EUR: Nachdem sich die Bewegungen der EUR-Wechselkurse im Rahmen der EZB-Sitzung vergangene Woche bereits in Grenzen hielten, wage ich zu bezweifeln, dass die Inflations- und BIP-Zahlen heute einen größeren Einfluss auf die Gemeinschaftswährung ausüben werden. Denn selbst wenn sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal bedingt durch die Unsicherheit rund um die Handelsspannungen mit den USA etwas stärker abgeschwächt haben sollte, so wäre es doch nur noch ein Blick in den Rückspiegel. Nach dem schlichtenden Treffen zwischen EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump letzte Woche hat der Markt das Thema Handelsstreit für seinen Europa-Ausblick vorerst ad acta gelegt. Darüber hinaus dürfte der optimistische Ton des EZB-Präsidenten in Bezug auf die Euroraum-Wirtschaft noch nachklingen. Gleichzeitig müsste eine Überraschung auf der Oberseite, insbesondere bei den Inflationszahlen, schon fast utopisch stark ausfallen, um Hoffnungen auf eine frühere Zinserhöhung durch die EZB zu beleben und dem Euro nennenswerten Rückenwind zu verleihen.
JPY: Die Bank of Japan (BoJ) hat die Gerüchte der vergangenen Woche bestätigt und heute eine Änderung ihrer Strategie der Zinskurvenkontrolle angekündigt. Konkret lässt sie nun größere Schwankungen in der 10-jährigen Rendite um ihr Ziel von 0% zu, wobei sie zu schnelle Bewegungen weiterhin unterbinden werde. Doch spätestens nach der Reaktion des Marktes vergangene Woche auf die Medienberichte, dürfte den Notenbankern klar gewesen sein, dass sie es bei dieser Änderung nicht hätten belassen können, wenn sie eine Aufwertung des japanischen Yen verhindern wollten. Dies dürfte der Grund gewesen sein, weswegen sie zusätzlich zu der Flexibilisierung des Renditeziels eine Forward Guidance eingeführt haben. Abgeguckt haben dürften sie sich diesen Schritt von der EZB, die vor wenigen Monaten in einem ähnlichen Dilemma steckte. Denn die wollte damals einerseits ihre Anleihekäufe zurückfahren – wozu sie aus unserer Sicht aus rechtlichen Gründen gezwungen war – und andererseits aber nicht die Erwartung am Markt schüren, dass sie ihre Geldpolitik schnell normalisieren werde. Die Lösung war, wie wir uns alle erinnern, eine Stärkung ihrer Forward Guidance, wonach sie Zinserhöhungen vor Sommer 2019 explizit ausschloss. Wie von der EZB zweifellos erhofft, konnte sie mit diesem Schritt die Zinserwartungen am Markt deutlich dämpfen (für den Geschmack einiger Ratsmitglieder zum Teil offenbar sogar zu stark) und der Euro wertete im Zuge dessen ab. Frei nach dem Motto: Von Siegern lernen, will es nun wohl auch die BoJ versuchen. Auch sie weist nun darauf hin, dass sie ihre Zinsen noch für einen „längeren Zeitraum“ auf den derzeit niedrigen Niveaus halten wird. Und im ersten Moment scheint die Strategie der BoJ sogar aufgegangenen zu sein: Der JPY wertete nach der Entscheidung ab. Doch der freudige Moment hielt nicht lange. Mittlerweile notiert USD-JPY wieder auf den Niveaus von vor der Entscheidung. Für mich ist der Grund klar. Denn, wie ich im Vorfeld bereits darstellte, signalisiert die BoJ mit ihrem flexibleren Renditeziel nun, dass sie sich Sorgen um den Bankensektor macht, der unter der flachen Zinskurve zu leiden hat. Entsprechend ist sie nun gewillt, einen stärkeren Anstieg in der 10-jährigen Rendite zuzulassen, was eindeutig positiv für den JPY ist. Kritische Beobachter mögen nun argumentieren, dass die BoJ ja auch stärkere Abwärtsbewegungen zulassen wird. Aber diese Seite hat ihr bisher keine Probleme bereitet, weswegen klar ist, dass die Rendite, wenn überhaupt, steigen wird. Zumal die Änderung eine klare Einladung an Spekulanten ist, die nun austesten werden, wo genau die Schmerzgrenze der BoJ zu finden ist. Im Zuge dessen wird die Notenbank immer wieder dazu gezwungen sein, am Markt stärker zu intervenieren, um einen zu schnellen Renditeanstieg zu unterbinden. Meiner Meinung hat sich die BoJ mit ihrer heutigen Entscheidung das Leben nur noch schwerer gemacht.
CAD: Gerüchte, dass die kanadische Seite von den NAFTA-Gesprächen zwischen Mexiko und den USA diese Woche explizit ausgeschlossen wurde, setzen dem kanadischen Dollar heute früh zu. Doch ich halte es für verführt, bereits jetzt auf ein Ende des nordamerikanischen Freihandelsabkommens zu setzen. So hat die mexikanische Regierung signalisiert, dass sie kein bilaterales Abkommen mit den USA anstreben würde, sondern sich für den Bestand der multilateralen Struktur einsetzt. Darüber hinaus ist und bleibt Kanada ein enger Handelspartner und Verbündeter der USA. Eine stark pessimistische Sicht auf den kanadischen Dollar halte ich daher zu diesem Zeitpunkt für übertrieben. Zumal die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Bank of Canada sich von den Handelsspannungen unbeeindruckt zeigt, und ihren Leitzins bis zum Ende des Jahres noch ein weiteres Mal erhöht.
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