Zur Wochenmitte setzte der deutsche Aktienmarkt seine jüngste Kursschwäche fort. Die Anleger hielten sich im Vorfeld der Fed-Sitzung am Abend zurück. Daneben belastete die Meldung, dass die US-Regierung noch wesentlich höhere Importzölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden USD in Betracht zieht als bislang gedacht (25 % statt 10%). Der DAX endete 0,53 Prozent tiefer bei 12.737 Punkten. Der MDAX verlor überschaubare 0,03 Prozent auf 26.897 Punkte. Gegen den Trend zeigte sich der TecDAX von seiner freundlichen Seite und gewann 0,56 Prozent auf 2.899 Zähler hinzu. Hier stützten positiv aufgenommene Apple-Zahlen vom Vorabend. Im HDAX der 110 größten Werte gab es 44 Gewinner (41%) und 64 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 75 Prozent. Das Volumen im DAX betrug 96,4 Millionen Aktien (Vortag: 109,8) im Wert von 3,98 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,58). Mit Blick auf die Sektorenperformance lag Pharma & Healthcare (+0,89%) vor Einzelhandel (+0,32%) und Konsum (+0,14%). Stärkste Verlierer waren Technologie (-2,73%), Automobile (-2,32%) und Versorger (-1,75%). Im DAX belegten defensive Werte die vordersten Plätze. FMC rückte an der Spitze um 1,55 Prozent vor. Henkel und Merck gewannen 1,35 respektive 1,32 Prozent vor. Das Schlusslicht bildete Volkswagen trotz guter Quartalszahlen mit einem Minus von 3,69 Prozent. Infineon notierte ebenfalls nach ordentlichen Zahlen 3,08 Prozent tiefer. Im TecDAX haussierte Dialog Semiconductor beflügelt von erfreulichen Zahlen des Großkunden Apple um 8,36 Prozent auf ein 9-Wochen-Hoch und beendete damit eine rund zweiwöchige Konsolidierung. Daneben werteten die Anleger positiv, dass der Chiphersteller die Übernahmegespräche mit Synaptics beendet hat.
An der Wall Street verlor der Dow 0,32 Prozent auf 25.334 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es hingegen um 0,56 Prozent nach oben auf 7.273 Zähler. Die US-Notenbank Fed hatte wie allgemein erwartet auf ihrer Sitzung den Leitzins unverändert gelassen. Hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung äußerte sie sich noch etwas positiver als zuletzt. An der NYSE konnten lediglich 36 Prozent der Werte Zugewinne verbuchen, während 60 Prozent im Minus endeten. Das Abwärtsvolumen dominierte mit 65 Prozent. 75 neuen 52-Wochen-Hochs standen 56 neue Tiefs gegenüber. Stärkste Sektoren waren Technologie und Immobilien. Die deutlichsten Verluste sahen Energiewerte und Industrietitel.
Am Devisenmarkt notierte der Dollar-Index gegen Ende des US-Handels gestützt von Sorgen um eine Eskalation des Handelskonflikts 0,17 Prozent fester bei 94,65 Punkten. Die Entscheidung der Notenbank Fed lieferte keine Impulse. EUR/USD gab um 0,25 Prozent auf 1,1661 USD nach. Die türkische Lira sackte gegenüber dem Greenback und dem Euro auf Allzeittiefs ab. Hier belastete die Verhängung von Sanktionen durch die USA wegen des Vorgehens der Türkei gegen den amerikanischen Pastor Andrew Brunson.
Der S&P GSCI Rohstoffindex verlor 1,57 Prozent auf 457,52 Punkte. Brent-Öl verbilligte sich um 2,25 Prozent auf 72,54 USD. Die EIA hatte von einem Anstieg der Rohöllagerbestände in den USA um 3,8 Millionen Barrel berichtet. Experten hatten hingegen im Schnitt mit einem Rückgang um 2,8 Millionen Barrel gerechnet. US-Erdgas gab um 0,83 Prozent auf 2,76 USD nach. Comex-Kupfer sackte belastet vom wieder hochkochenden Handelskonflikt um 3,30 Prozent auf 2,74 USD ab. Gold fiel aufgrund des steigenden Dollars und zulegender Anleiherenditen um 0,71 Prozent auf 1.215 USD (1.043 EUR). Silber, Platin und Palladium büßten zwischen 0,99 und 3,20 Prozent ein.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite um zwei Basispunkte auf 0,27 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zog um drei Basispunkte auf ein 7-Wochen-Hoch bei 0,48 Prozent an. Der Euro-Bund-Future endete 0,35 Prozent tiefer bei 161,03 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes kletterte um vier Basispunkte auf ein 10-Wochen-Hoch bei 3,00 Prozent.
Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh belastet von dem wieder in den Vordergrund gerückten Handelskonflikt zwischen den USA und China auf breiter Front schwächer. Der MSCI Asia Pacific Index gab um 1,20 Prozent auf 165,37 Punkte nach. Besonders deutliche Abgaben verzeichneten der Shanghai Composite (-2,59%) und der Hang Seng Index (-2,18%).
Heute stehen von der Makroseite die Erzeugerpreise in der Eurozone, die Anträge auf US-Arbeitslosenhilfe sowie die Daten zum US-Auftragseingang in der Industrie im Fokus. Daneben richtet sich der Blick auf die Sitzung der Bank of England. Der Markt erwartet eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent. Unternehmensseitig gibt es Geschäftszahlen unter anderem von Siemens, BMW, Continental, Dialog Semiconductor, Lanxess, ProSiebenSat.1 Media, Metro, Hugo Boss, Pfeiffer Vacuum Technology, Rheinmetall, Evonik Industries, Deutz, Rhön-Klinikum, Elmos Semiconductor, Delivery Hero, Societe Generale, OMV, ING Groep, Axa und Dowdupont. Bereits gestern nach US-Börsenschluss stand Tesla mit Quartalszahlen im Zentrum des Interesses. Nach einer zunächst sehr volatilen Reaktion im nachbörslichen Handel setzten sich schlussendlich die Bullen durch und beförderten das Papier des Elektrobauers um zuletzt 9,20 Prozent auf 328,51 USD nach oben. Händler verwiesen zur Begründung auf eine Entschuldigung des CEO Elon Musk während der Telefonkonferenz für sein genervtes Verhalten und Nichtbeantworten kritischer Fragen bei der im Vorquartal abgehaltenen Telefonkonferenz. Seinerzeit war der Anteilsschein massiv abgestraft worden. Mit Blick auf die Zahlen wies das Unternehmen ein gegenüber dem Vorjahresquartal deutlicheres Minus von 718 Millionen USD aus, während der Umsatz um 40 Prozent auf 4,0 Milliarden USD anzog.
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