Energie: Beide Ölpreise verzeichneten im Juli den stärksten Monatsrückgang seit zwei Jahren. Der Kontraktwechsel bei Brent brachte über Nacht nicht den angekündigten Preissprung, da der ab heute geltende Referenzkontrakt mit Fälligkeit Oktober gestern stark unter Druck geriet und sich damit dem ausgelaufenen September-Kontrakt annäherte. Für Abgabedruck sorgte die laut einer Reuters-Umfrage im Juli gestiegene OPEC-Ölproduktion (siehe TagesInfo Rohstoffe von gestern). Zudem berichtete das API nach Handelsschluss einen unerwartet kräftigen Anstieg der US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche um 5,6 Mio. Barrel, der auch für die offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag einen Lageraufbau erwarten lässt. Der Iran hat verhalten auf das Angebot von US-Präsident Trump für ein Treffen reagiert und Bedingungen dafür gestellt, die Trump kaum erfüllen wird. So sollen die USA zunächst in das Atomabkommen zurückkehren und die Sanktionen gegen den Iran außer Kraft setzen. Die ersten US-Sanktionen werden an diesem Wochenende wirksam. Dann endet die Frist von 90 Tagen, seit Trump das Atomabkommen aufgekündigt hat. Nach weiteren 90 Tagen, also Anfang November, treten die Sanktionen gegen den Energiesektor in Kraft. Wer danach noch Ölgeschäfte mit dem Iran tätigt, muss mit US-Sanktionen rechnen, es sei denn, die USA erteilen eine Ausnahmegenehmigung. Wie die jüngsten Reuters-Daten zeigen, hat der Iran bereits im Juli weniger Öl produziert, die arabischen Golfanrainerstaaten dagegen mehr. Die anstehenden Sanktionen sorgen also schon jetzt für Verschiebungen beim Ölangebot innerhalb der OPEC.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CE9J1Y | Faktor Long | WTI Oil Future | Faktor: 8 |
| CE9J22 | Faktor Long | Brent Oil Future | Faktor: 8 |
| CE7XGS | Faktor Short | WTI Oil Future | Faktor: -8 |
| CV55QJ | Faktor Short | Brent Oil Future | Faktor: -8 |
Edelmetalle: Der Goldpreis ist gestern zeitweise auf 1.214 USD bzw. 1.037 EUR je Feinunze gefallen. Er hat damit die etwas höher als erwartet ausgefallene Inflationsrate in der Eurozone im Juli (Vorjahresrate 2,1%, Kernteuerungsrate 1,1%) vollkommen ignoriert. Nimmt man die von Eurostat berichtete Inflationsrate und den Einlagesatz der EZB von -0,4%, ergibt sich für die Eurozone ein negativer Realzins von 2,5%. Warum Gold in Euro gerechnet in diesem Zinsumfeld auf einem 2½-Jahrestief notiert, erschließt sich uns nicht mehr. Zwar wirft Gold keine Zinsen ab, es kostet aktuell aber auch keine Zinsen, womit Gold seiner Eigenschaft als wertstabiler Anlage eigentlich gerecht wird. Dass Gold da schon seit Monaten nicht gefragt ist, können wir nicht nachvollziehen. Preisbelastend war gestern eine Meldung, wonach die USA und China im Handelsstreit wieder Gespräche aufnehmen wollen. Allerdings gibt es heute Morgen eine zweite Meldung, dass die US-Administration deutlich höhere Zölle auf chinesische Produkte erwägt, um China auch tatsächlich wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Während die eine Meldung den Goldpreis unter Druck gesetzt hat, hilft die andere dem Preis nicht wirklich auf die Beine. Dies unterstreicht die aktuell selektive Wahrnehmung am Goldmarkt. Heute dürften die Marktteilnehmer auf die Sitzung der US-Notenbank Fed schauen. Wir gehen nicht davon aus, dass die Fed heute die Zinsen weiter erhöht und erwarten auch keine wesentlichen Neuigkeiten im Kommuniqué zur zukünftigen Geldpolitik. Eine Pressekonferenz gibt es heute nicht.
| WKN | Typ | Basiswert | Merkmale |
|---|---|---|---|
| CD5B2X | Faktor Long | Gold-Future | Faktor: 6 |
| CD5B34 | Faktor Short | Gold-Future | Faktor: -6 |
Industriemetalle: Der größte Rohstoffhändler und gleichzeitig einer der größten Rohstoffproduzenten der Welt plant, seine Kobaltproduktion in den nächsten zwei Jahren zu verdoppeln. Im ersten Halbjahr 2018 hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge 16,7 Tsd. Tonnen Kobalt produziert. Bis zum Jahresende sollen es rund 39 Tsd. Tonnen werden, gefolgt von weiteren Produktionssteigerungen im nächsten Jahr. Die zusätzliche Menge soll hauptsächlich aus der „Katanga“-Mine im Kongo kommen, wo Kobalt als Nebenprodukt von Kupfer abgebaut wird. Die Mine stand für über zwei Jahre nahezu still und wurde im Dezember wieder angefahren. Kobalt wird zukünftig stark in der Produktion von Batterien für Elektroautos zum Einsatz kommen und wird von einigen Marktbeobachtern als das kritischste „Batteriemetall“ angesehen. Denn das Kobaltangebot ist stark in Ländern mit politischen Risiken wie dem Kongo konzentriert. Dieser steht Daten der US-Geologiebehörde zufolge für knapp die Hälfte der weltweiten Reserven und machte im letzten Jahr rund 60% der Minenproduktion aus. Die weltweite Kobaltnachfrage könnte sich laut Einschätzung des unabhängigen Analysehauses CRU wegen der Elektroautos bis zum Jahr 2030 auf über 300 Tsd. Tonnen p.a. verdreifachen. Nachdem sich der Kobaltpreis an der LME über 2½ Jahre hinweg in etwa vervierfacht hatte, hat er seit Ende Mai um rund 25% korrigiert. Aktuell kostet eine Tonne Kobalt an der LME knapp 70.000 USD.
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