Energie: Brent und WTI starten heute trotz des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China und eines festeren US-Dollar freundlicher in die Woche. Vermutlich rechnen einige Marktteilnehmer im Hinblick auf den zu erwartenden massiven Ölexportrückgang aus dem Iran mit einer Anspannung der Angebotssituation und höheren Preisen. Zumindest haben die Finanzanleger in der Woche zum 31. Juli ihre Netto-Long-Positionen nicht mehr weiter abgebaut. Auch die Meldung, dass Saudi-Arabien im Juli laut OPEC-Quellen mit 10,29 Mio. Barrel rund 200 Tsd. Barrel täglich weniger produziert hat als noch im Juni, dürfte für Unterstützung gesorgt haben. Doch die Juli-Exporte wurden durch einen Lagerabbau auf 10,38 Mio. Barrel täglich sogar etwas ausgeweitet. Auch wurden die saudischen Exporte durch das Rote Meer, die am 25. Juli nach Angriffen der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Tanker vorübergehend angehalten wurden, am Samstag wieder aufgenommen.
Unterstützung für den Preis kommt womöglich auch durch die Infrastrukturprobleme beim Öltransport in den USA. Zwar eilt dort die Ölproduktion von einem Rekord zum anderen. Doch vor allem geringe Pipeline-Kapazitäten verhindern einen stärkeren Anstieg und verzögern den Ausgleich der weltweiten Angebots-Nachfrage-Situation. Während Brentöl bei über 73 USD je Barrel und die an der US-Golfküste verfügbare Sorte LLS mit einem geringen Preisabschlag (und einem Aufschlag zu WTI) notiert, kostet ein Barrel WTI Midland weniger als 52 USD und die kanadische Sorte WCS sogar nur 38 USD. Deshalb überrascht es nicht, dass die Anzahl der Ölbohrungen in den USA in der Vorwoche erneut gesunken ist.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Gold verteidigt zu Wochenbeginn weitgehend die Gewinne von letztem Freitag und handelt bei 1.215 USD je Feinunze. Am Freitag war Gold im Zuge eines auf den ersten Blick schwächeren US-Arbeitsmarktberichtes für Juli zeitweise auf 1.220 USD gestiegen, da der US-Dollar auf die Daten hin abwertete. Obwohl die US-Währung später ihre Verluste wieder aufholte, blieb Gold relativ stabil. Ob dieses Zeichen von Stärke nachhaltig ist, bleibt abzuwarten. Denn die spekulativen Finanzinvestoren sind Gold gegenüber nach wie vor äußerst pessimistisch eingestellt. Wie die aktuelle CFTC-Statistik zeigt, wurden auch in der Woche zum 31. Juli Netto-Short-Positionen aufgebaut. Sie liegen nun bei 42,5 Tsd. Kontrakten und dürften mittlerweile noch weiter ausgeweitet worden sein, da der Goldpreis nach dem Datenstichtag weiter gefallen ist. Solange der Gegenwind von dieser Seite anhält, dürfte sich der Goldpreis nicht wirklich erholen können. Sollte es jedoch zu umfangreichen Eindeckungen der Short-Positionen kommen, wäre dies u.E. quasi ein Sprungbrett für den Goldpreis. Wir erwarten bis Jahresende deutlich höhere Goldpreise. Hierzu müssen aber auch die ETF-Abflüsse gestoppt werden, was bislang noch nicht der Fall ist. Denn nach Abflüssen von über 29 Tonnen im Juli wurden die Bestände in den ersten August-Tagen nochmals um mehr als 8 Tonnen abgebaut. Bei Silber, Platin und Palladium ist der Pessimismus der spekulativen Finanzanleger zuletzt nicht mehr weiter gewachsen. Gegenüber Gold haben die anderen Edelmetallpreise aber keinen Boden gut gemacht.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Der über das Wochenende weiter eskalierte Handelsstreit zwischen den USA und China lässt zum Wochenauftakt fast alle Metallpreise fallen. Damit ist die Erholung, die Kupfer & Co. am Freitag verzeichneten, bereits wieder vorbei. Kupfer fällt heute Morgen auf rund 6.150 USD je Tonne zurück. Das chinesische Finanzministerium hatte am Freitagabend eine Liste mit etwa 5.200 US-Produkten veröffentlicht, auf die Importzölle zwischen 5% und 25% erhoben werden sollen, sollten die USA wie angedroht Zölle auf chinesische Güter im Umfang von 200 Mrd. USD einführen. Die chinesische Liste umfasst US-Güter im Wert von 60 Mrd. USD. Daraufhin schoss US-Präsident Trump via Twitter gleich eine ganze Tirade in Richtung China; er behauptete unter anderem, in einem Handelskrieg mit China die Oberhand zu haben. Dass China offenbar nicht klein beigeben möchte, zeigte sich gestern Abend: Einem chinesischen Zeitungsbericht zufolge sei das Land auf einen „langwierigen Krieg“ vorbereitet und bereit, dafür auch kurzfristige wirtschaftliche Interessen zu opfern. Der Handelsstreit wird die Metallmärkte wohl noch lange in Atem halten und zumindest kurzfristig der wesentliche Preistreiber bleiben. Der Rückgang der Metallpreise im Juli ging mit einem deutlich höheren Handelsvolumen an der Shanghai Futures Exchange (SHFE) einher. Der Handel mit Kupfer stieg im Monatsvergleich zum Beispiel um 44%, der mit Zink sogar um 79%. Die Londoner Metallbörse (LME) veröffentlicht ihre Daten hierzu im Wochenverlauf.
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