Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Donnerstag aufgrund der Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits zwischen den USA und der EU in Rallylaune. Vor allem Autowerte konnten deutliche Zugewinne verbuchen. Zusätzliche Unterstützung kam von einem schwachen Euro. Die EZB-Sitzung lieferte für die Aktienmärkte hingegen keine Impulse. Die Notenbank bleibt auf ihrem Kurs, die Leitzinsen mindestens bis zum Sommer 2019 auf dem aktuellen Niveau zu lassen und das Anleihekaufprogramm Ende 2018 komplett einzustellen. Der DAX schloss 1,82 Prozent fester auf einem 5-Wochen-Hoch bei 12.809 Punkten und konnte die vielbeachtete 200-Tage-Linie überwinden. MDAX und TecDAX kletterten um 0,95 und 0,56 Prozent. Unter den 110 größten Werten gab es 86 Gewinner (80%) und 22 Verlierer. Das Aufwärtsvolumen dominierte klar mit 87 Prozent. Das Volumen im DAX betrug 109,2 Millionen Aktien (Vortag: 83,3) im Wert von 4,70 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,27). Mit Blick auf die Sektorenperformance lagen Automobile (+3,24%) vorne, gefolgt von Transport (+2,62%) und Industrie (+2,37%). Abgaben verzeichneten lediglich Konsum (-0,40%) und Einzelhandel (-0,10%). BMW sprang an der DAX-Spitze um 4,42 Prozent nach oben. Volkswagen und Lufthansa verbesserten sich um 3,96 und 2,97 Prozent. Daimler endete nach Quartalszahlen 2,82 Prozent fester. Die Aktie von Covestro reagierte mit einem Plus von 2,35 Prozent auf solide Zahlen und eine Anhebung der Jahresprognose. Linde verlor am Indexende 0,95 Prozent. Deutsche Börse notierte nach schwachen Geschäftszahlen 0,82 Prozent tiefer. Adidas fiel um 0,39 Prozent. Im MDAX konnte Airbus nach der Vorlage einer erfreulichen Bilanz und der Anhebung des Ausblicks um 4,14 Prozent zulegen und ein neues Rekordhoch markieren. Wacker Chemie stiegen – ebenfalls nach Zahlen – um 3,89 Prozent. Puma, Norma und Kion sackten hingegen nach Zahlen zwischen 4,42 und 7,79 Prozent ab.
An der Wall Street ging der Dow 0,44 Prozent fester bei 25.527 Punkten aus dem Handel. Der Technologieindex Nasdaq 100 litt unter einem von schwachen Quartalszahlen verursachten dramatischen Kurseinbruch bei der Facebook-Aktie (-18,96%) und büßte 1,43 Prozent auf 7.401 Zähler ein. 56 Prozent der Werte an der NYSE konnten zulegen. Das Aufwärtsvolumen lag bei 55 Prozent. Es gab 135 neue 52-Wochen-Hochs und 31 neue Tiefs. Am stärksten gesucht waren Versorger und Energiewerte. Die größten Verluste verbuchten Communication Services und Technologie.
Am Devisenmarkt wertete der US-Dollar gegenüber allen anderen Hauptwährungen auf. Der Dollar-Index notierte gegen Ende des New Yorker Handels 0,40 Prozent fester bei 94,74 Punkten. EUR/USD fiel belastet von dem als taubenhaft gewerteten Statement der EZB um 0,71 Prozent auf ein Wochentief bei 1,1645 USD. Das Währungspaar rutschte damit unter die gleitenden Durchschnittslinien der vergangenen 20 und 50 Tage, verbleibt jedoch noch innerhalb der volatilen Seitwärtsbewegung der letzten Wochen.
Der S&P GSCI Rohstoffindex schloss den achten Tag in Folge um diesmal 0,37 Prozent höher bei 467,00 Punkten. Brent-Öl verteuerte sich um 0,70 Prozent auf 74,45 USD. Hier stützte die Nachricht, dass Saudi-Arabien den Öltransport über eine wichtige Route im Roten Meer unterbrochen hat, da zwei saudische Tanker von den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen angegriffen worden seien. Der Preis für US-Erdgas notierte nach den Lagerbestandsdaten unverändert bei 2,76 USD. Comex-Kupfer gab um 0,37 Prozent nach auf 2,81 USD. Gold verlor belastet vom festen Dollar und steigenden Anleiherenditen 0,77 Prozent auf 1.222 USD (1.050 EUR). Silber, Platin und Palladium gaben zwischen 0,45 und 1,49 Prozent nach.
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite um drei Basispunkte auf 0,22 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen notierte am Ende einen Basispunkt höher bei 0,41 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss kaum verändert bei 161,99 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes gewann vier Basispunkte auf 2,98 Prozent hinzu.
Die asiatischen Aktienmärkte tendierten heute früh uneinheitlich bei zumeist nur geringen Ausschlägen. Der MSCI Asia Pacific Index stieg um 0,27 Prozent auf 168,49 Punkte. Deutlicher aufwärts ging es mit dem australischen ASX 200 (+0,83%). Er profitierte vor allem von steigenden Tech-Werten.
Heute stehen von der Makroseite vor allem die Daten zum US-BIP für das zweite Quartal als potenzieller Marktbeweger im Fokus. Die Konsensschätzung lautet auf einen annualisierten Anstieg der weltgrößten Volkswirtschaft um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Unternehmensseitig gibt es Geschäftszahlen unter anderem von BASF, Danone, BBVA, Merck & Co, Exxon Mobil, Chevron, Twitter und Axel Springer. Bereits gestern nach US-Börsenschluss veröffentlichten Amazon.com (nachbörslich: +3,3%), Intel (-5,7%), Amgen (+1,0%) und Starbucks (+0,5%) ihre Zahlenwerke.
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