rolle der Türkei als Öltransitland, weil sich wichtige Pipelines und Ölhäfen auf ihrem Territorium befinden. Eine Beeinträchtigung des Öltransits ist durch die aktuelle Krise allerdings nicht zu erwarten, weil die Türkei dringender denn je auf die Einnahmen angewiesen ist. Die Warnung Erdogans an die USA, sich neue Verbündete zu suchen, könnte insbesondere dem Iran zugute kommen. Die Türkei dürfte der US-Forderung nach einer Einschränkung der Ölkäufe aus dem Iran nun erst recht kaum Folge leisten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CE9J1Y Faktor Long WTI Oil Future Faktor: 8
CE9J22 Faktor Long Brent Oil Future Faktor: 8
CE7XGS Faktor Short WTI Oil Future Faktor: -8
CV55QJ Faktor Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Die Spannungen zwischen den USA und der Türkei machen sich in einer deutlich höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer bemerkbar. Nachdem US-Präsident Trump eine Verdopplung der US-Importzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei angekündigt hatte (siehe Industriemetalle auf Seite 2), hat der türkische Präsident Erdogan wiederholt den USA gedroht und somit weiteres Öl ins Feuer gegossen. Daraufhin hat sich der Absturz der Türkischen Lira beschleunigt – diese ist gegenüber dem US-Dollar auf ein Allzeittief gefallen – mit entsprechend negativen Auswirkungen auch auf andere Währungen vor allem der Schwellenländer. Der US-Dollar ist hingegen gefragt und gemessen am handelsgewichteten Dollar-Index auf den höchsten Stand seit fast 14 Monaten gestiegen. Gold hält sich in dieser Gemengelage über der Marke von 1.200 USD je Feinunze, was positiv zu werten ist. In der letzten Woche hat Gold damit nicht mehr weiter verloren. Aufgrund der Währungsentwicklung legt Gold in Euro gerechnet deutlich zu und steigt heute Morgen auf über 1.060 EUR. Gold in Türkischer Lira ist seit Donnerstagmorgen sogar zeitweise um 35% auf ein Rekordhoch von gut 8.600 TRY je Feinunze gestiegen. In der Woche zum 7. August hatten sich die spekulativen Finanzinvestoren laut CFTC-Statistik nochmals deutlich pessimistischer gegenüber Gold gezeigt und ihre Netto-Short-Positionen auf 66,1 Tsd. Kontrakte merklich ausgeweitet. Die Stabilisierung des Goldpreises könnte auf eine nun geringere Aktivität dieser Anlegergruppe hindeuten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2X Faktor Long Gold-Future Faktor: 6
CD5B34 Faktor Short Gold-Future Faktor: -6

Industriemetalle: Die Metallpreise starten schwach in die neue Handelswoche. Sie werden von den zunehmenden Spannungen zwischen den USA und der Türkei belastet, nachdem US-Präsident Trump am Freitag eine Verdopplung der US-Importzölle auf Stahl (auf 50%) und Aluminium (auf 20%) aus der Türkei angekündigt hatte. Dies führt zu einer deutlich höheren Risikoaversion unter den Marktteilnehmern. Der US-Dollar, der daraufhin stark aufgewertet hat, ist ein zusätzlicher Belastungsfaktor. Dieses Thema wie auch der Handelsstreit allgemein dürfte die Marktteilnehmer die Woche hindurch beschäftigen. Die Stimmung zusätzlich belasten könnten Konjunkturdaten aus China, sollten diese morgen früh negativ überraschen. Heute endet die erste Schlichtungsfrist im Tarifstreit in der „Escondida“-Kupfermine. Der Minenbetreiber hat zwar laut eigenen Angaben ein verbessertes Angebot vorgelegt, ob dies aber ausreicht, einen Streik zu verhindern, ist fraglich. Entweder wird die Schlichtung einmalig um fünf Tage verlängert, oder es könnte ab morgen gestreikt werden. Bislang hatte der mögliche Streik aber noch keine nennenswerten Auswirkungen auf den Kupferpreis. Unterdessen hat laut Zeitungsberichten der russische Oligarch Deripaska dem US-Finanzministerium angeboten, seinen Anteil an einer Investmentfirma, über die er u.a. den größten russischen Aluminiumproduzenten kontrolliert, auf unter 45% zu reduzieren. Dies ist eine der wesentlichen Forderungen der USA, um die Sanktionen gegen den Aluminiumproduzenten wieder aufzuheben.

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