Der deutsche Aktienmarkt orientierte sich am Donnerstag belastet vom wieder verstärkt in den Fokus rückenden Handelsstreit abwärts. US-Präsident Donald Trump hatte gedroht, statt bislang ins Auge gefasster zehn Prozent nun 25 Prozent Importzölle auf chinesische Güter im Wert von 200 Milliarden USD festzulegen. Der DAX schloss vor diesem Hintergrund 1,49 Prozent im Minus bei 12.546 Punkten. MDAX und TecDAX verloren 0,60 und 0,49 Prozent. Unter den 110 größten Werten gab es 32 Gewinner (30%) und 75 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 85 Prozent. Das Volumen im DAX betrug 106,5 Millionen Aktien (Vortag: 96,4) im Wert von 4,46 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,63). Mit Blick auf die Sektorenindizes konnten lediglich Technologiewerte (+0,25%) ein Plus erzielen. Die kräftigsten Abschläge waren bei Banken (-3,02%), Industriewerten (-2,27%) und Chemietiteln (-1,83%) zu beobachten. Spitzenreiter im DAX war die Fresenius SE-Aktie nach einer Kaufempfehlung. Infineon und Merck rückten dahinter um 1,09 und 0,60 Prozent vor. Siemens sackte als Schlusslicht im Leitindex nach der Vorlage der Quartalszahlen um 4,69 Prozent ab. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen. Commerzbank und Deutsche Bank büßten 3,61 respektive 3,28 Prozent ein. Continental und BMW handelten nach der Präsentation ihrer Geschäftszahlen 1,79 und 0,39 Prozent schwächer. Im MDAX sprang Metro nach Zahlen um 9,71 Prozent. Hugo Boss und Lanxess verloren ebenfalls nach Zahlen 7,80 und 3,81 Prozent. Im TecDAX setzte sich die Aktie von Pfeiffer Vacuum in Reaktion auf eine enttäuschende Quartalsbilanz ans Indexende mit einem Abschlag von 4,83 Prozent.
An der Wall Street notierte der Dow zur Schlussglocke 0,03 Prozent schwächer bei 25.326 Punkten. Der marktbreite S&P 500 konnte hingegen um 0,49 Prozent zulegen auf 2.827 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es gar um 1,36 Prozent nach oben auf 7.372 Zähler. 57 Prozent der Werte an der NYSE endeten im Minus. Das Aufwärtsvolumen lag bei 55 Prozent. Die stärksten Sektoren waren Technologie und Consumer Staples. Die größten Sektorenverlierer waren Rohstoffe und Energie. Im Fokus stand die Apple-Aktie, die als stärkster Dow-Wert um 2,92 Prozent zulegen konnte. Hier wirkten die guten Geschäftszahlen vom Dienstagabend nach. Damit erklomm das Papier nicht nur ein weiteres Rekordhoch, sondern sicherte sich auch den Sieg beim Rennen um den Titel des ersten US-Unternehmens in der Geschichte, dass bei der Marktkapitalisierung die Marke von 1 Billion USD knackt. Tesla haussierte an der Spitze des Nasdaq 100 nach der Bilanzvorlage um 16,18 Prozent.
Am Devisenmarkt konnte der US-Dollar gegenüber fast allen anderen Hauptwährungen aufwerten. Der Dollar-Index handelte gegen Ende des US-Geschäfts 0,51 Prozent fester bei 95,10 Punkten. Stärker gesucht als der Greenback war lediglich der Yen als sicherer Hafen. EUR/USD fiel um 0,54 Prozent auf 1,1598 USD. Am stärksten unter Druck stand das Pfund Sterling nach der Zinsentscheidung der Bank of England. Die Notenbank hob wie erwartet den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent an. Gouverneur Mark Carney zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz mit Blick auf die möglichen Brexit-Ergebnisse vorsichtig hinsichtlich des wirtschaftlichen Ausblicks.
Der S&P GSCI Rohstoffindex kletterte um 0,98 Prozent auf 462,02 Punkte. Brent-Öl legte um 1,42 Prozent auf 73,42 USD zu. Der Preis für US-Erdgas notierte nach den wöchentlichen Lagerbestandsdaten 2,18 Prozent fester bei 2,82 USD. Die EIA berichtete von einem Anstieg der Bestände um 35 Milliarden Kubikfuß (Konsensschätzung: 45). Comex-Kupfer verbilligte sich um 0,64 Prozent auf 2,73 USD. Gold gab um 0,81 Prozent auf ein Jahrestief bei 1.208 USD (1.043 EUR) nach. Silber handelte 0,43 Prozent schwächer bei 15,39 USD.
Am Rentenmarkt notierte die Umlaufrendite einen Basispunkt höher bei 0,28 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen endete zwei Basispunkte tiefer bei 0,46 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss 0,23 Prozent höher bei 161,40 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes fiel um zwei Basispunkte auf 2,98 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh bei überwiegend geringen Ausschlägen uneinheitlich. Der MSCI Asia Pacific Index notierte 0,16 Prozent tiefer bei 164,99 Punkten.
Mit den offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für den Juli stehen heute die wichtigsten Makrodaten der Woche zur Veröffentlichung an. Daneben sind vor allem die Servicesektor-Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, Großbritannien und die USA relevant. Unternehmensseitig gibt es Geschäftszahlen unter anderem von Allianz, S&T, Toyota Motor, Swiss Re und Royal Bank of Scotland.
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