Energie: Die Ölpreise verzeichneten gestern eine Achterbahnfahrt. Zunächst ging es deutlich abwärts, ehe am Nachmittag eine Gegenbewegung einsetzte. Diese hielt bis in den Abend an und ließ die Preise deutlich im Plus aus dem Handel gehen. Am Morgen handeln die Preise in etwa auf demselben Niveau. Saudi-Arabien senkte seine offiziellen Verkaufspreise für asiatische Abnehmer im September um 70 US-Cents und verlangt nun nur noch einen Preisaufschlag für Arab Light gegenüber Oman/Dubai von 1,20 USD je Barrel. Dies war im Vorfeld so erwartet worden und stellte somit keine Überraschung dar. Damit zeigt sich, dass die Nachfrage in Asien wohl weniger robust ist als gedacht, obwohl aufgrund der US-Sanktionen demnächst weniger iranisches Öl verfügbar sein wird. Wir haben den drohenden Wegfall der iranischen Ölexporte zum Anlass genommen und unsere Preisprognose für Brent und WTI zum Jahresende und im nächsten Jahr um 5 USD je Barrel erhöht. Brent dürfte Ende des Jahres bei 70 USD je Barrel handeln, WTI bei 66 USD. Ende 2019 erwarten wir Brent bei 65 USD, WTI bei 62 USD. Aufgrund des Wegfalls der iranischen Öllieferungen dürfte es auch zu einem Rückgang der freien Förderkapazitäten kommen, der einen etwas höheren Ölpreis rechtfertigt. Wegen der kräftig steigenden US-Schieferölproduktion muss aber wohl nur ein Teil der wegfallenden iranischen Ölexporte durch andere OPEC-Anbieter ausgeglichen werden. Aktuellen Umfragen von Reuters und Bloomberg zufolge produziert die OPEC aktuell bereits gut 1 Mio. Barrel pro Tag mehr als laut IEA im Durchschnitt des nächsten Jahres benötigt wird.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Gold ist gestern weiter abgerutscht und nähert sich der Marke von 1.200 USD je Feinunze. Der Gegenwind für den Goldpreis ist nach wie vor vielfältig. So trägt beispielsweise seit Dienstag der festere US-Dollar zur Preisschwäche bei. Daneben gibt es kontinuierlich ETF-Abflüsse, so auch in den letzten Tagen. Am schwersten dürfte aber der extreme Pessimismus der spekulativen Finanzanleger auf dem Goldpreis wiegen. Diese hatten laut CFTC-Statistik schon in der letzten Berichtswoche (per 24. Juli) rekordhohe Netto-Short-Positionen aufgebaut. Da der Goldpreis seitdem weiter gefallen ist, dürften die Netto-Short-Positionen mittlerweile noch höher sein. Neue Daten hierzu werden von der CFTC heute Abend veröffentlicht. Heute Nachmittag wird der Fokus der Marktteilnehmer aber erstmal auf dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht liegen. Sollten die Zahlen positiv überraschen – vorgestern fiel bereits der ADP-Arbeitsmarktbericht besser aus als erwartet –, könnte dies den Goldpreis schon heute unter die 1.200 USD-Marke drücken. Was passiert dann? Unserer Meinung nach könnte es zunächst weitere Verkäufe geben, die wohl in erster Linie technisch bedingt sind, und den Goldpreis entsprechend weiter fallen lassen würden. In der Vergangenheit wurden Preise unter 1.200 USD allerdings als attraktive Kaufgelegenheiten erachtet, insbesondere in Asien. Sollten auch diesmal Schnäppchenjäger auf den Plan treten, gehen wir nicht von einem weiteren Einbruch des Goldpreises aus.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Die Drohung von US-Präsident Trump, höhere Zölle auf die Importe chinesischer Produkte zu verhängen (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern), hat die Industriemetallpreise gestern merklich belastet. Letzte Nacht hat US-Handelsminister Ross nachgelegt und China wiederholt gedroht. Unter anderem wohl auch deshalb erholen sich die Metallpreise zum Wochenausklang nicht. Kupfer kostet weiter nur rund 6.100 USD je Tonne. Während die Metallpreise unter Druck stehen, legen die Preise für Stahl und Eisenerz zu, insbesondere in China. Der meistgehandelte Futures-Kontrakt für Betonstahl an der SHFE in Shanghai notiert bei knapp 4.200 CNY je Tonne (entspricht gut 600 USD je Tonne), der für Eisenerz an der DCE in Dalian bei über 480 CNY je Tonne (rund 70 USD je Tonne). Das chinesische Analysehaus SMM berichtet, dass die chinesische Regierung plant, in den nördlichen Provinzen des Landes während der Wintermonate die Stahl-, Aluminium- und Aluminaproduktion zu drosseln, um die Luftverschmutzung einzudämmen. Dies ist an und für sich nichts Neues, Berichte darüber gab es in den letzten Wochen schon mehrfach. Neu ist jetzt, dass die Kürzungen in einigen Städten bis zu 50% betragen sollen. Eine offizielle Bestätigung dieser Pläne gibt es bislang noch nicht. Im letzten Jahr hatten die chinesischen Behörden von Mitte November bis Mitte März Produktionskürzungen von 30% angeordnet. Diese wurden aber weder bei Stahl noch bei Aluminium vollständig umgesetzt.
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